Börsenausblick Gedämpfte Erwartungen
Frankfurt am Main - Nach der Berg- und Talfahrt am Donnerstag sind die Erwartungen zum Wochenschluss gedämpft. Schwache Auftragseingänge der US-Industrie ließen am Nachmittag die Gewinne bei Dax und Nemax dahinschmelzen: Die US-Börsen gingen zwar mit leichten Gewinnen aus dem Handel (Dow Jones 0,4 Prozent, Nasdaq 0,9 Prozent), doch sind die Vorgaben für den heutigen Handelstag wenig erfreulich.
Siemens wird wegen der angespannten Marktsituation voraussichtlich weitere 5000 Stellen streichen. Bislang war der Abbau von 10.000 Stellen geplant. Die Aktie konnte gestern noch gegen den Trend 1,4 Prozent auf 65,40 Euro zulegen, doch schmolzen die Gewinne am Abend ebenso wie bei SAP wieder dahin.
Die Kaufempfehlung von Merrill Lynch für Chip-Titel und positive Kommentare von Intel-Chef Craig Barrett hatten ebenso wie die überraschende Zinssenkung der Bank of England die Börse zunächst beflügelt, doch bis zum Abend war die Wirkung verpufft. Der Dax ging ein Prozent schwächer bei 5777 Punkten aus dem Handel.
Zudem erwartet der Chefstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, Albert Edwards, in der kommenden Woche einen deutlichen Kursrutsch an Wall Street. Die neuen Konjunkturzahlen würden nach Einschätzung von Edwards eine Abwärtsbewegung einleiten. Heute stehen neben den US-Arbeitsmarktdaten die Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone an.
Fantastic mit verheerenden Zahlen
Am Neuen Markt droht Telegate, Primacom und Constantin der Abstieg aus dem Nemax 50. Nach der neuen Rangliste der Deutschen Börse werden diese Unternehmen als potentielle Absteiger gehandelt. Anleger am Wachstumsmarkt erwarten heute außerdem die Quartalszahlen des Anlagenbauers Steag Hamatech.
Die Fantastic Corporation hat bereits am Freitag morgen verheerende Quartalszahlen gemeldet: Der Anbieter von Softwarelösungen weist bei einem Umsatz von 3,4 Millionen Dollar einen Fehlbetrag von 34 Millionen Dollar aus. Zumindest Medientitel könnten heute davon profitieren, dass Walt Disney mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen hat.
Japan wieder schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach der Kursrallye am Donnerstag am Freitag wieder nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte schloss 1,3 Prozent schwächer bei 12241 Punkten. Bankenwerte schwächer, darunter Mizuho, Sumitomo Mitsui und UFJ. Die Höhe der faulen Kredite der japanischen Banken liegt Schätzungen zufolge immer noch über 100 Milliarden Dollar.