Börsenausblick: Dunkle Wolken über Hightech-Aktien - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Dunkle Wolken über Hightech-Aktien

Die deutschen Aktienmärkte müssen am Mittwoch zunächst die schwachen Vorgaben der Nasdaq verdauen. Gerüchte um eine Gewinnwarnung bei Cisco Systems drückten auf die Kurse von Techaktien. Unter Druck könnte erneut die Aktie der HypoVereinsbank geraten. Nach dem Urteil zu Haustürgeschäften droht nun eine Sammelklage aus den USA.
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Hamburg - Die amerikanischen Aktienmärkte haben ihren Abwärtstrend nach Handelsschluss in Deutschland fortgesetzt und dürften am Mittwoch zunächst Druck auf die Kurse in Deutschland ausüben. Der Dow Jones gab 0,4 Prozent auf 10.208 Zähler nach. Der Nasdaq Composite präsentierte sich 2,4 Prozent schwächer auf 1742 Punkte.

Vor allem bei Technologieaktien seien Investoren besorgt, der bevorstehende Berichtszeitraum für das erste Quartal könnte weitere unangenehmen Überraschungen bringen, hieß es. Die meisten Unternehmen würden wahrscheinlich bescheidene Quartalsergebnisse vorlegen, passend zum Anfangsstadium eines sich eher langsam entwickelnden Aufschwungs, sagten Marktbeobachter. Technologiewerte wie die Aktien des Netzwerkers Cisco Systems sowie Microsoft   und Intel   gaben kräftig nach.

Cisco Systems etwa fielen um mehr als acht Prozent. Nach der Ertragswarnung von IBM (plus 0,2 Prozent) am Montag und Nortel Networks (plus 1,68 Prozent) , die am Dienstag eine Umsatzwarnung herausgegeben hatten, befürchteten Marktteilnehmer nun auch eine Warnung des Netzwerkspezialisten. Der gesamte Netzwerkbereich gab um rund drei Prozent nach. Gleichwohl erwarten die Experten von Soundview Financial, dass das Management von Nortel die Umsatz- und Ertragsprognosen für das Quartal einhalten könne.

Immerhin konnte nach Handelsschluss das Biotechnologie-Unternehmen Genentech nach Handelsschluss über steigende Umsätze und ein verbessertes Quartalsergebnis berichten. Mit Spannung werden heute nach Handelsschluss die Zahlen für das erste Quartal des Internetkonzerns Yahoo erwartet. Am Donnerstag dann folgen Juniper Networks und General Electric.

DaimlerChrysler-Chef im Kreuzfeuer

Aus deutscher Sicht steht zunächst die Hauptversammlung von DaimlerChrysler   im Mittelpunkt. Konzern-Chef Jürgen Schrempp muss heute in Berlin seinen Aktionären Rechenschaft über die Resultate des Autokonzerns ablegen. Wegen der Verluste von DaimlerChrysler und der Kürzung der Dividende werden in Berlin heftige Proteste von Aktionärsschützern und Kleinaktionären und eine entsprechend turbulente Hauptversammlung erwartet. Die Kritiker wollen Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern.

DaimlerChrysler hatte vor allem wegen der Verluste bei Chrysler 2001 im operativen Geschäft einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die Dividende soll von 2,35 Euro auf 1,0 Euro gesenkt werden. Auf der Hauptversammlung werden mehr als 10.000 Aktionäre erwartet. Ob Schrempp die aufgebrachten Anleger mit einer optimistischen Prognose für das laufende Jahr besänftigen kann, ist allerdings zweifelhaft. Nach Presseberichten wolle der Konzernchef keinen Ausblick abgeben.

HypoVereinsbank droht Sammelklage

Nachdem der Bundesgerichtshof am Montag entschieden hatte, dass an der Haustür abgeschlossene Immobiliengeschäfte auch nach Jahren noch widerrufen werden können, droht der HypoVereinsbank   möglicherweise nun eine Sammelklage nach US-Recht. Die Aktie war nach dem Urteil am Montag kräftig unter Druck geraten.

Wie das am Donnerstag erscheinende Anlegermagazin "Die Telebörse" vorab berichtet, bereitet der Göttinger Rechtsanwalt Reiner Füllmich gemeinsam mit zwei US-Partnerkanzleien die Klage nach Art der "Class Action" vor. Gegenstand der Klage seien an der Haustür oder am Arbeitsplatz verkaufte Immobilien. Unter den rund 300.000 in Deutschland Geschädigten gebe es auch zahlreiche Amerikaner, schreibt das Magazin.

Am Neuen Markt berichtet der Chipbroker ce Consumer   zur Bilanzpressekonferenz.

Tokio: Nikkei notiert fest

Die asiatische Leitbörse machte am Mittwoch wieder einen Teil ihrer Verluste des Vortages wett. Der Nikkei notierte kurz vor Handelsschluss mit 0,7 Prozent auf 11.187 Zählern im Plus.