Börsenausblick: Greenspan weckt Hoffnungen - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Greenspan weckt Hoffnungen

Nach einer Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan wird in den USA wieder auf eine Zinssenkung gehofft. Das hat der Nasdaq zum Handelsschluss ein Comeback beschert und könnte auch heute den arg gebeutelten Technologiewerten helfen. Aus Tokio kommen ebenfalls positive Signale.
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Hamburg - Die Nasdaq ging mit einem Plus von rund zwei Prozent und 2031 Punkten aus dem Handel. Dies wird sich voraussichtlich positiv auf die deutschen Aktienmärkte auswirken, zumal die Nasdaq zum Handelsschluss in Deutschland nur mit 0,6 Prozent im Plus gestanden hatte. Auf Erholungskurs dürften zunächst Werte wie Epcos, Siemens und Infineon steuern.

Greenspan: Inflation unter Kontrolle

Greenspans Aussage, die Inflation sei unter Kontrolle und nicht zuletzt der Beisatz, Banken sollten bei der Kreditvergabe nicht so harte Maßstäbe ansetzen, ließen die Hoffnungen auf ein Leitzinssenkung durch die Fed am 26. oder 27. Juni aufkeimen. Positiv wirkte auch die Nachricht, dass der Index der führenden Wirtschaftsindikatoren eine Erholung der US-Konjunktur angedeutet haben. Gleichwohl fragt man sich angesichts der Tatsache, dass die Amerikaner rund 14 Prozent ihres Gehaltes für die Schuldentilgung aufbringen, wie lange diese Rechnung noch aufgehen wird.

Warnungen nach US-Börsenschluss

Die Zeit der Warnungen ist indes noch nicht vorbei: Der Chip-Hersteller Transmeta hat am Mittwoch nach Börsenschluss eine Umsatzwarnung für das zweite Quartal herausgegeben. Danach würden die Umsätze im zweiten Jahresviertel um 40 bis 45 Prozent im Vergleich zu den 18,6 Millionen Dollar, die im ersten Quartal erwirtschaftet wurden, einbrechen. Im zweiten Quartal sei mit außerordentlichen Belastungen zu rechnen.

Vor geringeren Gewinnen und/oder Umsätzen warnten auch Samina Corp. ein Zulieferer für Electronic Manufacturing Services (EMS); Exodus Communications, ein Web-Hosting-Konzern und der Softwarekonzern Verity.

Der Autokonzern DaimlerChrysler und sein koreanischer Partner Hyundai gründen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Dieselmotoren in Korea. Die Produktion dieser Motoren in Korea stelle einen entscheidenden Schritt in der Asienstrategie der DaimlerChrysler Nutzfahrzeugsparte dar, teilte der Konzern heute Morgen mit.

Zinssenkung der EZB nicht in Sicht

Obwohl der Ruf nach einer weiteren Zinssenkung zur Stützung der schwachen Konjunktur vor allem bei den Gewerkschaften stärker wird, rechnet die Finanzwelt überwiegend nicht mit einer Lockerung der Geldpolitik. Vor allem die Rekord-Inflation in der Währungsunion von derzeit mehr als drei Prozent sei kein Umfeld für Zinssenkungen, wird argumentiert.

Zukunft von Brokat ungewiss

Die Aktionäre der Brokat Technologies AG kommen heute am Donnerstag zur Hauptversammlung des Software-Unternehmens in Stuttgart zusammen. Mit Spannung erwartet werden die Aussagen des Vorstands zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Der Spezialist für Internet-Banking hatte seine Umsatzprognose bereits deutlich nach unten korrigiert und angekündigt, ein Fünftel der 1450 Stellen abzubauen. Der Kurs der Aktie war aus Höhen von 200 Euro auf zuletzt 3 Euro abgestürzt.

Nach früheren Angaben will Brokat im vierten Quartal 2001 die Gewinnzone erreichen. Der Vorstand wird sich angesichts der jüngsten Entwicklung bohrenden Fragen der Aktionäre vor allem nach der Liquidität stellen müssen. Analysten des Bankhauses Merck Finck konstatieren, dass Brokat zum Jahresende kein Geld mehr haben werde und der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet ist. Ein Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) kündigte an, den Vorstand nicht entlasten zu wollen.

Tokio: Nikkei steigt kräftig an

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss fester. Der Nikkei schloss mit einem Plus von 2,3 Prozent bei 12.962 Punkten im Plus. Stark waren vor allem die Bankenwerte. Im Technologiesektor zeigten sich Hitachi, Toshiba, Kyocera und Advantest fester. Sony, Sharp und NEC standen hingegen unter Druck. Auch die Papiere des Telekomriesen gaben nach.