Börsenausblick Ende der technischen Erholung?
Frankfurt am Main - Ob die technische Erholung an den Börsen in der dritten Woche in Folge weitergeht, ist nach den Angriffen von Sonntagabend unwahrscheinlich. Die Mehrzahl der Händler rechnet für den heutigen Tag mit Verlusten. Der Dow Jones hatte in der Vorwoche 3,2 Prozent zugelegt, während der Dax um 4,2 und der Nemax 5,4 Prozent geklettert waren.
Auch die Börsen in Ostasien haben mit Kursabschlägen auf den militärischen Gegenschlag der USA in Afghanistan reagiert. In Singapur verlor der Straits-Times-Index bis Montag Morgen 2,4 Prozent, in Hongkong der Hang-Seng-Index 2,8 Prozent. Händler begründen die moderaten Einbußen damit, dass die US-Futures bislang nur leicht nachgegeben haben. Die Börse in Tokio hat heute wegen des "Tag des Sports" geschlossen.
Gold könnte in Reaktion auf die US-Angriffe gegen Afghanistan in den nächsten Tagen in Richtung 300 Dollar je Feinunze klettern, schätzen Analysten von australischen Banken. Das Edelmetall war am Montag im fernöstlichen Handel bereits bis auf 293,50 Dollar vorgerückt. Im ostasiatischen Handel ist auch der Preis für Rohöl um 0,21 auf 22,60 Dollar je Barrel gestiegen. "Es wird in den nächsten Tagen zittrig bleiben, bis wir eine definitive Reaktion auf die Luftschläge der USA haben", sagte ein Händler in Singapur.
Hoffen auf Impulse durch Unternehmen
An den europäischen Börsen rechnen Händler mit einem regulärem Handel. An die eine oder andere Bombendrohung habe man sich schon seit dem 11. September gewöhnen müssen, sagte ein Frankfurter Händler. Gute Daten von Unternehmen könnten dem Markt wenigstens aus der Verunsicherung helfen, sagte er weiter.
Unter den Unternehmensnachrichten werden in dieser Woche vor allem die Quartalszahlen von General Electric , Motorola, General Motors und Yahoo! erwartet. Trotz einiger Lichtblicke in der vergangenen Woche rechnen Experten mit weiteren Gewinnwarnungen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die EZB während ihrer Ratssitzung am Donnerstag die Zinsen senkt.
Neuer Markt: Impulse durch Biotechnica
Vor allem kleinere Biotech-Unternehmen werden sich vom 9. bis 11. Oktober in Hannover auf der "Biotechnica" mit Investoren treffen. Etablierte Forscher wie MediGene und Lion bleiben der Messe jedoch fern, weil große Investmentgesellschaften abgesagt haben.
Daten zum Verbrauchervertrauen am Freitag
Als wichtigstes Zahlenwerk wird am kommenden Freitag, 12. Oktober, die Statistik zum Verbrauchervertrauen in den USA veröffentlicht. Aber auch die Erzeugerpreise und die Einzelhandelsumsätze werden zum Wochenschluss Auskunft über die Stimmung im weltweit wichtigsten Wirtschaftsraum nach den Anschlägen von 11. September geben. Während am heutigen Montag Großbritannien seine September-Erzeugerpreise vorstellen wird, informiert Deutschland am Dienstag über die September-Arbeitslosenquote. Am Freitag folgt der vorläufige Verbraucherpreisindex für September.
An der Wall Street wird heute trotz des Feiertages "Columbus Day" an den Aktienbörsen gehandelt, während der Anleihemarkt geschlossen bleibt. Die Futures auf S & P und Nasdaq-Index standen am Morgen jeweils knapp ein Prozent im Minus.
Euro fester, Öl- und Goldpreis ziehen an
Minimal fester tendierte der Euro am Montagmorgen in Asien gegenüber dem Dollar. Gegen 7.30 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,9181 Dollar nach 0,9174 Dollar im späten US-Handel am Freitag. Devisenhändler berichten zudem von Umschichtungen aus dem Dollar in Schweizer Franken als "sicheren Hafen".