Börsenausblick Fed stellt Zeichen auf Grün
Frankfurt am Main - Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Dienstag die Rezession für beendet erklärt. Die Fed hat wie erwartet die Leitzinsen unverändert gelassen, aber zugleich die Finanzmärkte auf Zinserhöhungen im Jahresverlauf vorbereitet. Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld beträgt weiter 1,75 Prozent. Der US-Leitzins könnte aber nach Ansicht von Experten bis Jahresende auf 2,5 Prozent steigen.
In ihrer Erklärung stellte die Fed fest, dass die Inflationsrisiken und die Gefahren einer weiteren Konjunkturabschwächung inzwischen ausgewogen seien. Damit warnte die Fed erstmals seit 15 Monaten nicht mehr vor einer weiteren wirtschaftlichen Abkühlung. Sie betonte vielmehr, dass die Wirtschaft mit einem bedeutenden Tempo wachse.
Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt mit einer positiven Konjunkturprognose den Märkten Rückhalt. Der IWF sagt der deutschen Wirtschaft für das kommende Jahr dank einer anziehenden Weltkonjunktur ein Wachstum von 2,5 Prozent voraus. In den USA sehen die Experten das Wachstum sogar bei 3,8 Prozent.
Börsianer haben sich auf diese erfreulichen Daten bereits eingestellt. Der Dax verbuchte gestern bis Handelsschluss ein Plus von 0,7 Prozent auf 5462 Punkte. Am Neuen Markt stieg der Nemax 50 um 1,4 Prozent auf 1046 Zähler. In den USA entwickelten sich die Börsen vor der Entscheidung der US-Notenbank freundlich und gaben im späten Handel auf Grund von Gewinnmitnahmen leicht ab. Der Dow Jones ging mit einem Plus von 0,5 Prozent aus dem Handel, während die Nasdaq ihr Plus deutlicher auf 0,2 Prozent verringerte.
Deutsche Telekom: Schadensbegrenzung?
Auf Grund des freundlichen Marktumfeldes könnte auch die Aktie der Deutsche Telekom mit einem blauen Auge davon kommen. Die angekündigte Kürzung der Dividende um 40 Prozent und der verschobene Börsengang der Tochter T-Mobile drückten die Aktie gestern zeitweise um 3,1 Prozent ins Minus, die Aktie reduzierte zuletzt jedoch ihre Verluste auf 1,7 Prozent und 16,75 Euro. "Für die Privatanleger ist die Dividendenkürzung eine herbe Enttäuschung", sagte ein Händler. Mancher Analyst sprach dagegen von einer "wirtschaftlich sinnvollen Entscheidung".
Autotitel sind auf Erholungskurs. Die Titel von BMW zogen am Montag um 1,3 Prozent auf 46,60 Euro an. Die Bilanzzahlen hatten wie erwartet auf Rekordniveau gelegen. Auch die Rivalen DaimlerChrysler und Volkswagen schlossen freundlich.
Medion überzeugt, MobilCom macht es spannend
Der Nemax 50 hält sich wacker über der Marke von 1040 Punkten. "Der Neue Markt könnte hier einen Boden gefunden haben", sagte ein Wertpapierhändler in Frankfurt. Die Umsätze waren vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank jedoch niedrig.
Der Elektronikhändler Medion dürfte für freundliche Stimmung im Index sorgen: Das Nemax-50-Schwergewicht hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert. Das teilte das Unternehmen am Mittwochmorgen in Mühlheim mit. Der Konzernüberschuss stieg um 59 Prozent auf 70,1 Millionen Euro. Den Aktionären soll auf der Hauptversammlung eine Dividende von 0,50 Euro vorgeschlagen werden.
Auch die Aktie des Internetanbieters T-Online ist auf Erholungskurs. Nach 6,7 Prozent am Vortag stieg der Wert des Anteilsscheins um weitere 4,3 Prozent auf 13,20 Euro. "Damit hat die Aktie die Verluste durch das geringere Gewicht im Auswahlindex mehr als wettgemacht", sagte der Händler.
Heute will sich der Aufsichtsrat des Mobilfunkunternehmens MobilCom treffen - unter strenger Geheimhaltung. Die Papiere kletterten am Dienstag mit einem Plus von 8,1 Prozent an die Spitze des Nemax 50. "Vielleicht spekulieren die Anleger auf einen positiven Ausgang des Streits mit France Télécom", sagte ein Händler. Die Töne zwischen den Gesellschaftern seien in derzeit versöhnlicher, hieß es.
Gewinnmitnahmen in Tokio - Euro etwas fester
Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch in Folge von Gewinnmitnahmen schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte büßte kräftig um 266,04 Punkte oder 2,25 Prozent ein und ging mit 11.526,78 Punkten aus dem Handel. Am morgigen Donnerstag bleiben die japanischen Finanzmärkte wegen eines Feiertages geschlossen. Der Euro notierte am Mittwoch Morgen leichter mit 0,8808 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag bei 0,8829 Dollar festgesetzt.