Börsenausblick Freundliche Eröffnung erwartet
Frankfurt am Main Der finnische Konzern Sonera hat heimlich und vor Ablauf der Haltefrist knapp 22 Millionen T-Aktie abgestoßen. Dies sei im Juli und August "marktschonend" und mit Billigung der Deutschen Telekom geschehen, teilte die Telekom ad hoc mit. Durch die Veräußerung hat sich nach diesen Angaben die Anzahl von T-Aktien, die Sonera bis zum 1. Dezember 2001 veräußern darf, auf rund zwölf Millionen Stück reduziert.
Sonera hat schon, und Hutchison will nicht mehr: Die T-Aktie hatte am Freitag 8,5 Prozent zugelegt, nachdem Hutchison Whampoa mitgeteilt hatte, derzeit keine weiteren T-Aktien verkaufen zu wollen. Durch die Sonderbehandlung von Sonera ist die Zahl der T-Aktien, die im Laufe der nächsten Wochen von Großkonzernen auf den Markt geworfen werden können, gesunken. Dennoch stieß das Verfahren am Montag auf Kritik.
Halbjahreszahlen erwartet
Morgen legt die Deutsche Telekom ihre bereits bekannt gegebenen Halbjahreszahlen offiziell vor und gibt einen Ausblick auf das Geschäftsjahr. Aktionäre erwarten während der Halbjahrespressekonferenz auch einen Ausblick von Ron Sommer, wie das Unternehmen nach dem Kurssturz mit dem erwarteten Rückfluss von 80 bis 100 Millionen weiteren T-Aktien aus der VoiceStream-Übernahme umgehen will.
Warten auf die EZB
Zinsphantasien könnten zum Wochenauftakt die Finanzwerte stützen. Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen um 0,25 Prozent senkt und damit auf die siebte Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr reagiert.
Der Streik in der südafrikanischen Automobilindustrie ist beendet. Der Streik hatte die dortigen Produktionsanlagen von BMW, DaimlerChrysler, Ford, Toyota und Nissan lahmgelegt. Der einzige Hersteller, der seine Produktion aufrecht erhalten konnte, war die Volkswagen AG.
Neuer Markt bleibt volatil
Am Neuen Markt warnen Händler davor, die Erholung am Freitag als Trendwende zu interpretieren. Zu unsicher sei die Konjunkturlage. Laut einem Bericht des Handelsblattes haben außerdem die Kabelnetzbetreiber UPC und PrimaCom ihre geplante Fusion um sechs bis acht Wochen verschoben. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die Aktionäre der PrimaCom AG dem Vorhaben auf der Hauptversammlung am Dienstag zustimmen. Dies sei jedoch nicht mehr sicher, weil der US-Konzern Liberty Media Group Inc indirekt die Mehrheit an UPC hält.
Der im M-Dax notierte Großbäcker Kamps ist nach Gewinnwarnung und Kurssturz auf Partnersuche. Laut Presseberichten stehe Kamps in Verhandlungen mit dem Pasta-Produzenten Barilla.
Am heutigen Montag legen Fortis, Kolbenschmidt und Kinowelt Zahlen vor. Händler rechnen heute mit geringen Impulsen der Weltbörsen. In den USA stehen die Zahl der Hausverkäufe im Juni an. Die Londoner Börse hat heute wegen "Bank Holiday" geschlossen.
Japan fester - Stellenstreichungen bei Toshiba und Hitachi
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag fester tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte schloss ein Prozent fester bei 11275 Zählern. Hochtechnologiewerte wie Toshiba und Hitachi legten zu. Beide Konzerne haben Stellenstreichungen angekündigt. Auch die Papiere vom Telekommunikationssektor sowie Finanzwerte zeigten sich fester.
Sony legten um 1,6 Prozent zu. Gerüchte, Sony wolle seine Mobilfunksparte mit Ericsson zusammenlegen, beflügelten den Kurs.
Euro behauptet
Der Euro wurde im frühen Geschäft mit 0,9111 Dollar gehandelt nach 0,9121 Dollar am späten Freitag. Zum Yen notierte der Euro mit 109,84-88 Yen nach 109,34-38 Yen am späten Freitag.