Börsenausblick: Bitte anschnallen - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Bitte anschnallen

Die Verluste in den USA werden zum Auftakt die Börsen in Frankfurt belasten, meinen Händler. Sollte der ifo-Geschäftsklimaindex heute zum dritten Mal in Folge fallen, müssen sich Anleger warm anziehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Das gesunkene Verbrauchervertrauen und eine zurückhaltende Prognose des weltgrößten Chipherstellers Intel   haben die US-Börsen gestern auf Talfahrt geschickt. Der Nasdaq Composite schloss nahe Tagestief mit einem Verlust von 3,2 Prozent, während der Dow Jones im späten Handel seine Verluste auf 1,1 Prozent ausbaute und bei 8824 Zählern schloss. Vor allem die Technologiewerte im Dax dürften heute zunächst deutlich unter Druck geraten.

HP hat es schwer

Auch die Zahlen von Hewlett Packard   nach US-Börsenschluss konnten Anleger nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Der Computer- und Druckerkonzern hat angesichts hoher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit dem Kauf von Compaq Computer im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von zwei Milliarden Dollar oder 67 Cent je Aktie verbucht. Der Gewinn ohne Sonderbelastungen kletterte jedoch auf 14 Cent je Aktie, und damit traf HP die Erwartungen des Marktes. Weiterer Wermutstropfen ist allerdings, dass die Umsätze im PC-Bereich stärker als erwartet zurückgegangen sind. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu, nachdem sie am Dienstag Abend mit einem sehr schwachen Markt stark gefallen war.

Angesichts des schwachen Verbrauchervertrauens, das im August auf den niedrigsten Stand seit November gerutscht ist, traten andere Konjunkturzahlen in den Hintergrund. Der US-Auftragseingang für langlebige Güter wie Autos, Flugzeuge, Maschinen und Haushaltsgeräte war im Juli unerwartet stark um 8,7 Prozent in die Höhe geschossen. Wirtschaftsweise warnten allerdings davor, dass diese Ziffer von Monat zu Monat oft massive Schwankungen aufweist.

Ifo-Index: Dritter Rückgang in Folge?

Auch in Deutschland steht der Handel im Zeichen von Konjunkturdaten. Um 10 Uhr veröffentlicht das Ifo-Institut den Geschäftsklimaindex und gibt damit die Stimmung der Gewerbetreibenden in Deutschland wieder. Volkswirte rechnen damit, dass der Index zum dritten Mal in Folge auf nunmehr 89 Punkte gesunken ist, nach 89.9 Punkten im Juli. Bei drei Rückgängen in Folge sprechen Experten von einer negativen Trendwende.

Cheney treibt Nachfrage auf Öl- und Rüstungsaktien

An den US-Märkten konnten angesichts des Kriegsgeredes von US-Vizepräsident Dick Cheney Ölwerte, Gold- und Rüstungsaktien profitieren. Dagegen gaben Schwergewichte wie Intel  , Microsoft   und IBM   Kursverluste deutlich nach. Einzelhandelswerte standen ebenfalls unter Abgabedruck.

Dax unter Druck - Technologie im Fokus

Schwacher Start im Dax erwartet

Trotz der schwachen Wall Street hatten Dax-Schwergewichte wie Allianz  , Siemens  , T-Aktie   und BMW   gestern Abend Gewinne verteidigt. Händler rechnen nun aber mit Gewinnmitnahmen: Neben den Technologiewerten dürften auch Einzelhandelstitel und exportorientierte Werte zunächst unter Druck geraten: Das sinkende Konsumentenvertrauen in den USA trübt die Absatzchancen. Gleichzeitig hat der Euro gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen.

Der Infineon   war bereits gestern deutlich unter Druck geraten. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte Anlegern hatte sich skeptisch zur Chipbranche geäußert, und der zurückhaltende Ausblick des Chipriesen Intel   belastet den gesamten Sektor.

Sollte der ifo-Geschäftsklimaindex heute den schwachen Trend in der Wirtschaftsentwicklung bestätigen, sei mit einem schwachen Handelstag zu rechnen, sagten Händler. Von dem Ziel 4000 Punkte könne der Dax vorerst einmal Abschied nehmen.

Nikkei schwach, Euro über 98 US-Cent

Der Kurs des Euro war bereits am Dienstag Abend über die Marke auf Grund des schwachen US-Verbrauchervertrauens über die Marke von 98 US-Cent gestiegen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 0,9774 US-Dollar festgesetzt. Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch nach den schwachen US-Vorgaben deutlich schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab 1,4 Prozent ab und schloss bei 9766 Zählern.