Börsenausblick: Düstere Vorgaben - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Düstere Vorgaben

Für die Wachstums- und Technologiewerte wird das heute ein ganz schwerer Tag. Japan schloss zwar im Plus; doch die Vorgaben aus New York sind äußerst schlecht. Nach Börsenschluss hagelte es Gewinnwarnungen; und ein Ende der Hiobsbotschaften aus den USA ist nicht in Sicht.
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Hamburg - Offenbar sollten jene Pessimisten doch Recht behalten, die am Montag vor Handelsbeginn erklärten, die deutschen Aktienmärkte werden noch einmal alte Tiefstände testen. Am Montag ging es für die Wachstumwerte im Nemax-50 dann auch steil bergab. Der Index schloss mit minus 5,2 Prozent bei 1433 Zählern nur knapp über dem aktuellen 52-Wochen-Tief. Die Blue Chips im Dax haben bis zum Tiefstand zwar noch einige hundert Punkte Platz. Doch auch die Standardwerte verloren rund 1,2 Prozent.

Heute könnten die Wachstumswerte am Neuen Markt erneut stark unter Verkaufsdruck geraten. Denn die Vorgaben aus New York sind schlecht. Die US-Technolgiebörse schloss mit 3,1 Prozent im roten Bereich und markierte bei 1783 Zählern den tiefsten Stand sei 29 Monaten. Zugleich hagelte es nach Börsenschluss drastische Gewinnwarnungen.

Der US-Anbieter von Internet-Marktplätzen für Geschäftskunden, Ariba hat für das zweite Quartal eine Gewinnwarnung heraus gegeben. Wie der an der Nasdaq gelistete Konzern nach Börsenschluss mitteilte, dürften Umsätze von etwa 90 Millionen Dollar einen Verlust von 20 Cent pro Aktie vor Sonderaufwendungen bringen. Die Analystenerwartungen lagen hier bei einem Gewinn von fünf Cent je Anteilsschein, nach einem Verlust von 70 Cent im Vorjahr. Der Schritt gehe mit einem Personalabbau von rund einem Drittel bzw. 700 Stellen einher. Das Unternehmen begründete sein Vorgehen mit der Wirtschaftsabkühlung in den Vereinigten Staaten.

Auch Broadvision hat für das gerade beendete erste Quartal 2001 eine Gewinnwarnung abgegeben. Der US-Anbieter von Software-Lösungen und Online-Finanzdienstleistungen sagte am Montag nach Handelsschluss, für die Periode Januar bis März werde ein Pro-forma-Verlust von 0,14 bis 0,16 Dollar je Aktie erzielt. Das Unternehmen veröffentlichte weiterhin Pläne, die auf einen Abbau von 15 Prozent ihres Mitarbeiterstammes oder 325 Stellen abzielen. Laut Broadvision dürfte der Umsatz im ersten Quartal bei 85 Millionen bis 90 Millionen Dollar liegen. Die auch am Neuen Markt gelistete Broadvision verlor gestern rund 12 Prozent auf 5,30 Euro. Nicht zuletzt gab das Internet-Unternehmen Inktomi eine Gewinnwarnung heraus und wird sage und schreibe rund ein Viertel der Belegschaft entlassen.

USA: Kein Ende der Gewinnwarnungen in Sicht

Damit dürften wir noch allerdings noch lange nicht das Ende der Gewinnwarnungen in den USA erlebt haben. Experten schätzen, dass in den kommenden zwei bis drei Wochen noch bis zu 250 Unternehmen ihre Prognosen für das erste Quartal nicht einhalten können.

Nikkei schloss im Plus

Den Anlegern und Börsianern möchte man vor Handelsbeginn zurufen, schaut doch nach Japan. Doch vermutlich wird dies vor allem den Technologieaktien wenig nutzen, auch wenn der Nikkei mit 1,4 Prozent im Plus schloss und bei einem Zählerstand von 13.124 den Handel beendete. In Japan hätten vor allem die Aussichten auf positive Impulse durch ein neues Maßnahmenpaket der japanischen Regierung zur Belebung der heimischen Wirtschaft die Stimmung auf dem Parkett gehoben, sagten Händler. Die Verabschiedung dieses Maßnahmenpaketes wird für den morgigen Mittwoch erwartet.