Börsenausblick: Dämpfer aus der Chipbranche - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Dämpfer aus der Chipbranche

Die späten Gewinne an der Nasdaq dürften für einen festen Auftakt sorgen. RWE gibt das erwartete Angebot für die britische Innogy ab. Infineon-Konkurrent Micron präsentiert schwache Zahlen. Im Fokus der Anleger steht die Münchener Rück.
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Frankfurt am Main - In den letzten beiden Handelsstunden verringerte der Dow Jones sein Minus auf 0,3 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq Composite drehte sogar aus der Verlustzone und schloss 2 Prozent fester auf 1868 Zähler. Einen Teil dieser Gewinne dürften die deutschen Indizes heute im frühen Handel nachholen: Der Dax hatte am 0,3 Prozent schwächer auf 5348 Punkte geschlossen. Mit einem Minus von ein Prozent auf 1018 Zähler ging der Nemax 50 aus dem Handel.

Allerdings sorgte der Chiphersteller Micron Technology nach Börsenschluss in den USA für einen Dämpfer. Der Produzent von DRAM-Speicherelementen war mit seinen Zahlen für das zweite Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Der Münchener Chiphersteller Infineon   , der seine Verluste gestern annähernd ausgeglichen hatte, dürfte damit einen schwierigen Start erwischen.

Münchener Rück: Ausblick entscheidet

Der Rückversicherer Münchener Rück   präsentierte heute seine Bilanz für 2001 und gibt einen Ausblick auf das laufende Jahr. Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch auf Grund der Terroranschläge: Die Münchener Rück selbst hatte die Kostenschätzung erst vor kurzem leicht auf 2,2 Milliarden Euro angehoben.Wichtiger sei das Ausblick: Der Konzern rechnet auf Grund der gestiegenen Versicherungsprämien mit einer deutlichen Steigerung.

Eon will Powergen, und RWE will Innogy

Nicht nur der Energieversorger Eon ist auf aggressiver Einkaufstour: Auch der Essener Versorger RWE   hat sich mit der britischen Innogy Holdings plc auf die Konditionen eines Übernahmeangebotes für sämtliche Stammaktien der Gesellschaft verständigt. Das Angebot beläuft sich auf 275 Pence pro Innogy-Aktie . Der Energieversorger Eon   hatte gestern mitgeteilt, dass mit der Übernahme der britischen Powergen rechnet Eon bis Mitte Mai diesen Jahres.

Die Deutsche Telekom   hat den Verkauf ihrer Tochter DeTe Immobilien einem Pressebericht zufolge nahezu abgeschlossen. Der Londoner Immobilienspezialist TCS werde 75,1 Prozent von DeTe Immobilien übernehmen und dafür weniger als 150 Millionen Euro zahlen, berichtet die FTD.

MAN tauscht Vorzüge in Stämme - Volkswagen profitiert

Größter Dax-Verlierer war am Donnerstag der Nutzfahrzeughersteller MAN   , die um 3,7 Prozent auf 28,50 Euro nachgaben. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass MAN-Vorzugsaktionäre ihre Anteilsscheine in Stammaktien unter Zahlung einer Umwandlungsprämie von 3,30 Euro je Vorzugsaktie umtauschen können. "Da ist jetzt die Fantasie raus", sagte ein Frankfurter Händler und verwies auf Gewinnmitnahmen. Spekulationen, dass die Autohersteller BMW   und Volkswagen   ebenfalls ihre Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln könnten, beflügelten Händlern zufolge deren Titel.

Auch die Deutsche Bank   notierte am Donnerstag schwächer. Die größte deutsche Bank, mit rund 20 Prozent an dem insolventen Baukonzern Holzmann beteiligt, hatte sich bis zuletzt für eine Sanierung des zweitgrößten deutschen Baukonzerns eingesetzt.

Holzmann: Interessenten für die Teilbereiche

Die Titel des Baukonzerns Holzmann   sind gestern zeitweise um mehr als 40 Prozent auf 2,72 Euro einbrachen. Das Unternehmen beantragte am Donnerstag Nachmittag wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz. Nach dem Insolvenzantrag der Phillip Holzmann AG prüft die Strabag AG einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge den Kauf der Holzmann-Straßenbausparte Deutsche Asphalt.

Neuer Markt: MobilCom weiter unter Druck

MobilCom: France Telecom ändert Strategie

Einen Kurseinbruch von 21,7 Prozent auf 13,24 Euro verzeichneten gestern die Aktien der MobilCom   , nachdem das Unternehmen am Morgen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust von 205 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von etwa 90 Millionen Euro im Jahr 2000 gemeldet hatte. Zudem geht der Streit bei MobilCom zwischen Vorstandschef Gerhard Schmid und seinem Großaktionär France Telecom in eine weitere Runde.

Der Mobilcom-Chef hat seine Verkaufsoption über 33 Prozent seiner Unternehmensaktien gegenüber France Telecom ausgeübt. Der hoch verschuldete französische Telefonkonzern will die Aktien jedoch derzeit nicht haben. und nun doch kein eigenständiges UMTS-Geschäft in Deutschland aufbauen. Wie der Vorstandsvorsitzende des französischen Telekommunikationskonzerns, Michel Bon, in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" sagte, strebt er ein Zusammengehen der MobilCom mit einem der anderen kleinen UMTS-Lizenznehmer in Deutschland an.

T-Online trotz roter Bilanz im Plus

Bei relativ hohen Umsätzen kletterten gestern die Aktien des Internet-Anbieters T-Online   mit einem Kursplus von mehr als sieben Prozent an die Spitze des Nemax 50. Das Unternehmen peilt noch für dieses Jahr die Gewinnschwelle an und will die Umsätze beim Internetzugang zweistellig steigern.

Die Süss MicroTec AG geht für das laufende Geschäftsjahr von einem stagnierenden oder leicht rückläufigen Umsatz aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen das Ebitda auf 50,4 (37,4) Mio Euro. Der Nettoumsatz wurde auf 214,8 (162,3) Mio Euro erhöht.

Die TV-Loonland AG ist für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich. Das Unternehmen begründete dies mit den Absatzerfolgen im als schwierig geltenden deutschen Markt und mit den jüngsten Lizenzverkäufe in Lateinamerika. Die Steigerung des EBITDA 2001 um 46 Prozent auf 30,4 Millionen Euro erklärte das Unternehmen mit der verstärkten Konzentration auf margenstarke Eigenproduktionen.

USA: Nike und Pfizer zuversichtlich

Der Sportartikelhersteller Nike ist zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 ein Ergebniswachstum zu erzielen. Für das dritte Quartal hatte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie ein Plus von 31 Prozent auf 0,46 Dollar veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 2,26 Milliarden Dollar.

Der Pharmariese Pfizer hat seine Ergebnisprognosen für 2002, 2003 und 2004 erneut bestätigt. Für 2003 und 2004 rechnet Pfizer bei konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Fed-Konjunkturindex enttäuscht

Nachdem die am frühen Nachmittag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten aus den USA Marktteilnehmern zufolge noch auf eine Erholung der Wirtschaft hingedeutet hatten, signalisierte später ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA. Der Index des Auftragseingangs war im März auf 7,3 von 13,7 Punkten im Februar zurückgegangen.

Nikkei schwächer

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwach geschlossen. Nach einem nationalen Feiertag büßte der Nikkei-Index deutlich um 181,70 Punkte oder 1,57 Prozent ein und ging beim Endstand von 11.345,08 Punkten ins Wochenende. Der Euro notierte am Morgen fester mit 0,8819 Dollar.