Börsenausblick: Feiern statt handeln - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Feiern statt handeln

Zum Wochenauftakt wird in Frankfurt mit einem umsatzschwachen Handel gerechnet. Spärliche Unternehmensnachrichten, ein Feiertag in Japan und närrisches Treiben in Deutschland lassen einen ruhigen Handel erwarten.
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Frankfurt am Main – Dank deutlich anziehender Kurse an den US-Börsen im späten Freitaghandel könnten Dax und Nemax zum Auftakt etwas freundlicher notieren. Marktbeobachter rechnen jedoch noch nicht mit einer Erholung nach den jüngsten Verlusten. Derzeit sei die Unruhe auf Grund zweifelhafter Bilanzierungspraktiken noch zu groß. Zudem stünden positive Unternehmensnachrichten noch aus.

In Frankfurt selber sollten außerdem viele Börsianer die derzeit angeschlagene Stimmung zum Feiern nutzen. Der Umsatz könnte während der Karnevalssaison also entsprechend schwach werden.

In New York stieg der Dow Jones am Freitag um 1,2 Prozent auf 9744 Punkte. Die Nasdaq hat den Handel nach fünf Handelstagen mit Verlusten den Handel wieder mit Kursgewinnen beendet. Der alle Werte umfassende Nasdsaq Composite schloss rund 2,1 Prozent fester bei 1818 Zählern. Händlern zufolge waren Investoren dennoch sehr vorsichtig im Hinblick auf bevorstehende Unternehmenszahlen.

Der Handel an der Aktienbörse in Tokio hat am Montag wegen eines Feiertages geruht. Am Freitag hatte der Nikkei-Index für 225 führende Werte 1,1 Prozent zugelegt und bei 9686 Punkten geschlossen. Der breit angelegte Topix hatte sich um 0,9 Prozent verbessert und war beim Stand von 949 Punkten in ein verlängertes Wochenende gegangen.

Charttechnisch angeschlagen

Nach den jüngsten Kursrückgängen sind die deutschen Börsen charttechnisch angeschlagen. DZ-Bank-Analyst Heinz Weyershäuser ist für die deutschen Aktienindizes "nicht besonders zuversichtlich". Sowohl der Dax als auch der Nemax 50 hätten in den vergangenen Tagen wichtige Unterstützungslinien unterschritten. Weitere Rückschläge in Richtung 4500 Punkte im Dax beziehungsweise 930 Punkte im Nemax 50 seien zu befürchten. Nach dem schnellen Kursanstieg im Herbst habe der Aktienmarkt nun Konsolidierungsbedarf.

Aus Sicht des Analysten sind vom heimischen Konjunktur-Terminkalender in der nächsten Woche kaum Kursimpulse zu erwarten. Lediglich am Dienstag werden die Dezember-Kennzahlen zur deutschen Leistungsbilanz und zur Handelsbilanz veröffentlicht. Deutlich mehr Einfluss könnten die Konjunkturdaten aus den USA haben. Am Mittwoch dürften die Einzelhandelsumsätze "positiv überraschen", erwarten die Volkswirte der DGZ DekaBank. Am Freitag stehen mit der Industrieproduktion, der Kapazitätsauslastung und den Erzeugerpreisen jeweils für Januar gleich drei wesentliche Indikatoren für die US-Wirtschaft ins Haus. Am selben Tag kommen die vorläufigen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan hinzu.

In Europa ist unterdessen die Berichtsaison in vollem Gange. Am Dienstag veröffentlicht der französische Autobauer Renault   sein Jahresergebnis 2001. Einen Tag später folgen sein Mitbewerber Peugeot   sowie der französische Pharmakonzern Aventis  .

In den USA gibt am Mittwoch der Computerkonzern Hewlett-Packard   Quartalsergebnisse bekannt. Am Donnerstag folgt die niederländische Bank ABN Amro   mit ihrem Jahresergebnis. 2001-Bilanzen präsentieren am Donnerstag der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline  , der Konsumgüterkonzern Unilever  , die Schweizer Bank UBS  , der Sportartikelhersteller Puma   sowie das Pharmaunternehmen Merck  . Zudem wartet Heidelberger Druck   mit den jüngsten Quartalsergebnissen auf.

Am Neuen Markt legen am Dienstag Intershop   und am Donnerstag Mobilcom   Jahresergebnisse vor. Die Woche beendet der Netzwerkspezialist Pandatel   mit Zahlen für 2001.