Börsenausblick Dreimal Hoch!
Hamburg - Beispiel Apple : Der Computerbauer hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres dank des Absatzhöhenflugs der digitalen iPod-Musikplayer und solider Notebook-Auslieferungen eine drastische Gewinnsteigerung verbucht. Apple verdiente in dem am 27. März beendeten Quartalsabschnitt 46 Millionen Dollar gegenüber 14 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.
Beispiel Texas Instruments : Der weltgrößte Anbieter von Handy-Chips hat im ersten Quartal 2004 einen drastischen Gewinnanstieg verbucht. Der Überschuss wuchs auf 367 Millionen Dollar. In der Vorjahresvergleichszeit waren es 117 Millionen Dollar. Das Unternehmen setzte in der Berichtszeit 2,9 Milliarden Dollar um, das sind 34 Prozent mehr als im ersten Quartal 2003.
Beispiel Advanced Micro Devices (AMD) : Der Chiphersteller hat im ersten Quartal 2004 ebenfalls sehr gut verdient. Grund dafür war die starke Nachfrage nach ihren Hochleistungs-Chips für Personal Computer und Server sowie eine guten Entwicklung bei den so genannten Flash-Speicherchips für Handys und andere Geräte. AMD wies in der Berichtszeit einen Gewinn von 45 Millionen Dollar aus. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch rote Zahlen geschrieben.
Dow Jones nahezu unverändert
Da die Zahlen nachbörslich veröffentlicht wurden, konnte der Dow Jones nicht davon profitieren. Nach einem volatilem Verlauf haben die US-Aktien am Mittwoch nahezu unverändert geschlossen. Vor allem die erneut aufgekommene Furcht vor einer früher als bisher erwartete Anhebung der Leitzinsen hatte die Stimmung eingetrübt.
Doch positive Nachrichten von Unternehmen wie DuPont federten den Verkaufsdruck etwas ab. Der Dow Jones fiel schließlich auf 10.378 Punkte, nachdem er im Verlauf zwischen 10.323 und 10.415 Punkten geschwankt war. Der Nasdaq Composite verlor 0,3 Prozent auf 2025 Zähler.
Nikkei im Minus
Die japanischen Märkte ließen sich von der Unsicherheit anstecken. Die Börse in Tokio hat am Donnerstagvormittag deutlich nachgegeben. Der Nikkei fiel um 236,20 Punkte oder 1,95 Prozent und notierte zur Handelsmitte beim Stand von 11.861,98 Punkten.
Der Dollar legte zum Yen zu und notierte um 11.00 Uhr Ortszeit mit 108,37-40 Yen, nach 107,21-23 Yen am späten Vortag. Der Euro notierte zum Dollar fester mit 1,1940-42 Dollar, nach 1,1936-38 Dollar am späten Vortag.
Unklarheit herrscht bei Beobachtern über die zu erwartende Tendenz an den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag zu Handelsbeginn. Die Anleger dürften zunächst eine Pause einlegen, um die jüngsten Unternehmensausblicke und die Konjunkturdaten auf sich wirken zu lassen, bevor sich eine Richtung an den Börsenplätzen herauskristallisiere, heißt es.
Für die Frankfurter Börse rechnen Beobachter mit einem gut behaupteten Handelsstart. Die Deutsche Bank sieht den Index vorbörslich bei 4.045 Punkten, Lang & Schwarz bei 4.019 Punkten und die Citibank bei 4.022 Zählern.
Münchener Rück stellt Zahlen vor
Bei den Dax-Werten liegt der Fokus heute auf der Münchener Rück . Bei der Bilanzpressekonferenz des weltgrößten Rückversicherers blicken die Experten vor allem auf die Details des Zahlenwerks. Die wesentlichen Kennziffern hatte der Konzern bereits am 17. März bekannt gegeben. Das Unternehmen bekräftigte zudem die Prognose, im laufenden Jahr einen Gewinn von zwei Milliarden Euro zu erzielen. Im vergangenen Jahr musste die Münchener Rück einen Verlust von 434 Millionen Euro verbuchen, nach einem 2002er-Gewinn von 1,1 Milliarden Euro.
Die Analysten der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) achten am Donnerstag vor allem auf den erstmals veröffentlichten so genannten Embedded Value der Leben- und Krankensparte. Die Kenngröße, eine Methode zur Bewertung des Versicherungsgeschäfts aus Sicht des Aktionärs, entspricht dem Barwert der zukünftigen Gewinne, die der Versicherungsbestand der vorhandenen freien Mittel nach realistischen Annahmen erzielt.
Hauptversammlung von RWE
RWE-Chef Harry Roels steht heute den Aktionären des Konzerns auf der Hauptversammlung in Essen Rede und Antwort. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 hatte Deutschlands zweitgrößtes Energieunternehmen mit 44 Milliarden Euro Umsatz den Betriebsgewinn um mehr als 20 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gesteigert. Aktionärsschützer zeigten sich im Vorfeld des Treffens zwar zufrieden mit dem Geschäftsverlauf, kündigten aber an, die Rolle der kommunalen Aktionäre im Kontrollgremium zu hinterfragen.
Börsenkandidat legt Zahlen vor
Gespannt erwartet wird auch das Zahlenwerk der Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd. Der Konzern legt am Donnerstag im Vorfeld des geplanten Börsenganges die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Die Tui will mindestens ein Drittel ihres Tochterunternehmens Hapag-Lloyd an die Börse bringen, um die eigene Schuldenlast zu verringern. Der Wert der Reederei wird von Experten auf drei bis vier Milliarden Euro geschätzt. Wegen des Booms in der Weltschifffahrt und dem wachsenden Welthandel wird Hapag-Lloyd ein Rekordergebnis vorlegen.
Commerzbank hat Interesse an Fraspa
In der Finanzbranche dürften Gerüchte um einen Einstieg der Commerzbank bei der Frankfurter Sparkasse für Aufsehen sorgen. Der erwartete Verkauf der Fraspa stößt nach einem Bericht des "Handelsblatts" bei der Commerzbank auf "grundsätzliches Interesse". Eine Ballungsraum-Sparkasse in der Größenordnung der Fraspa, der Nummer vier unter den Sparkassen in Deutschland, sei hoch interessant, berichtet die Zeitung aus Kreisen der Frankfurter Großbank.
Zahlenreigen in den USA geht weiter
Weitere Impulse werden die amerikanischen Börsenschwergewichte liefern. Mit dabei: Die Citigroup . Der weltgrößte Finanzkonzern hat dank Konjunkturerholung, der Expansion im Kreditkartengeschäft und wieder steigender Börsenkurse im ersten Quartal Gewinn und Ertrag wohl deutlich steigern können. 14 von dem Finanzdienstleister Multex befragte Analysten erwarten im Schnitt ein Ergebnis je Aktie von 94 Cent, verglichen mit 79 Cent ein Jahr zuvor.
Ähnlich äußern sich die Multex-Befragten auch über IBM . Der weltgrößte Computerkonzern hat im ersten Quartal demnach seinen Gewinn deutlich gesteigert. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,93 Dollar. IBM will heute die Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres vorlegen. Weitere Quartalskandidaten sind unter anderem EMC , PepsiCo , Siebel Systems und Sun Microsystems .