Börsenausblick: Cisco gibt Hoffnung - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Cisco gibt Hoffnung

Netzwerkausrüster Cisco übertrifft mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen. Analysten sehen deshalb für die gebeutelten Technologiewerte eine Chance zur Erholung. Die Commerzbank meldet wieder einen Gewinn, und die Deutsche Börse überrascht die Analysten.
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Frankfurt am Main - Nach den starken Verluste der vergangenen Tage könnten die deutschen Indizes zur Abwechslung etwas fester in den Handelstag starten. Zwar haben die US-Börsen im späten Handel einen Teil ihrer Gewinne wieder abgegeben, jedoch haben die Quartalszahlen von Cisco die Stimmung in der Technologiebranche deutlich verbessert. Der Nasdaq Composite war gestern bis Handelsschluss um 0,3 Prozent ins Minus gerutscht, jedoch drehte der Nasdaq Future nach den Cisco-Zahlen deutlich ins Plus.

Gewinn vor Sonderposten verdreifacht - Umsatz leicht gestiegen

Der weltgrößte Hersteller von Ausrüstungen für das Internet, Cisco Systems, hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres seinen Gewinn vor Sonderposten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht und die Analystenschätzungen übertroffen. Der Reingewinn vor Sonderposten erhöhte sich auf 838 Millionen Dollar nach 230 Millionen Dollar im Vorjahr. Cisco-Chef John Chambers erwartet für das laufende Quartal einen Umsatz, der unverändert oder nur leicht über dem Niveau des vergangenen Quartals liegt. Die Aktie von Cisco Systems legte nachbörslich um 7,5 Prozent auf 14,07 Dollar zu.

Fed-Entscheid: Zinsen bleiben niedrig

Auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Zinsen unverändert auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren zu belassen, haben die Standardwerte an der New York Stock Exchange mit einem Auf und Ab reagiert. Nach einem kurzen Aufwärtstrend unmittelbar nach der Entscheidung gab der Dow Jones zum Ende des Handels wieder Gewinne ab, konnte sich jedoch um 0,3 Prozent in der Pluszone halten. Im Tagesverlauf hatte der Dow um rund 100 Punkte geschwankt.

Am Markt war erwartet worden, dass die Notenbanker nicht an der Zinsschraube drehen und den Leitzins bei 1,75 Prozent belassen würde. Die Fed begründetet ihre Entscheidung damit, dass sie trotz des sichtbaren Aufschwungs in der amerikanischen Industrie im ersten Quartal doch noch eine stärkere Nachfrage abwarten wolle. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Belebung in den kommenden Quartalen sei immer noch ungewiss, teilte das Gremium im einer kurzen Stellungnahme mit.

Hoffnung für den Dax

Der Deutsche Aktienindex Dax war am Dienstag zwar etwas schwächer (minus 0,2 Prozent) aus dem Handel gegangen, jedoch sind Händler für den heutigen Tag vorsichtig optimistisch. Zwar gab der Dow Jones im späten Handel wieder einen Teil seiner Gewinne ab, jedoch könnten die Cisco-Zahlen die Technologiewerte im Dax stützen. Epcos   und Siemens   hatten bereits gestern leicht zugelegt und könnte heute ihre Erholung fortsetzen. Der Chiphersteller Infineon   hatte bereits gestern von der gestiegenen Arbeitsproduktivität in den USA profitiert.

Commerzbank wieder mit Gewinn

Die Commerzbank   hat kurz vor Handelsbeginn Quartalszahlen vorgelegt und die Erwartungen der Analysten erfüllt. Die Commerzbank ist nach den Verlusten im letzten Quartal 2001 wieder mit leichten Gewinnen in das Jahr 2002 gestartet. Im 1. Quartal betrug das Ergebnis vor Steuern nach Mitteilung der Bank vom Mittwoch 153 Millionen Euro, die ausschließlich aus dem operativen Geschäft gekommen seien. Im letzten Quartal des Vorjahres war noch ein Verlust im Vorsteuerergebnis von 247 Millionen Euro ausgewiesen worden, im 1. Quartal des Vorjahres hatte es ein Plus von 323 Millionen Euro gegeben. Bankentitel wie Deutsche Bank   und HypoVereinsbank   litten gestern unter Gerüchten, dass die Ratingagentur Moody's demnächst möglicherweise ihre Einstufungen für einige US-Banken herunternehmen könnte.

T-Aktie steht nicht allein

Eine Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit haben die europäischen Telekomwerte bereits hinter sich. Die Aktie der Deutschen Telekom   dümpelt weiterhin unter der Marke von 13 Euro. "Es wird auf breiter Front verkauft, da steht die Telekom in Europa nicht alleine da", sagte ein Analyst. Ob France Télécom in Paris, die Mobilfunk-Aktie Vodafone in London oder Telecom Italia in Mailand: Sämtliche Telefongesellschaften sind erheblich unter Abgabedruck geraten.

Schwer gebeutelt ist auch der Softwarehersteller SAP   , der am Dienstag mehr als vier Prozent abgab. Als "Schuss vor den Bug" bezeichnete ein Software-Analyst den Angriff von Microsoft   , der den dänischen SAP-Konkurrenten Navision übernimmt.

Deutsche Börse übertrifft Erwartungen

Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal 2002 weniger Gewinn gemacht, dabei aber trotzdem die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging im Jahresvergleich um 3,1 Prozent auf 87,4 Millionen Euro zurück, wie der Betreiber des Frankfurter Handelsplatzes am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten ein Ebit von 80,0 bis 84,0 Millionen Euro erwartet. Allerdings seien in dem Ergebnis des ersten Quartals 2001 außergewöhnliche Erträge in Höhe von 4,4 Millionen Euro verbucht worden, hieß es.

Tokio legt zu

Die asiatische Leitbörse in Tokio ist am Mittwoch mit einem Plus von 1,8 Prozent aus dem Handel gegangen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte auf 11.520 Zähler zu. Der Kurs des Euro hat dagegen wieder leicht auf 0,9136 Dollar nachgegeben.