Börsenausblick: Gedrückte Stimmung - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Gedrückte Stimmung

Nach der Erholung zum Wochenende erwarten Händler einen behaupteten Handelsauftakt für den Dax. Schlechte Konjunkturdaten aus Japan und die erwartete Insolvenz von Kabel New Media drücken jedoch auf die Stimmung.
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Frankfurt am Main – Der Dax ist nach seinem Sprung über die 6000-Punkte-Marke wieder in charttechnisch freundliches Terrain geklettert. Schwergewichte wie die Deutsche Telekom und DaimlerChrysler hatten seit Donnerstag deutlich zugelegt. Auch beim Energiekonzern RWE dürfte es heute Bewegung geben: Am morgigen Dienstag gibt RWE Jahreszahlen bekannt.

Die Aktien des Chipherstellers Infineon sowie der Konzernmutter Siemens hatten in der vergangenen Woche dagegen nachgegeben, nachdem die Pläne über die Ausgabe neuer Infineon-Aktien bekannt geworden waren. Infineon gibt heute weitere Details über die geplante Kapitalerhöhung bekannt: Demnach sollen rund 52 Millionen neue Aktien ausgegeben werden.

Auch der Neue Markt hatte zum Schluss der vergangenen Woche angezogen. Die drohende Pleite von Deutschlands größter Internetagentur Kabel New Media lastet jedoch auf der Stimmung. Es wird erwartet, dass Kabel am heutigen Montag Insolvenz beantragt.

Weitere Konjunkturdaten, die Sitzung der EZB und der Beginn der Ertragssaison in den USA werden die Handelswoche bestimmen. Heute stehen die Einkäuferindizes in Euroland und in den USA an. Nachdem die US-Notenbank vergangene Woche den Leitzins auf nun 3,75 Prozent gesenkt hat, rechnen die meisten Volkswirte damit, dass auch die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senkt.

Japan fürchtet Rezession

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat in Reaktion auf eine drastische Verschlechterung des Wirtschaftsklimas in Japan am Montagvormittag deutliche Verluste verbucht. Obgleich der am Morgen veröffentliche Quartalsbericht der Zentralbank (Tankan-Bericht) zum Wirtschaftsklima im Rahmen der Erwartungen von Experten lag, sackte der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 1,7 Prozent ab und ging bei 12.751 Zählern aus dem Handel. Vor allem Bankenwerte litten unter den schlechten Konjunkturdaten.

Für die Aktien des Holz-Maschinenbauers Lignum Technologies endet am Montag die mehrwöchige Zeichnungsfrist. 13,93 Millionen Stücke oder 40,2 Prozent des Kapitals sollen an den Markt gebracht werden. Den ursprünglich geplanten Emissionspreis von 12 bis 15 Euro werden die Konsortialbanken Deutsche Bank, Commerzbank und Landesbank Baden-Württemberg am 4. Juli kaum einnehmen können. Die Restaurantkette Nordsee hat ihren Börsengang wegen des unsicheren Börsenklimas bereits verschoben. Die Lignum-Aktien sollen am 4. Juli erstmals gehandelt werden.