Börsenausblick: Die Bullen sind müde - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Die Bullen sind müde

Der Dax wird vermutlich wenig verändert eröffnen. Der Chiphersteller Infineon enttäuscht, und auch das Ergebnis von Henkel ist durchwachsen.
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Frankfurt am Main - Nach den kräftigen Verlusten am Vortag dürften die deutschen Aktienmärkte am Freitag ihre Talfahrt vorerst beenden. Das Brokerhaus Lang & Schwarz ermittelte den Dax kaum verändert bei 3151 Punkten. Die Citibank sah den Index bei 3158 Zählern.

Die Enttäuschung der Börse über das Ausbleiben einer Zinssenkung in der Euro-Zone hatte den Dax am Donnerstag um 4,3 Prozent ins Minus auf 3155,66 Punkte gedrückt. Der Dow Jones hat im späten Handel seine Verluste ausgebaut und 2,1 Prozent schwächer bei 8586 Punkten geschlossen - der größte Tagesverlust seit drei Wochen. Der Technologieindex Nasdaq Composite verlor sogar drei Prozent.

Infineon enttäuscht

Auch die Zahlen von Infineon   locken die Bären wieder hervor. Der Chiphersteller hat wegen der Krise in der Halbleiterbranche im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einen Milliardenverlust erlitten. Vor Steuern und Zinsen sei im Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) ein Minus von 1,14 Milliarden Euro entstanden, teilte Infineon am Freitag mit. Im Geschäftsjahr 2000/01 betrug der Verlust vor Steuern und Zinsen 1,02 Milliarden Euro.

Im vierten Quartal hat das Unternehmen außerdem wegen Wertberichtigungen auf latente Steuern und Lagerbestände einen überraschend hohen Verlust verzeichnet. Der Nettoverlust ist von 76 Millionen im Vorquartal auf 506 Millionen Euro gestiegen. Damit verfehlte der im Dax notierte Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. Das Unternehmen leidet wie die Konkurrenten vor allem unter den niedrigen Preisen bei Speicherchips.

Gewinnanstieg bei Henkel

Viele Anleger dürfte es wieder in defensive Werte ziehen: Der Konsumgüterhersteller Henkel   hat im dritten Quartal einen Ergebnisschub erzielt und die Ergebnisziele für das Gesamtjahr bekräftigt. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Umsatz um 0,7 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sei in dieser Zeit um 14,7 Prozent auf 160 Millionen Euro gestiegen, teilte Henkel am Freitag mit. Damit lag das Unternehmen dennoch knapp unter den hohen Erwartungen der Analysten.