Börsenausblick: Gefangen im Sandwich - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Gefangen im Sandwich

Nach dem Kaufrausch am Freitag ordnen die Börsianer ihre Positionen und gehen behutsam ans Tagewerk. Da die deutschen Konzerne ihre Berichtssaison abgeschlossen haben, rechnet der Markt nicht mit großen Kursausschlägen. Schlechte Nachrichten gibt es wenige Tage vor der Hauptversammlung für DaimlerChrysler.
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Frankfurt/Tokio/New York - Mit guten Erinnerungen an die vergangene Woche dürften die Börsianer heute in die Handelsräume zurückkehren. Hatte doch ein überraschend positiver Arbeitsmarktbericht aus den USA den Dax   in die Höhe katapultiert.

Doch die Händler haben gelernt: Anstatt jetzt eine Boomwoche herbeizureden herrscht Gelassenheit. "Für weitere Kurssprünge fehlen uns einfach Impulse", sagte ein Händler in Frankfurt. "Ich erwarte eine Konsolidierung, weil kaum kursbewegende Daten anstehen", prognostizierte auch Klaus Stabel, Chefanalyst bei der ICF Kursmakler AG.

Ein Fall von "Sandwich-Börse": Die Berichtssaison in Europa ist weitgehend abgeschlossen, während sie in den USA erst etwas später auf Touren komme. Der Dax dürfte sich daher "bestenfalls seitwärts bewegen", sagte ein Händler.

Positive Vorgaben aus New York und Japan

Immerhin machen die Vorgaben aus Übersee Hoffnung. Am Freitag konnte der 30 Standardwerte umfassende Dow Jones   gewann 97,26 Zähler oder 0,94 Prozent auf 10470,59 Punkte zulegen. Die Technologiebörse Nasdaq Composite   stieg um 42,16 Zähler oder 2,09 Prozent auf 2057,17 Punkte.

Die Japaner nahmen den Ball auf. Die Aktienbörse in Tokio hat am Montagvormittag fest tendiert. Der Nikkei   für 225 Standardwerte stieg bis zur Handelsmitte um 170,87 Punkte oder 1,45 Prozent auf den Zwischenstand von 11 986,82 Punkte. Der breit gefasste Topix zog bis dahin um 16,86 Punkte oder 1,42 Prozent auf 1201,06 Punkte an. Besonders exportorientierte Titel zogen laut Händlern in Folge der Aufschläge bei US-Aktien vom Freitag verstärktes Kaufinteresse an.

Der Dollar notierte um 11.00 Uhr Ortszeit fester mit 104,43-46 Yen nach 104,17-19 Yen am späten Freitag. Der Euro lag leichter bei 1,2103-06 Dollar nach 1,2327-30 Dollar am späten Freitag. Zum Yen lag der Euro ebenfalls er bei 126,25-29 Yen nach 128,42-46 Yen am späten Freitag vergangener Woche.

DaimlerChrysler: Mitsubishi braucht 5,5 Milliarden Euro

Wenn schon keine offiziellen Aussagen aus den Konzernen, die Kurse treiben oder drücken, gewinnen Gerüchte an Bedeutung. Das dürfte auch DaimlerChrysler   zu spüren bekommen. Der Geldbedarf für den angeschlagenen japanischen Partners Mitsubishi Motors ist laut einem SPIEGEL-Bericht viel höher als bislang bekannt.

Das von Smart-Chef Andreas Renschler geleitete Team, das einen Sanierungsplan ausarbeiten soll, kommt nach Angaben des Nachrichtenmagazins zu dem Schluss: Der japanische Autohersteller braucht möglichst schnell 5,5 Milliarden Euro für den Abbau der Schulden, die Sanierung und für neue Modelle.

Aus Konzernkreisen hatte es zuletzt geheißen, Mitsubishi Motors brauche rund 2,3 Milliarden Euro frisches Kapital, wovon DaimlerChrysler mindestens 750 Millionen Euro beisteuern solle.

Puma: Keine Zukäufe

Der Sportartikelhersteller Puma   wiederum gibt einmal mehr einen positiven Ausblick. Der Konzern werde wie geplant im laufenden Jahr Gewinn und Umsatz um zehn Prozent steigern, sagte Konzernchef Jochen Zeitz. Die Dividende solle 2004 um 30 Prozent steigen.

Zudem sagte Zeitz, dass Puma in der näheren Zukunft keine Konkurrenten kaufen will. Stattdessen werde sich das Unternehmen bis 2007 auf die Entwicklung der Marke Puma konzentrieren, sagte der Chef des im MDax notierten Unternehmens der "Berliner Zeitung".