Börsenausblick Gedrückte Stimmung
Hamburg - Zum Wochenauftakt wird ein eher verhaltener Börsenstart erwartet. Die Stimmungslage ist nach der Flut von Gewinnwarnungen und negativen Konjunkturdaten noch gedrückt. Zudem ist der Dax technisch angeschlagen, nachdem der Blue-Chip-Index in der vergangenen Woche unter die 6000-Punkte-Marke gefallen ist.
Positive Impulse könnten von der US-Notenbank ausgehen. Die Banker um Alan Greenspan kommen diese Woche im Offenmarktausschuss zusammen. Umfragen zufolge erwarten die meisten Analysten an der Wall Street eine weitere Zinssenkung.
Der Dow Jones fiel am Freitag um ein Prozent zurück, auf 10.605 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 gab um 0,9 Prozent auf 1225 Zähler nach. Die Nasdaq verlor 1,2 Prozent auf 2035 Punkte.
Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat am Montag vor Börseneröffnung neue Konjunkturdaten bekannt gegeben. Wie die Experten mitteilten, lagen die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte um 4,6 Prozent über dem Vorjahresstand. Im April hatte die Steigerung noch fünf Prozent betragen und im März 4,9 Prozent. Die Energiepreise stiegen im Mai innerhalb eines Jahres um 18,6 Prozent, Erdgas verteuerte sich sogar um 36,8 Prozent. Im Vergleich zum April erhöhten sich die Erzeugerpreise um 0,2 Prozent.
Unter Druck könnten erneut die Chemie- und Pharmawerte stehen. Nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche äußerte sich der BASF-Finanzchef Max Dietrich Kley nun skeptisch über die Aussichten für die kommenden Monate. "Wir sind in Westeuropa bisher von drei Prozent Wachstum der Chemie-Industrie ausgegangen. Das nehmen wir auf etwa 2,5 Prozent zurück," sagte Kley dem Magazin "Euro am Sonntag". Für das Gesamtjahr werde in den USA nunmehr mit einer negativen Wachstumsrate der Chemiekonjunktur von etwa einem Prozent. Zuvor habe BASF noch ein Plus der Chemiekonjunktur von 1,5 Prozent unterstellt. "Wir rechnen in der Chemie außerdem mit einem Sommerloch", sagte Kley. BASF sei zuvor optimistisch gewesen, dass das zweite Quartal besser laufen würde, sagte Kley. Der Ölpreis und daraus folgend der Preis für chemische Vorprodukte sei aber erstaunlich hoch geblieben. Auch habe Europas größte Chemiegruppe mit besseren Margen gerechnet.
Von der Unternehmensseite gibt es am Montag kaum Nachrichten. Spannend dürfte es noch bei Senator Entertainment und bei der Beate Uhse AG werden. Die beiden Firmen laden ihre Aktionäre heute zur Hauptversammlung ein.
Im Blickpunkt der Anleger wird auch Volkswagen wieder stehen. Ein Jahr vor dem Ende der Dienstzeit von Cheflenker Ferdinand Piëch scheint sich ein Machtkampf anzubahnen. Im Kreuzfeuer der Wolfsburger Kritik steht die Konzerntochter Audi.
Nikkei rutscht unter die 13.000er-Marke
Die asiatische Leitbörse in Tokio ist in schwacher Verfassung in die Woche gestartet. Nach anfänglichen Aufschlägen rutschte der Nikkei-Index für 225 führende Werte wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten. Zur Handelsmitte um 11.00 Uhr Ortszeit notierte der Nikkei einen Verlust von 128,29 Punkten oder einem Prozent bei 12.916 Zählern. Der marktbreite Topix gab um 11,31 Punkte oder 0,9 Prozent auf 1293 Zähler nach.
Euro legt mit Blick auf US-Zinsentscheid leicht zu
Der Euro hat am Montag in Fernost wegen der Erwartung auf eine weitere kräftige Leitzinssenkung in den USA etwas zugelegt. Händlern zufolge könnte die Gemeinschaftswährung vorübergehend profitieren, wenn die US-Notenbank am Mittwoch die Leitzinsen zum sechsten Mal in diesem Jahr um 50 Basispunkte senken und die Zinsdifferenz zur Euro-Zone sich damit weiter vergrößern würde. Der Euro notierte gegen 7.00 Uhr MESZ mit 0,8593/98 Dollar etwa einen fünftel US-Cent höher nach einer letzten Notiz in New York am Freitag von 0,8573/78 Dollar.