Börsenausblick Die Hexen tanzen wieder
Frankfurt am Main Zum Auftakt erwarten Marktbeobachter eine nahezu unveränderte bis leicht schwächere Eröffnung von Dax und Nemax. Im weiteren Verlauf wird mit einem sehr turbulenten Handel gerechnet.
Am heutigen Freitag verfallen die Futures auf den Dax, Optionen auf den Dax und Optionen auf Einzelaktien. Dieser Tag wird auf dem Parkett auf Hexensabbat genannt. Investoren werden versuchen, die Kurse in die jeweils gewünschte Richtung zu drücken, um damit Gewinne aus ihren Terminpositionen zu ziehen. Die Terminkontrakte auf den Index werden bis 13 Uhr gehandelt, die Optionen auf deutsche Aktien dagegen bis 20 Uhr. Die Richtung der Kursbewegung ist dabei bis zum endgültigen Verfallstermin offen - die Stunde davor wird daher auch "Geisterstunde" genannt. Wegen der hohen Umsätze zucken Dax und Aktienkurse in der Regel am "Hexensabbat" noch etwas länger als an normalen Tagen. Der endgültige Dax-Schlusskurs steht deshalb meist nur mit mehreren Minuten Verzögerung fest.
Die deutschen Aktien sind am Donnerstag meist mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dax legte bis Börsenschluss 0,6 Prozent auf 5276 Punkte zu. Am Neuen Markt verbesserte sich der Nemax 50 um 0,3 Prozent auf 1012 Zähler. Dagegen verbuchte der MDax ein Minus von 0,3 Prozent auf 4409 Punkte.
Wichtige Unternehmensdaten stehen am Freitag nicht an. Am Nachmittag werden aus den USA jedoch wieder richtungsweisende Konjunkturzahlen erwartet. Kurz vor der US-Börseneröffnung werden die Erzeugerpreise für Februar und der vorläufige Indes des Verbrauchervertrauens für den Monat März veröffentlicht.
Dow Jones legt leicht zu, Nasdaq unter Druck
Nach der Veröffentlichung einer Reihe von US-Konjunkturzahlen hat die Wall Street am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Während der Dow Jones um 0,2 Prozent auf 10.517 Punkte stieg, verlor die Nasdaq rund 0,4 Prozent auf 1854 Zähler.
Der Handel sei vor allem von der Veröffentlichung neuer Konjunkturzahlen geprägt gewesen, sagten Experten. Diese hätten gemischte Signale zum Zustand der Konjunktur der US-amerikanischen Volkswirtschaft abgegeben. Im Mittelpunkt des Interesses standen Marktbeobachtern zufolge die Daten zu den Geschäftslagerbeständen. Sie waren im Januar unerwartet um 0,2 Prozent gestiegen. Auch die Importpreise überraschten, als sie entgegen den Prognosen für Februar einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent aufwiesen.
Die Anleger seien zwar nach wie vor der Auffassung, dass die Wirtschaft der USA sich in einer Phase der Erholung befinde, hieß es. Jedoch stehe zur Diskussion, wie stark dieser Aufschwung ausfallen werde und ob vor diesem Hintergrund eventuell die Aktiennotierungen derzeit übertrieben hoch seien.
Während unter anderem diese Unsicherheit auf den breiten Markt gedrückt habe, hätten einzelne Titel den Dow ins Plus getragen. Dazu zählte in erster Linie Eastman Kodak . Außerdem verbuchten im Dow unter anderem International Paper und Honeywell deutliche Gewinne.
Fallender Software-Umsatz drückt Oracle-Ergebnis
Oracle, der weltweit führende Hersteller von Datenbanksystemen, hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres einen 13-prozentigen Ertragsrückgang erlitten. Das kalifornische Unternehmen erklärte den Rückgang am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit fallenden Software-Umsätzen.
Wie Oracle weiter mitteilte, sank der Nettogewinn in der am 28. Februar abgeschlossenen Berichtsperiode auf 508 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie, von 582,7 Millionen Dollar oder zehn Cent je Aktie in der entsprechenden Vorjahreszeit.
Der Umsatz gab um 17 Prozent auf 2,23 Milliarden Dollar nach. Analysten hätten mindestens 2,42 Milliarden Dollar Umsatz erwartet, teilte die Firma Thomson Financial/First Call mit, die regelmäßig Analystenumfragen durchführt.
Oracle hat in vier der vergangenen fünf Quartale die Erwartungen nicht erfüllen können. Als Begründung gab Oracle die schwache Gesamtwirtschaft sowie zurückhaltende Software-Bestellungen an.
Tokios Börse schließt fest
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag erneut fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte verbesserte sich um 79,19 Punkte oder 0,7 Prozent und ging beim Stand von 11.648 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte Topix zog um 13,36 Punkte oder 1,2 Prozent auf 1097 Punkte an.
Kurs des Euro gestiegen
Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Gegen 8.00 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,8830 Dollar. Ein Dollar war damit 1,1325 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8803 (Mittwoch: 0,8734) Dollar festgesetzt.
Vor allem positive Konjunkturzahlen aus der Eurozone vom Donnerstag und ein optimistischer EZB-Monatsbericht hätten den Euro gestützt, sagten Händler. Zudem sei der Dollar durch die Kursverluste an den US-Aktienmärkten belastet worden.