Börsenausblick Blitz und Donner
Frankfurt am Main - Am Freitag wird an den deutschen Aktienmärkten zur Eröffnung mit leicht nachgebenden Kursen gerechnet. Negative Vorgaben der internationalen Leitbörsen und verhaltene Geschäftszahlen im Zuge der US-Berichtssaison trüben die Stimmung. Der Dax beendete den Handel am Donnerstag mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 5262 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 fielen um zwei Prozent auf 933 Punkte.
Der Dow Jones fiel um 0,2 Prozent auf 10.205 Punkte. Mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 1802 Zähler ging die Nasdaq aus dem Handel.
Eine Flut von Unternehmensmeldungen hielt die Anleger in Atem. Zusätzlich belastete der Absturz eines Kleinflugzeuges in das Pirelli-Hochhhaus in Mailand kurzfristig die Märkte. Spekulationen, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlag handeln könnte, bestätigten sich am Abend nicht - die Indizes erholten sich weltweit von ihren Tiefständen.
In Frankfurt stehen am zum Wochenschluss keine wichtigen Unternehmensnachrichten mehr an. Lediglich die Allianz könnte noch einmal in den Blickpunkt rücken. Die Münchner veranstalten heute eine Analystenkonferenz, nachdem gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz der Geschäftsbericht vorgestellt wurde. In den USA warten Anleger auf die Zahlen von Bell South.
Aktien des weltgrößten Handyherstellers Nokia sackten am Vortag um über zwölf Prozent auf 18,10 Dollar. Der Konzern hatte eine überraschend pessimistische Prognose veröffentlicht. Auch die Titel des Konkurrenten Motorola fielen deutlich.
Microsoft enttäuscht
Bei den Technologiewerten werden zum Wochenschluss hohe Verluste bei Microsoft erwartet. Der Softwareriese hatte am Donnerstagabend enttäuschende Zahlen und einen schwachen Geschäftsausblick präsentiert. Im nachbörslichen Handel gaben die Titel darauf stark nach. Der Überschuss stieg auf 2,738 Milliarden Dollar bzw. 49 Cent je Aktie. Nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call hatten Analysten im Durchschnitt mit einem Ergebnis von 51 Cent je Anteilschein gerechnet. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Microsoft einen Überschuss von 2,45 Milliarden Dollar bzw. 44 Cent je Aktie erzielt. Der Umsatz stieg um 13 Prozent von 6,4 Milliarden auf 7,25 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 7,3 Milliarden Dollar erwartet.
EBay übertrifft Experten-Erwartungen
Das Internet-Handelshaus eBay hat im ersten Quartal beim Gewinn je Aktie Analysten-Prognosen übertroffen und beim Umsatz die Erwartungen der Experten erfüllt. Für das Gesamtjahr 2002 erhöhte das US-Unternehmen seine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie, wie eBay am Donnerstag nach Börsenschluss im kalifornischen San Jose mitteilte.
Im ersten Quartal erwirtschaftete das US-Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 0,17 Dollar und damit mehr als doppelt so viel wie in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres (0,08 USD je Aktie). Von First Call/Thomson Financial befragte Analysten hatten Schnitt mit 0,16 Dollar vorhergesagt.
Der US-Computerkonzern Compaq, der sich vor einer möglichen baldigen Übernahme durch den US-Computerriesen Hewlett-Packard für fast 20 Milliarden Dollar befindet, hat im ersten Quartal 2002 einen kräftigen Umsatzrückgang und einen leichten Gewinn verbucht. Der Quartalsumsatz des großen PC- und Serverherstellers fiel gegenüber der Vorjahresvergleichszeit um 16 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Compaq verbuchte einen Gewinn von 44 Millionen Dollar oder drei Prozent gegenüber roten Zahlen von 131 Millionen Dollar oder acht Cent je Aktie in den ersten drei Monaten 2001.
Der amerikanische Computer-Anbieter Sun Microsystems hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 einen leichten Verlust von 37 Millionen Dollar oder einem Cent je Aktie verbucht. Sun hatte in den ersten drei Monaten des Vorjahres 136 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie verdient. Der Umsatz fiel in dem am 31. März beendeten Quartalsabschnitt auf 3,1 (Vorjahresvergleichszeit: 4,1) Milliarden Dollar.
Der US-Hersteller von Personalcomputer Gateway hat angesichts eines erneuten massiven Absatzeinbruchs in den USA im ersten Quartal 2002 einen Umsatzrückgang von 51 Prozent verbucht. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen den Verlust und traf damit die Erwartungen der Analysten. Wie der PC-Hersteller am Donnerstag mitteilte, lag der um Sondereinflüsse bereinigte Verlust bei 61 Millionen Dollar bzw. 20 Cent je Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt mit dem gleichen Fehlbetrag gerechnet. Gateway hatte Ende Februar eine Umsatzwarnung ausgesprochen und einen Verlust von 18 bis 24 Cent in Aussicht gestellt.