Börsenausblick: Die Quartalssaison ist eröffnet - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Die Quartalssaison ist eröffnet

Händler gehen davon aus, dass die deutschen Börsen nach den hohen Gewinnen am vergangenen Freitag schwächer eröffnen. In den USA beginnt heute die Berichtssaison für das zweite Quartal.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - An der Frankfurter Börse wird die neue Woche voraussichtlich mit leicht fallenden Kursen beginnen. Darauf deuten Marktindikatoren hin. So ermittelte die Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz den vorbörslichen Dax bei 4451 Punkten, was einem Minus von rund 30 Punkten im Vergleich zum sehr festen Börsenschluss am Freitag entspricht.

Aus deutscher Sicht standen am Morgen kaum Unternehmensnachrichten an. Düster sieht es allerdings bei der insolventen Babcock Borsig   aus. Die Verhandlungen zur Rettung des Maschinenbaukonzerns sind offenbar gescheitert. Die Arbeitnehmer-Vertreterin im Aufsichtsrat des Unternehmens, Hannelore Elze, sagte am Montag im Deutschlandfunk, sie sei am Sonntag offiziell informiert worden, dass es mehr oder weniger aus sei. Über entsprechende Informationen berichteten auch das ZDF-Morgenmagazin sowie die "Rheinische Post" in Düsseldorf.

Alcoa startet die US-Berichtssaison

Ob nun Optimisten oder Pessimisten die Oberhand behalten werden, darauf könnte diese Woche die startende Berichtssaison in den USA einen Hinweis geben. Wie im vergangenen Quartal hatten zahlreiche Unternehmen bereits zuvor ihre Zahlen nach unten korrigiert. "Dies dürfte jedoch bereits größtenteils Niederschlag in den Kursen gefunden haben", schreiben die Helaba-Experten.

Der weltweit größte Aluminiumkonzern Alcoa   eröffnet heute die Saison der Quartalsbilanzen. Die Preisrückgänge im Aluminiumsektor haben nach Ansicht von Analysten das Quartalsergebnis deutlich belastet. Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass der Konzern im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr einen fast halbierten Gewinn verbucht hat. Einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zufolge soll Alcoa an diesem Montag einen Gewinn von 28 Cent je Aktie ausweisen. Im Jahr zuvor waren es noch 48 Cent je Anteilsschein gewesen. Die Spannbreite der 16 befragten Analysten für das Berichtsquartal reicht von 24 bis 34 Cent.

Am Mittwoch legt der Internet-Portalbetreiber Yahoo   seine Geschäftszahlen vor. Goldman Sachs geht davon aus, dass der Online-Anzeigenmarkt inzwischen den Boden erreicht hat. Der Markt werde sich aber kurzfristig nicht erholen. Am Donnerstag folgt dann der Netzwerkausrüster Juniper Networks   und einen Tag später General Electric   mit den Geschäftszahlen.

Zahlreiche US-Konjunkturdaten in dieser Woche

Überdies erreichen die Märkte eine ganze Reihe US-Konjunkturdaten. Die Einzelhandelsumsätze im Juni stehen dabei im Mittelpunkt. Volkswirte rechnen wieder mit gestiegenen Einnahmen der Geschäfte, nachdem die Umsätze im Mai überraschend um 0,9 Prozent gesunken waren. Die Zahlen werden am Freitag veröffentlicht.

Die Juni-Ergebnisse würden besonders genau beachtet, da sie der Schlüssel zu den endgültigen Schätzungen der Volkswirte für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal seien.

Die Verbraucherkredite im Monat Mai dürften nach Einschätzung von Analysten wieder gestiegen sein. Die Importpreise für den Monat Juni werden am Mittwoch veröffentlicht, ebenso die Lagerbestände des Großhandels. Geringfügig mehr Anträge auf Arbeitslosigkeit erwarten die Experten am Donnerstag bei den wöchentlich ausgewiesenen Erstanträgen.

Die am Freitag erwarteten Erzeugerpreise für Juni sollen sich Analystenschätzungen zufolge nicht verändert haben. Die Einzelhandelsumsätze dürften dagegen im Juni nach Ansicht von Markbeobachtern um 0,4 Prozent gestiegen sein. Einen leichten Anstieg sagen die Prognosen auch für das Verbrauchervertrauen im Monat Juli voraus. Der von der Universität Michigan errechnete Index wird ebenfalls am Freitag erwartet.

Die asiatische Leitbörse in Tokio notierte am Montag kurz vor Handelsschluss leichter. Der Nikkei gab rund 0,5 Prozent leichter auf auf 10.769 Zähler.