Börsenausblick: Gute Vorgaben - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Gute Vorgaben

Ging es am Vortag im Gleichschritt mit der Wall Street bergab, sollten die deutschen Aktienmärkte heute von dem späten Turnaround der US-Börsen profitieren. Auch für T-Aktionäre und Chipwerte gibt es positive Meldungen.
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Frankfurt am Main - Dank überraschend guter Konjunkturdaten hatte es an den deutschen Aktienmärkten am Mittwoch zunächst sehr gut ausgesehen. Dann gaben eine äußerst nervöse Wall Street und eine schwache T-Aktie die Richtung vor - und die zeigte nach unten. Pech für die Aktienmärkte in Deutschland, dass sie den Turnaround der US-Börsen nicht mehr mitgehen konnten. Deutlich positive Schlussnotierungen von Dow Jones (plus 1,0 Prozent auf 10.276 Zähler) und Nasdaq Composite (plus 1,6 Prozent auf 1860) als Vorgabe sollten am Donnerstag den deutschen Aktienmärkten Auftrieb verleihen.

Chipwerte könnten heute von positiven Meldungen aus den USA profitieren. Demnach meldete die amerikanische Branchenvereinigung einen überraschenden Anstieg der Bestellungen im Monat Juli. Zugleich besteht Hoffnung für T-Aktionäre. Der Verkauf des Kabelnetzes steht entgegen Berichten am Mittwoch offenbar doch kurz bevor.

Aus Unternehmenssicht steht unter anderem die Halbjahresbilanz von Preussag an. Der Reisekonzern will heute bei seiner Halbjahresbilanz die neue Dachmarke für die Tourismussparte präsentieren. Das Magazin "Capital" hatte vorab berichtet, dass die Reisetöchter künftig den Klammernamen TUI tragen werden. Mit Blick auf die von Konzernchef Michael Frenzel vorgelegten Zahlen erwarten Branchenexperten einen Umsatz von mehr als 10,2 Milliarden Euro (19,95 Milliarden Mark) und ein Spartenergebnis vor Steuern und Abschreibungen von rund 310 Millionen Euro.

Beim Gase-Spezialist und Anlagenbauer Linde die ebenfalls ihre Halbjahreszahlen präsentieren werden, rechnen Analysten trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes mit soliden Zahlen. Analysten erwarten das Ergebnis vor Steuern für die ersten sechs Monate in einer Bandbreite von 178 Millionen bis 200 Millionen Euro gegenüber 177 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz liegen die Prognosen in einer Spanne von 4,12 Milliarden bis 4,24 Milliarden Euro, verglichen mit 3,89 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Michael Riedel von der Bankgesellschaft Berlin geht davon aus, dass das Unternehmen zur Halbzeit auch seine zu Jahresbeginn veröffentlichten Unternehmensziele für das Geschäftsjahr 2001 (Umsatz plus acht Prozent auf mehr als neun Milliarden Euro und überdurchschnittliche Steigerung des operativen Ergebnisses) bestätigen wird.

Am Neuen Markt erwarten Analysten, dass Thiel Logistik voraussichtlich ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 26,1 Millionen und 27,2 Millionen Euro ausweisen wird. Beim Umsatz rechnen die Experten mit 400,1 Millionen bis 413 Millionen Euro.

Eine Analystin äußerte sich "sehr positiv" zum Unternehmen. Sie erwartet einen Umsatz über Plan, geht aber davon aus, dass die Kosten für die Integration der Logistiktöchter der Heidelberger Zement, KVB und SKS, Druck auf die Margen ausüben werden. Das werde sich ihrer Ansicht nach schon in den Zahlen für das zweite Quartal abzeichnen.

Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein erwarten ein organisches Wachstum von 35 Prozent wie im ersten Quartal. Auf Grund der Veränderung bei der Konsolidierung von Quehenberger würden Vorjahresvergleiche allerdings erschwert. Es gebe Anzeichen, dass im IT-Dienstleistungsgeschäft erneut schlechte Ergebnisse erwirtschaftet wurden. Das deute auf eine Senkung der Planzahlen für dieses Segment hin.

Wer noch die eine oder andere T-Aktie besitzen sollte, darf heute berechtigte Hoffnung auf eine Kurserholung hegen. Die Deutsche Telekom steht nach Angaben eines Sprechers von Liberty Media unmittelbar vor dem Verkauf ihrer Fernsehkabelnetze in 13 Bundesländern an das US-Medienunternehmen. Die Zeitung "Die Welt" zitierte in einem Vorabbericht (Donnerstagausgabe) Detlef Samland von der Agentur Kohtes&Klewes, die Liberty Media in Deutschland vertritt, mit den Worten: "Der Vertrag kann jetzt jeden Tag unterzeichnet werden." Samland nannte eine Kaufsumme für die sechs Kabelregionen von 5,5 Milliarden Euro. Samland wies zugleich einen Bericht des "Handelsblatts" als falsch zurück, wonach Liberty Media mit dem Abbruch der Kaufverhandlungen drohe, solange es keine Zusagen des Bundeskartellamtes für weitere Übernahmen kleinerer Kabelnetzbetreiber gebe.

Die asiatische Leitbörse in Tokio gab nach Zugewinnen am Vortag am Donnerstag wieder deutlich nach. Der Nikkei präsentierte sich kurz vor Handelsschluss 1,7 Prozent leichter auf 11.204 Zähler.