Börsenausblick Erster Anlass zur Hoffnung
Frankfurt am Main - Die Börsianer in Deutschland verfolgen mit gespannter Aufmerksamkeit die Flut der Quartalszahlen in den USA. Die ersten, die sie am Dienstag nach Börsenschluss von New York aus erreichten, geben Anlass zur Zuversicht.
Es waren vor allem Intel und IBM, die nach schwachen Konjunkturdaten im späten Handel die New Yorker Börsen wieder nach oben gezogen haben. So schloss der Dow Jones mit 0,4 Prozent im Plus auf 9384 Zähler. Der Nasdaq Composite präsentierte sich 1,5 Prozent fester auf 1722 Punkte. Und die Quartalszahlen der beiden Hightech-Riesen nach Börsenschluss enttäuschten nicht. Das stimmt zuversichtlich für den Handelsauftakt in Deutschland - auch wenn die Technologiewerte im Dax und der Neue Markt am Dienstag bereits kräftig zugelegt haben.
IBM überraschte mit einem Ergebnis über den Markterwartungen. Außerdem fiel der Ausblick auf das vierte Quartal ermutigend aus. Das Management bestätigte die Prognosen für das vierte Quartal: "Nach unserem derzeitigen Wissen erscheinen die gegenwärtigen Konsensschätzungen für das vierte Quartal als vernünftig", sagte John Joyce, Chief Financial Officer von IBM, gegenüber Analysten.
Intel , der weltgrößte Chiphersteller, meldete einen Gewinn von 19 Cents pro Aktie vor außerordentlichen Kosten. Das Ergebnis lag im Rahmen der Markterwartungen. Unter Einbeziehung der Einmalkosten verdiente Intel zwei Cents pro Aktie - 96 Prozent weniger als im dritten Quartal des Vorjahrs. Der Wermutstropfen: Intel gab keinen Ausblick auf das vierte Quartal, kündigte aber für den 6. Dezember eine Analystenkonferenz an.
Der Reigen der US-Quartalsberichte geht heute weiter: Vor Handelsbeginn melden unter anderem AOL Time Warner , Ford und der Finanzkonzern J.P Morgan Chase .
Im Laufe des Tages werden Citigroup , Philip Morris und der Pharmakonzern Pfizer ihre Geschäftsberichte vorlegen. Nach Handelsschluss in den USA treten wieder Technologiekonzerne in den Vordergrund. So berichten der Intel-Rivale Advanced Micro Devices , die Computerkonzerne Apple und Texas Instruments .
Audi-Konzern-Chef Paefgen wird heute auch auf die möglichen Folgen der Terroranschläge in den USA auf die Automobilkonjunktur eingehen. Nach bisherigen Plänen strebt die VW-Tochter im laufenden Jahr trotz der Branchenflaute neue Bestwerte bei Umsatz und Gewinn an. Der Absatz soll im Gesamtjahr von zuletzt 653.000 auf erstmals mehr als 700.000 verkaufte Autos steigen. Im ersten Halbjahr waren die Erlöse um 14,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro gestiegen. Das Vorsteuer-Ergebnis wuchs um 19,3 Prozent auf 463 Millionen Euro.
Kurz vor Handelsschluss präsentierte sich die asiatische Leitbörse in Tokio fester. Der Nikkei stand mit 0,5 Prozent auf 10.686 Zähler im Plus.