Börsenausblick: Bonjour Tristesse - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Bonjour Tristesse

Vor dem Start in die Handelswoche regiert trübe Stimmung bei den Aktienhändlern. In Deutschland fehlen die Unternehmensnachrichten, in den USA läuft die Saison der Gewinnwarnungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Meldungen über militärische Erfolge in Afghanistan hatten nach Börsenschluss in Deutschland die amerikanischen Aktienindizes steigen lassen. Dow Jones und Nasdaq Composite schlossen am Freitag leicht im Plus. Diese Aufwärtsbewegung dürften die deutschen Aktienindizes am Montag zunächst nachholen.

Da aus Unternehmenssicht keine kursrelevanten Nachrichten anstehen und viele institutionelle Investoren ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen haben, rechnen Marktbeobachter im weiteren Verlauf der Woche eher mit einer schwächeren Tendenz an den Aktienmärkten. Wegen des vermutlich geringen Handelsvolumens steige aber zugleich die Gefahr stark schwankender Kurse.

Um so mehr drängen sich Konjunkturdaten in den Vordergrund. Der viel beachtete ifo-Geschäftsklima-Index für den Monat November steht heute zur Veröffentlichung an und könnte die Richtung für die Woche vorgeben. Kommt es zu einem weiteren starken Rückgang, dürfte dies der Aktienmarkt auf dem derzeitigen Niveau nicht verkraften, vermuten die Analysten von HSBC Trinkhaus & Burkhardt. Die Mehrzahl der Experten rechnet mit einem leichten Anstieg des Index auf 84,9 Punkte, nachdem das Barometer im Oktober mit 84,7 Punkten den tiefsten Stand seit acht Jahren markiert hatte.

Zudem könnte der am Freitag anstehende Verfallstermin an den internationalen Terminbörsen, der so genannte "Hexensabbat", kräftige Kursbewegungen auslösen.

Prognosen liegen weit auseinander

Experten tun sich vor diesem Hintergrund schwer mit ihrer Einschätzung des Handelverlaufes für diese Woche. Nach Einschätzung der Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt dürfte der Leitindex auch in den nächsten Tagen um die Marke von 5000 Punkten pendeln. Bei der Commerzbank rechnet man mit einer "volatilen Seitwärtsbewegung der Kurse ohne richtige Jahresendrallye". Ein düsteres Szenario zeichnet dagegen die Helaba, die angesichts der "massiven charttechnischen Hürden" von eher sinkenden Kursen ausgeht.

Am optimistischsten sind die Analysten der DZ-Bank. Ihnen erscheint angesichts der geringen Umsätze ein Anstieg des Dax bis auf 5400 Zähler möglich.

USA mitten in der Gewinnwarnungssaison

Die eher pessimistischen Einschätzungen zum Jahresende beruhen auch auf den wenig erfreulichen Nachrichten von US-Konzernen in der vergangenen Woche. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Merck, American Express, Lucent Technologies und Ciena vor enttäuschenden Zahlen gewarnt: Die Saison Gewinnwarnungen bei den US-Gesellschaften im Vorfeld der Berichterstattung zum vierten Quartal ist im vollen Gange.

Die Anleger fürchten nun, der Wirtschaftsaufschwung in den USA könnte länger auf sich warten lassen als bisher angenommen.

Tokio zeigt sich deutlich schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei sackte um 188 Punkte oder 1,8 Prozent auf 10.323,35 Zähler. Der breit angelegte Topix fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten und gab zum Handelsende 1,8 Prozent beim Stand von 988 Zählern nach. Marktbeobachter erklärten, der Index stünde

Der US-Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit fester mit 127,80-83 Yen nach 127,51-53 Yen am Freitag. Zwischenzeitlich hatte der Dollar erstmals seit drei Monaten die Marke von 128 Yen getestet. Der Euro notierte fester