Börsenausblick: Gewinne sind futsch - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Gewinne sind futsch

Der Nasdaq fällt wieder unter 2000 Punkte, die Gewinne seit Jahresbeginn sind damit ausradiert. Technologie-Titel geben zum Teil trotz guter Nachrichten nach - das dürfte auch den Dax am Mittwoch belasten. Die Telekom meldet zwar wieder schwarze Zahlen, doch Adidas hat Probleme in den USA.
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Frankfurt am Main/New York - Gewinnmitnahmen sowie Sorgen über zu rasch gestiegene Bewertungen haben am Dienstag den Handel an der Wall Street geprägt und die US-Aktienmärkte den zweiten Tag in Folge ins Minus gedrückt. Auch nach den deutlichen Verlusten von Montag baute der Dow Jones   am Dienstag seine Verluste aus und schloss 0,7 Prozent schwächer auf 10456 Punkten.

Der Technologieindex Nasdaq Composite   ist am Dienstag sogar unter die Marke von 2000 Punkten gefallen. Damit hat er diese psychologisch wichtige Marke seit Januar zum dritten Mal unterschritten. Charttechnisch sind sowohl Dow als auch Nasdaq angeschlagen. Nach mehreren Wochen ohne klaren Trend fiel der Nasdaq-Index damit wieder auf das Niveau zu Jahresbeginn.

Händlern zufolge verdauen die Investoren bis zur Veröffentlichung weiterer wichtiger Konjunkturdaten noch immer den enttäuschenden Arbeitsmarktbericht für Februar, der am Freitag vorgelegt wurde. Die Arbeitslosenquote ist konstant geblieben: Da viel weniger neue Jobs geschaffen wurden als erwartet, wächst die Sorge vor einem "Aufschwung ohne Jobs".

"Wir hatten eine starke Aufwärtsbewegung seit März 2003. Der Markt bewegt sich seitwärts bis zur Berichtssaison der Unternehmen", kommentierte Aktienhändler Jay Suskind von Ryan Beck & Co. das Handelsgeschehen. Die nächsten Impulse sind Marktteilnehmern zufolge womöglich erst am Donnerstag zu erwarten, wenn die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weitere Hinweise auf die zuletzt schwache Beschäftigungsentwicklung geben.

TI hebt Prognose an - und verliert

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Belastend wirkten ferner Kursverluste des Marktschwergewichts General Electric  . Der Mischkonzern hatte den Preis für seine Aktienemission festgelegt, mit der er 3,8 Milliarden Dollar erlösen will. Der GE-Kurs gab um 1,3 Prozent auf 31,41 Dollar nach.

Noch stärker fielen die Verluste bei den Technologietiteln aus. Der Aktienkurs von Texas Instruments   verlor 2,09 Prozent auf 29,96 Dollar, obwohl der weltweit größte Handychip-Hersteller seine Geschäftserwartungen für das laufende Quartal angehoben hatte. "Das ist ein Zeichen dafür, dass gute Nachrichten bereits in den Kursen enthalten sind", sagte ein Händler. "Es wird nun immer schwieriger, auf diesem Niveau neue Käufer zu finden."

Sun Microsystems   brachen sogar um rund 5,6 Prozent auf 4,40 Dollar ein, nachdem die Experten von Bank of America Securities die Titel des Computer- und Softwareherstellers herabgestuft hatten.

Die Aktien des US-Fotokonzerns Eastman Kodak   verloren 2,57 Prozent auf 26,14 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor den japanischen Unterhaltungselektronik-Giganten Sony   wegen der Verletzung von Kodak-Patenten verklagt.

Deutliche Einbußen erlitten auch die Papiere des US-Reifenhersteller Goodyear, nachdem der Konzern zum drittel Mal innerhalb von nur sechs Monaten Bilanzprobleme eingeräumt hat. Der Kurs der Goodyear-Aktien fiel um mehr als zwei Prozent auf 8,03 Dollar.

Dax leichter: Telekom und Adidas mit Zahlen

Telekom 2003 wieder in schwarzen Zahlen

Der Dax   dürfte heute mit deutlichen Verlusten in den Handel starten. Händler rechnen mit einem Start bei 4051 Punkten. Sowohl die Deutsche Telekom   als auch Adidas-Salomon  , die am Morgen beide Jahreszahlen vorgelegt haben, werden zu Handelsauftakt schwächer erwartet.

Die Deutsche Telekom   ist im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der Belastungen durch das Maut-Debakel wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Überschuss sei auf 1,253 Milliarden Euro geklettert nach einem Rekordverlust von 24,6 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte der Konzern am Mittwoch in Bonn mit. Deutliche Zugewinne verbuchte Europas größter Telekomkonzern dank eines starken Mobilfunkgeschäfts auch beim operativen Ergebnis und beim Umsatz.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 16,3 Milliarden Euro auf 18,288 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich auf 55,838 (Vorjahr: 53,7) Milliarden Euro.

Maut-Debakel sorgt für Minus im vierten Quartal

Im vierten Quartal verbuchte die Telekom einen Fehlbetrag von 77 Millionen Euro. Das Minus erklärt sich unter anderem mit Belastungen aus dem Maut-Debakel, die das Konzernergebnis um 442 Millionen Euro schmälerten. Wie erwartet hat sich die Verschuldung weiter verringert. Zum Jahresende lasteten Schulden in Höhe von 46,576 Milliarden Euro auf der Telekom. Ende 2002 waren es noch 61,1 Milliarden Euro. Eine Dividende will der Konzern erst im kommenden Jahr zahlen.

Adidas: US-Aufträge brechen ein

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas-Salomon   hat 2003 wegen Problemen auf dem Markt in Nordamerika sinkende Auftragsbestände in seiner Kernmake Adidas verbucht. Die in der Branche vielbeachteten Auftragsbestände seien bei Adidas zum Jahresende um fünf Prozent zurückgegangen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Im wichtigen nordamerikanischen Markt brachen die Auftragsbestände zum 31. Dezember sogar um 31 Prozent ein. Der Umsatz auf dem Problemmarkt Nordamerika sei im vierten Quartal um 34,4 Prozent auf 313 Millionen Euro zurückgegangen.

Das Unternehmen bekräftigte aber, dass der Gewinn 2004 trotz des gesunkenen Auftragsbestandes um mindestens zehn Prozent steigen soll. Der Umsatz solle währungsbereinigt um drei bis fünf Prozent zulegen. Adidas-Salomon werde für 2003 eine unveränderte Dividende von 1,0 Euro je Aktie vorschlagen.

Nikkei schwächer

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch auf Grund der schwachen US-Vorgaben deutlich nachgegeben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab um 98 Punkte (0,9 Prozent) auf 11.433 Zähler nach.

Der Euro zeigte sich ebenfalls schwächer: Die Gemeinschaftswährung rutschte am Mittwoch Morgen wieder unter die Marke von 1,23 US-Dollar, nachdem sie am Dienstag zeitweise noch um einen US-Cent höher notiert hatte.