Börsenausblick: Der Bär tobt - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Der Bär tobt

Die Geschäftsprognose von Intel und die Neuordnung bei der Deutschen Bank werden heute für Bewegung sorgen. Viel schlechter kann die Stimmung an den Märkten nicht mehr werden. Heute stehen neue Konjunkturzahlen an.
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Frankfurt am Main - Der Bär tobt an den Weltbörsen: Nach dem Kursrutsch in USA und Europa haben auch die Märkte in Asien zum Wochenschluss deutlich nachgegeben. Auf den Kursrutsch von SAP folgten gestern Gewinn- und Umsatzwarnungen von Motorola und der Einzelhandelskette GAP, die die Indizes auf neue Tiefstände drückten.

Intel bestätigt Prognose

Ob Intel   angesichts der düsteren Stimmung für eine Erholung sorgen kann, wagt kaum ein Börsianer zu prognostizieren. Der weltgrößte Chiphersteller hat in der Nacht zu Freitag seine Prognosen bestätigt und den pessimistischen Erwartungen der Analysten getrotzt.

Finanzchef Andy Bryant sagte, die Prognose für das dritte Quartal liege in der unteren Hälfte der im Juli prognostizierten Spanne. Im Juli hatte Intel für die Dreimonatsperiode zwischen 6,2 und 6,8 Milliarden Dollar Umsatz angekündigt. Im nachbörslichen Handel stiegen Intel leicht an. Doch die Anleger sind weiter zutiefst verunsichert. Heute werden in den USA die Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben.

Deutsche Bank: Abschied vom Deutschen Herold?

Der Dax notiert mit 4875 Punkten auf dem tiefsten Stand seit April 1999. Allein im August ist der Börsenwert der 30 Dax-Konzerne um rund 100 Milliarden Euro auf 730 Milliarden Euro geschrumpft. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Index-Schwergesichte sind zurechtgestutzt: Die Allianz   notiert mit einem KGV von 27, Bayer   mit einem KGV von 19 und SAP   mit einem KGV von 50.

Die Deutsche Bank   und die Zürich-Gruppe stehen nach Angaben der "Financial Times Deutschland" vor einem großen Tauschgeschäft, mit dem die Deutsche Bank sich aus dem operativen Versicherungsgeschäft verabschieden würde. Die Bank soll von der Zürich Gruppe deren US-Vermögensverwaltung Scudder übernehmen. Zurich Financial Services soll dafür den Deutschen Herold erhalten, die Versicherungsgruppe der Deutschen Bank. Der Gesamtwert des Geschäfts wird auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt.

Neuer Lenker bei VW

Die Autowerte im Dax konnten sich dem Kursrutsch am Donnerstag weitgehend entziehen. Heute steht die Krönung von Bernd Pischetsrieder als Nachfolger von VW-Chef Ferdinand Piech an. Die Aktie von Volkswagen   war gestern erst im späten Handel um knapp zwei Prozent gefallen - angesichts des Kursrutsches noch ein glimpfliches Ergebnis. VW hat den Absatz in den USA deutlich gesteigert.

Pro Sieben: Fusion mit KirchMedia

Medienmogul Leo Kirch bringt sein Kerngeschäft durch eine Fusion mit dem ProSieben-Konzern im kommenden Jahr an die Börse. ProSiebenSat1 Media wird dazu auf die Muttergesellschaft KirchMedia verschmolzen. Chef des neuen Unternehmens mit einem Jahresumsatz von etwa sieben Milliarden Mark wird Kirch-Vize Dieter Hahn. Wenn der Beschluss bis spätestens Ende Juni 2002 umgesetzt wird, wird es die derzeit im MDax notierte ProSiebenSAT.1-Aktie nicht mehr geben. Stattdessen soll die neue KirchMedia an der Börse gelistet werden. Die Aufsichtsgremien der beiden Unternehmen müssen der Fusion formal noch zustimmen. Die Aktie von ProSiebenSat1 brach gestern um knapp 17 Prozent ein.

Nikkei fällt weiter, Premier beantragt Nachtragshaushalt

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag schwach tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Minus von 133 Punkten (1,3 Prozent) auf 10516 Zähler aus dem Handel. Fast alle großen Technologieaktien verzeichnete Verlusten. Auch die Telekomwerte NTT und NTT DoCoMo tendierten schwach. Allerdings reduzierte der Index seine starken Anfangsverluste.

Japans wirtschaftliche Leistung hat im zweiten Quartal den stärksten Rückgang seit der Rezession Ende der 90-er Jahre verzeichnet. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, schrumpfte die Wirtschaft zum Vorquartal um real 0,8 Prozent. Unter Analysten hatten allerdings ein noch schlechteres Ergebnis erwartet. Regierungschef Junichiro Koizumi will nun doch einen Nachtragshaushalt auflegen.

Euro etwas fester

Der Euro wurde im frühen Geschäft fester mit 0,8947 Dollar gehandelt. Am Vortag wurden zwischen 0,8835-38 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt.