Börsenausblick: Euphorischer Auftakt erwartet - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Euphorischer Auftakt erwartet

Händler rechnen mit einem festen Start: Nach der Zinssenkung der Fed dürften Dax und Nemax die späten Gewinne an der Wall Street nachholen. Anleger warten auf die Zahlen von BMW.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die US-Notenbank hat die hohen Erwartungen der Börsianer erfüllt. Mit ihrer zehnten Leitzinssenkung in diesem Jahr um 50 Basispunkte hat sie die Zinsen auf zwei Prozent und damit auf das niedrigste Niveau in den USA seit vierzig Jahren gedrückt. Außerdem betonten die Notenbanker die Gefahr eines weiteren Abschwungs und deuteten damit eine Fortsetzung der Zinssenkungspolitik an.

Der Dow Jones, der bis zur Zinsentscheidung im Minus notiert hatte, kletterte daraufhin um 150 Punkte in die Gewinnzone. Der Technologieindex Nasdaq Composite legte 2,3 Prozent auf 1835 Punkte zu und notiert auf dem höchsten Stand seit Ende August. Dax (minus ein Prozent) und Nemax 50 (minus 1,9 Prozent) hatten vor der Zinsentscheidung jeweils schwächer geschlossen: Händler rechnen fest damit, dass beide Indizes am heutigen Mittwoch zunächst zulegen werden.

Technologie uneinheitlich

Die Technologiewerte müssen jedoch mit gemischten Vorgaben fertig werden. Die Nasdaq hat zwar sehr positiv auf die Zinssenkung reagiert, doch meldete der Mobilfunk-Anbieter Qualcomm nach US-Börsenschluss ein Ergebnis unter den Markterwartungen. Das Management korrigierte außerdem die Schätzungen für das laufende Quartal nach unten. Epcos  , SAP   und Siemens   hatten gestern noch mit Gewinnen geschlossen.

BMW vor Quartalszahlen unter Druck

Die Aktie von BMW   hat gestern im späten Handel deutlich nachgegeben. Automobilexperten erwarten beim Münchener Autobauer wegen der schwachen Autokonjunktur im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Rückgang des Gewinns. Die Schätzungen der Analysten bewegen sich dabei in einem Zielkorridor zwischen rund 460 und 620 Millionen Euro.

Börsianer sind gespannt, ob die Rallye beim Sportartikelhersteller Adidas   heute weitergeht oder Gewinnmitnahmen für einen Abschwung sorgen. Adidas verteuerte sich gestern nach guten Zahlen um mehr als sechs Prozent. Der Sportartikelhersteller meldete eine Gewinnsteigerung von neun Prozent.

Bewegung im Nemax 50

Nicht nur die Meldung, dass Viva TV das Medienunternehmen Brainpool übernehmen wird, dürfte für Bewegung am Neuen Markt. Im Ergebnis der Sitzung des Arbeitskreises Indizes der Deutsche Börse AG an diesem Mittwoch ist nicht mit Änderungen im Dax, wohl aber im Mdax und Nemax 50 zu rechnen.

Akut abstiegsgefährdet aus dem Nemax 50 sind wegen zu geringem Börsenumsatz und zu geringer Marktkapitalisierung die Unternehmen PrimaCom  , Trintech  , Ixos   und Constantin Film   . Als Aufstiegskandidaten in den Auswahlindex des Neuen Marktes gelten Funkwerk, Rhein Biotech, Plambeck und Eurofins Scientific.

Für den MDAX steht bereits seit dem 7. August fest, dass die Bankgesellschaft Berlin und die Industrieholding Agiv den Index verlassen werden. Als Nachrücker im Gespräch sind vor allem Gildemeister, DIS Deutsche Industrie-Service und Loewe.

Tokio schwächer trotz fester US-Börsen

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch trotz der Gewinne in Dow und Nasdaq deutliche Verluste verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 348 Punkte (3,3 Prozent) ein und ging mit 10 284,98 Punkten aus dem Markt. Grund sind schlechte Unternehmenszahlen: Vor allem Technologie- und Finanzwerte gehörten zu den Verlierern.

An der Wall Street erlebte die Aktie von Hewlett Packard   eine Rallye, nachdem wichtige Aktionäre Widerstand gegen die geplante Fusion mit Compaq angekündigt hatten. Mitglieder der Hewlett-Familie und der William R. Hewlett-Trust wollen gegen den im September angekündigten Kauf stimmen. Auch die Microsoft Aktie stand vorübergehend unter Druck, da sechs US-Bundesstaaten auf eigene Faust gegen den Softwarekonzern vorgehen wollen. Die Aktie erholte sich aber im Handelsverlauf und erzielte ein Plus von 2,4 Prozent.