Börsenausblick: Eisiges Frösteln statt Weihnachtsrallye - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Eisiges Frösteln statt Weihnachtsrallye

Bei schlechten Vorgaben aus den USA tanzen zu allem Überfluss heute noch die Hexen auf dem Parkett: Der große Verfallstermin wird so manchen Börsianer den Schweiß auf die Stirn treiben. Techwerte könnten angesichts einer sehr schwachen Nasdaq weiter unter Druck geraten.
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Frankfurt am Main – Die Vorgaben für den letzten Handelstag vor Weihnachten sind schlecht. Die Gewinnwarnungen der US-Technologieunternehmen Juniper Networks und Jabil Circuit haben nach Händlerangaben an den New Yorker Aktienmärkten Hoffnungen auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur zunächst getrübt und vor allem die Technologiewerte deutlich gedrückt.

Netzwerkpapiere und Chipaktien gaben im Durchschnitt bis zu fünf Prozent nach. Der Dow Jones verlor 0,8 Prozent schwächer auf 9985 Punkten. Der Nasdaq notierte mit 3,2 Prozent deutlich stärker im Minus auf 1918 Zählern.

Die Prognosen hätten die Marktteilnehmer daran erinnert, dass die Bilanzen auch im vierten Quartal schwach bleiben dürften, sagten Händler. Die Investoren fürchteten außerdem, dass sich die Krise in Argentinien auf andere Länder in der Umgebung ausweiten könne, sagten Händler.

Für zusätzlichen Druck an den deutschen Aktienmärkten wird heute der so genannnte Hexensabbat sorgen. Millionen Aktien- und Indexoptionen sowie Futurekontrakte an der Terminbörse Eurex verfallen. Große Investoren werden auf den letzten Moment versuchen, die Kurse in die gewünschte Richtung zu drehen. Wer auf steigende gesetzt hat, wird versuchen sie durch Käufe anzuschieben. Wer auf fallende Kurse gesetzt hat, wird versuchen die Kurse zu drücken.

Unternehmensmeldungen sind am Freitag rar geshäht. Die Deutsche Lufthansa   gerät in der aktuellen Luftfahrtkrise weiter unter Druck. Vor allem der Umsatzeinbruch ihrer Cateringtochter LSG Sky Chefs schlage voll auf das Konzernergebnis durch, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck & Co.   wird im laufenden Jahr den Ertrag in der Spezialchemie in etwa halten können. Das Ergebnis werde auf Vorjahresniveau bleiben oder leicht darunter, sagte Vorstandsmitglied Thomas Schreckenbach der "Financial Times Deutschland".

Der Vorstand der am Neuen Markt notierten m+s Elektronik   schließt einen Insolvenzantrag nicht mehr aus, nachdem die Lieferanten die Belieferung weitgehend eingestellt haben. Zuvor hatten die Kreditversicherer mitgeteilt, nicht wieder in den Versicherungsschutz für die Lieferanten einzutreten. Dies könnte die Aktie heute erheblich unter Druck setzen.

Nikkei schließt schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag schwächer geschlossen. Der Nikkei gab um 99,07 Punkte oder rund 0,9 Prozent auf 10 335 Zähler nach. Der breit angelegte Topix ging mit einem Minus von 4,95 Punkten oder rund 0,5 Prozent beim Stand von 1007,52 Punkten ins Wochenende.

Der US-Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit fester mit 129,32-35 Yen nach 128,67-70 Yen am Vortag. Der Euro notierte fester mit 0,8998-0,9001 Dollar nach 0,8990-93 Dollar am Donnerstag.