Börsenausblick: Durststrecke noch nicht vorbei - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Durststrecke noch nicht vorbei

Die unsichere politische Situation lastet weiter auf den Märkten. Am Neuen Markt wird das verschärfte Regelwerk eingeführt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die Durststrecke an den Aktienmärkten ist noch nicht vorbei. Zwar hat die wachsende Zuversicht der Anleger, dass die USA mit Vernunft auf die Terror-Serie vom 11. September reagieren werden, in der vergangenen Woche zusammen mit fallenden Ölpreisen für eine Erholung der Aktienkurse gesorgt. Nach Ansicht der Experten von UBS Warburg haben die Märkte aber immer noch eine "Mauer der Besorgnis" zu überwinden.

Von einer nachhaltigen Wende könne noch keine Rede sein, ist von Analysten und Händlern gleichermaßen zu hören. "Politische Börsen sind immer schwer zu greifen", sagte ein Händler.

Neues Regelwerk am Neuen Markt

Das viel diskutierte Regelwerk für den Neuen Markt soll von Montag an greifen. Den sogenannten Pennystocks droht damit das Aus an der Wachstumsbörse. Die Nasdaq lockerte dagegen ihre Delisting-Regeln. Aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage werde ein Zwangs-Ausschluss derzeit nicht angewendet.

Am Montag könnte die Aktie von Intershop   unter Druck geraten. Die Softwarefirma hat ihre Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2001 von zuvor rund 120 Millionen Euro auf rund 80 Millionen Euro zurückgenommen. Dies gehe auf eine anhaltende makroökonomische Schwäche und zurückhaltende Unternehmensausgaben im IT-Bereich zurück, teilte das Unternehmen mit. Um in 4. Quartal 2001 schwarze Zahlen beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichen zu können, will Intershop unter anderem an den Mitarbeitern sparen und ein Viertel der rund 1000 Stellen streichen.

Konjunkturdaten aus den USA

In den USA stehen mit dem Einkaufsmanager-Index am Montag und den Arbeitsmarktdaten am Freitag wichtige Konjunkturdaten an. Von ihnen versprechen sich Volkswirte Aufschluss über den Stand der wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung in den Vereinigten Staaten. Der geplante massive Stellenabbau in der US-Wirtschaft - vor allem bei Fluggesellschaften und Flugzeugbauern - dürfte den Arbeitsmarkt noch in den kommenden Monaten belasten. Am Dienstag trifft sich außerdem der Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Erste Aussagen, inwieweit die Anschläge zu einem Stimmungseinbruch in der europäischen Wirtschaft geführt haben, versprechen sich die Experten der DGZ DekaBank vom Einkaufsmanagerindex für die Eurozone und Großbritannien. Er soll am Montag veröffentlicht werden. Seine Erhebung fiel vollständig in den Zeitraum nach den Attentaten auf das World Trade Center und das Pentagon vom 11. September.

Außer der Erstnotiz der Namensaktien der Deutschen Bank an der New Yorker Börse am Mittwoch stehen für die kommende Woche noch keine weiteren Termine von Dax-Schwergewichten im Kalender.

Tokio schließt im Plus

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat sich am Montag nach anfänglichen Verlusten wegen des drastisch verschlechterten Wirtschaftsklimas wieder gefangen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte kletterte bis zum Handelsschluss um 197,60 Punkte, oder zwei Prozent auf 9972 Punkte. In den ersten 15 Handelsminuten hatte der Nikkei noch einen Verlust von 151,04 Punkten verbucht.

Der Dow Jones kletterte am Freitag um 1,9 Prozent auf 8848 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 verbesserte sich um 2,19 Prozent auf 1041 Zähler. Die Nasdaq kletterte auf 1499 Punkte, ein Plus von 2,6 Prozent.