Börsenausblick Freundlich in den Tag
Frankfurt am Main Dax und Nemax sollten zur Handelseröffnung heute von der späten Kurserholung der US-Börsen vom Vortag profitieren. Der Dow Jones kletterte zwei Stunden vor dem Schlussgong aus dem Minusbereich und legte um 0,5 Prozent zu. Der Nasdaq gewann rund 0,8 Prozent. In Deutschland verlor der Dax am Montag um 1,2 Prozent auf 3783 Punkte.
Nur wenige Unternehmensnachrichten stehen am heutigen Dienstag an, Marktbeobachter erwarten einen ruhigen Handelstag. Richtungsweisend sollten die US-Wirtschaftsdaten sein, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Kurz vor Wall-Street-Eröffnung werden die Auftragseingänge für langlebige Güter für den Monat Juli bekannt gegeben. Gegen 16 Uhr gibt der Index des Verbrauchervertrauens für den Monat August Aufschluss über die konjunkturelle Entwicklung.
Im Fokus der Anleger steht heute die Lufthansa . Die Airline reagiert mit einem neuen Tarifsystem für Flüge in Europa auf die wachsende Konkurrenz von Billigfliegern und auf Preisoffensiven traditioneller Wettbewerber. Details der Umstellung zum Winterflugplan will die Lufthansa heute in Frankfurt bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz nennen.
Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller DaimlerChrysler rechnet kurz vor Beginn der Automesse IAA Nutzfahrzeuge in Hannover mit keiner nachhaltigen Belebung des Marktes. "Auch für 2003 sehe ich keine signifikante Aufwärtsbewegung, aber auch keine großen Rückschritte gegenüber 2002", sagte Eckhard Cordes, für Nutzfahrzeuge verantwortliches Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler, in einem dpa-Gespräch.
Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) rechnet für 2002 mit einem Absatzrückgang in Deutschland von acht Prozent auf 273.000 Fahrzeuge und in Westeuropa von minus sechs Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge. Cordes erwartet in den USA bei schweren Lkw einen Absatz ähnlich wie im Vorjahr von etwa 170.000 Fahrzeugen. Man müsse aber bedenken, dass noch 1999 rund 310.000 Lkw abgesetzt worden seien. Auch 2003 dürfte der negative Trend anhalten, der sich schon jetzt für das vierte Quartal 2002 abzeichne.
Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG wird ihr geplantes Ergebnis von 150 Millionen Euro für 2002 nicht erreichen. Wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht zum ersten Halbjahr hieß, liegen die Gründe in der schwachen Konjunkturentwicklung sowie in der schlechten Situation der Kapitalmärkte. Eine neue Prognose wollte WCM "angesichts der extrem volatilen Marktentwicklung" nicht abgeben. Die Liquiditätssituation bezeichnete das Unternehmen als stabil.
Finanztitel stützen US-Aktienmarkt
Nach einem schwachen Verlauf haben sich die amerikanischen Aktienkurse am Montag gegen Sitzungsende bei geringen Umsätzen erholt. Nur knapp über eine Milliarden Aktien wechselten an der New York Stock Exchange den Besitzer.
Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte stieg um 46,05 Punkte oder 0,5 Prozent auf 8919 Zähler, und der Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 1391 Zähler. Händler begründeten die freundliche Stimmung mit Hinweisen auf eine wirtschaftliche Erholung. Dies hätte Finanztitel beflügelt, darunter Bank of America und J.P. Morgan Chase .
Am Vormittag hatte die US-Regierung besser als erwartete Eigenheimverkäufe im Juli mitgeteilt. Der Hausbau-Sektor sei dank fallender Hypothekenzinsen stark genug, um ein Abgleiten der Konjunktur in eine zweite Rezession zu verhindern, sagten Volkswirte.
Der Technologiemarkt erhielt Unterstützung vom Telekomausrüster Ciena und dem Glasfaserteile-Produzenten Soundview Technology. Mineralöltitel legten ebenfalls zu, nachdem US-Vizepräsident Richard Cheney weitere Andeutungen auf einen Angriff auf Irak machte.
Ein möglicher Streik bei Boeing drückte die Aktien des führenden Flugzeugherstellers. Am Freitag hatten die Gewerkschaften einen Vorschlag des Arbeitgebers zu höheren Löhnen und Sozialleistungen abgelehnt. Boeing-Aktien fielen um 0,65 Prozent auf 36,89 Dollar.