Börsenausblick: Compaq macht Mut - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Compaq macht Mut

Nachbörslich gute Nachrichten von Compaq und die Aufholjagd der US-Technologiebörse Nasdaq machen Hoffnung für den Tag. MLP erfüllt die Erwartungen der Analysten. Die Aktie der Software AG dürfte nach der erneuten Gewinnwarnung kräftig abgeben.
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Frankfurt am Main - Es ist schon erstaunlich, wie sich die amerikanischen Aktienmärkte am Montag im Handelsverlauf erholt haben. Die Angst steigenden Ölpreise und die Gewinnwarnung von IBM, übrigens die erste seit zehn Jahren des Konzerns, hatten die Kurse zunächst stark belastet.

Offenbar aber setzte sich bei den Investoren dann die Einsicht durch, das die Notenbank wegen der steigenden Ölpreise die Zinsen vorerst nicht anheben werde. Auch seien die übrigen Opec-Staaten ohne weiteres in der Lage, die Lieferausfälle des durch den Irak angekündigten Exportstopps von einem Monat ohne weiteres auszugleichen, sagten Experten. Diese Erkenntnis ist nicht neu, stellte allerdings einmal mehr die psychologischen Effekte solcher Ankündigungen unter Beweis.

Schließlich besannen sich die Anleger darauf, dass die Saison der Ergebniswarnungen spätestens am 15. April vorüber sein wird und im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahresquartal nach Einschätzung von Experten deutlich glimpflicher verlaufen ist.

Der Dow Jones schloss mit 0,2 Prozent leicht im Minus auf 10.249 Zähler. Der Nasdaq Composite baute sein Minus von zeitweise mehr als zwei Prozent vollständig ab und beendete den Handel mit plus 0,9 Prozent auf 1785 Zähler. Da die deutschen Aktienmärkte die Aufwärtsbewegung nur zum Teil nachvollzogen hatten, rechnen Börsianer am Dienstag mit einem festen Handelsauftakt, zumal der US-Computerhersteller Compaq nach Börsenschluss seine Prognosen bestätigte. Der Kurs der Compaq-Titel legte nachbörslich auf der elektronischen Handelsplattform Instinet auf 10,02 Dollar zu nach einem Schlusskurs von 9,59 Dollar. Compaq wird voraussichtlich am 18. April seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorlegen.

Auf deutscher Seite dürften zunächst die Geschäftszahlen von MLP und der Commerzbank im Mittelpunkt stehen. Der Finanzdienstleister MLP   hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Ergebnis je Aktie (EPS) deutlich gesteigert und die Dividende angehoben. Das EPS sei von 0,68 Euro auf 1,05 Euro gewachsen, teilte die Gesellschaft am Dienstag in Heidelberg mit. Damit lag das Unternehmen etwas besser als von Analysten erwartet. Nach den endgültigen Zahlen kletterte der Jahresüberschuss auf 98,9 Millionen Euro nach 61,9 Millionen im Vorjahr. Für 2001 will MLP eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie ausschütten. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 0,38 Euro je Titel ausgezahlt.

Die Commerzbank   legt heute in Frankfurt ihre Bilanz für das Jahr 2001 vor. Hohe Kreditrisiken und der eingeleitete Personalabbau brachten die Großbank im vergangenen Jahr an den Rand der Verlustzone. Der Gewinn vor Steuern brach von 2,23 Milliarden Euro auf nur noch 37 Millionen Euro ein. Dank einer Steuererstattung betrug der Jahresüberschuss 92 Millionen Euro. Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller rechnet in diesem Jahr aber wieder mit einem kräftigen Gewinnanstieg als Folge seines Sanierungskurses.

Die im M-Dax notierte Software AG  hat nach Börsenschluss ihre Geschäftsprognosen für das erste Quartal 2002 zum zweiten Mal gesenkt und dies im Wesentlichen mit geringeren Lizenzeinnahmen begründet. Angaben zu möglichen Auswirkungen auf die Gesamtjahresplanung machte das Unternehmen nicht. Dies dürfte den Kurs der Aktie belasten.

Nach ersten Ad-hoc-Meldungen am Morgen hat die am Neuen Markt notierte IDS Scheer   nach vorläufiger Bilanzauswertung im ersten Quartal 2002 den Konzernumsatz um 15 Prozent auf 41 Millionen Euro gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres (35,7 Millionen Euro) gesteigert. Das operative Ergebnis erhöhte den Angaben zufolge um 73 Prozent auf 3,2 Millionen Euro (1,85 Millionen Euro), was einer Ebit-Marge von 7,8 Prozent entspricht. Der Vorstand sei zuversichtlich, im gesamten Geschäftsjahr 2002 - wie angekündigt - ein Umsatzwachstum von 15 Prozent und eine Ebit-Marge von acht Prozent zu erzielen. Erfreulich auch die Entwicklung der Auslandsgesellschaften: Sie hätten den Umsatz auf 16,6 Millionen Euro (VJ: 14,5 Millionen Euro) erhöht und erstmals den Breakeven erreicht.

Die asiatische Leitbörse in Tokio konnte von dem Comeback der US-Börsen offenbar nicht profitieren. Der Nikkei stand gegen 7.45 Uhr (MEZ) mit 1,7 Prozent im Minus auf 11.156 Zähler.