Börsenausblick: Frühlingserwachen an den Märkten - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Frühlingserwachen an den Märkten

Mit der anlaufenden Berichtssaison steigt die Spannung an den Aktienmärkten. Heute melden die Branchenriesen Intel und Johnson & Johnson Quartalszahlen. Die Erwartungen sind hoch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main/New York - Nach den Osterfeiertagen wird der deutsche Aktienmarkt voraussichtlich freundlich in den Handel starten. Börsianer erwarten angesichts der guten Vorgaben aus den USA leichte Kursgewinne.

In New York wurde am Ostermontag gehandelt. Der Dow Jones   ging gestern mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 10.515 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite   kletterte auf 2065 Zähler, ein Plus von 0,6 Prozent.

Der Dax   ist am Donnerstag vergangener Woche mit einem leichten Plus auf 4013 Zählern ins verlängerte Wochenende gegangen. Die 4000-Punkte-Marke sollte in dieser Woche halten, solange keine schlechten Nachrichten aus den USA herüberschwappen oder die Situation im Irak sich dramatisch verschlechtern sollte.

Von den deutschen Unternehmen werden zum Wochenauftakt noch keine bedeutenden Nachrichten erwartet. Vielmehr stehen die US-Konzerne im Vordergrund, die laufende US-Berichtssaison hält die Börsianer in Atem. "Das ist eine sehr wichtige Woche für die Unternehmensergebnisse, und wenn wir gut starten, kann das die ganze Woche über anhalten", sagte William Dwyer von MTB Investment Advisors in Baltimore.

Intel gibt die Richtung vor

Hohe Erwartungen haben die Anleger an den weltgrößten Chiphersteller Intel  . Der Konzern wird im ersten Quartal dank der wieder angesprungenen Konjunktur und dem Erfolg des "Centrino"-Prozessors wohl Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert haben. Die 28 von dem Finanzdienstleister Multex befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 8,174 Milliarden Dollar (Vorjahr 6,751 Mrd Dollar) und einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 27 Cent (Vorjahr 14 Cent). Der Konzern legt am heutigen Dienstag nach Börsenschluss seine Zahlen vor.

Intel selbst engte Anfang März seine Umsatzerwartung für das ersten Quartal auf einen Wert zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden Dollar ein. Zuvor hatte das Unternehmen 7,9 bis 8,5 Milliarden Dollar prognostiziert.

Der US-Konsumgüter- und Pharmakonzern Johnson & Johnson   wird nach Ansicht von Experten für das erste Quartal 2004 eine deutliche Gewinnsteigerung vermelden. 17 von dem Finanzinformationsdienst Thomson Financial befragten Analysten prognostizieren im Schnitt einen Gewinn je Aktie (EPS) von 0,80 US-Dollar. Ihre Spanne reicht von 0,78 bis 0,85 US-Dollar.

Der Umsatz wurde von 13 befragten Experten im Schnitt auf 11,36 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Vorjahreszeitraum betrug der Umsatz 9,82 Milliarden US-Dollar, das EPS erreichte 0,69 US-Dollar. Das Unternehmen hatte im Januar mitgeteilt, es habe "keine Probleme" mit der Ganzjahres-EPS-Prognose der Analysten in Höhe von 2,95 US-Dollar.

DaimlerChrysler hat von Mitsubishi noch nicht genug

Auch nach der Hauptversammlung der vergangenen Woche bleibt der Automobilbauer DaimlerChrysler   in den Schlagzeilen. In japanischen Zeitungsbereichten heißt es, dass das Unternehmen sich künftig noch stärker bei der japanischen Mitsubishi Motors Corpopration (MMC) engagieren möchte.

DaimlerChrysler ist bereits größter Anteilseigner und hat der Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" zufolge bereits seine Zustimmung zu einem zweistufigen Sanierungsplan des angeschlagenen japanischen Autoherstellers gegeben. Mitsubishi Motors soll in den kommenden Jahren rund 500 Milliarden Yen (rund 3,9 Milliarden Euro) erhalten, heißt es.

Gute Nachrichten dagegen vom Mitbewerber BMW   aus München. Konzern-Lenker Helmut Panke macht der schwächelnden deutschen Autoindustrie Mut. "In Deutschland sehen wir eine deutliche Nachfragebelebung nach unseren Automobilen", sagte Panke der "Welt am Sonntag". Der Aufwärtstrend schlage sich sowohl im Absatz als auch bei den Auftragseingängen spürbar nieder.