Börsenausblick: Gute Vorgaben aus den USA - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Gute Vorgaben aus den USA

Positive Vorgaben aus den USA könnten den Handel in Frankfurt stützen. Im Blickpunkt der Anleger stehen die Aktien von Siemens und BASF. Die beiden Konzerne legen Zahlen vor.
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Hamburg - Überraschend gute Konjunkturaussichten in den USA beflügelten den Dow Jones und die Nasdaq am Mittwoch. Zum Börsenschluss gab es noch eine kleine Minirallye, die den Blue-Chip-Index um 1,55 Prozent auf einen Stand von 10.625 Punkten hob. Die Technologiebörse gewann 2,14 Prozent auf 2060 Zähler.

Mit den guten Vorgaben im Rücken sollten sich Dax und Nemax am Donnerstag gut behaupten können. Am Mittag werden in Frankfurt die Ergebnisse der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) präsentiert. Jüngste Konjunkturdaten aus dem Euroraum sprechen gegen eine EZB-Zinssenkung. Die Euro-Banker konzentrieren sich in ihrer Arbeit vornehmlich auf die Teuerungsrate. Und derzeit ist die Inflationsrate im Währungsgebiet des Euro laut EZB-Chef Wim Duisenberg eher zu hoch, als zu niedrig. Am Markt wird deshalb nicht mit einer Lockerung der Zinsschraube gerechnet.

Bereits vor Börseneröffnung hat BASF seine Quartalszahlen vorgelegt. Der Chemie-Konzern erwartet für das zweite Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg. Die Aussichten für das Jahr 2001 seien gut, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube vor Beginn der Hauptversammlung. In den ersten drei Monaten 2001 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9,7 Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um mehr als vier Prozent auf 962 Millionen Euro. Seit dem Jahresende 2000 verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um fast 11.000 auf nunmehr rund 92.000. Der größte Anteil des Rückgangs entfällt auf den Verkauf des Pharmageschäfts.

Siemens wird heute Halbjahreszahlen vorlegen. Am Mittwoch ging der Wert als Dax-Gewinner des Tages aus dem Handel. Offenbar erwarten die Anleger nach den guten Zahlen der Konzern-Tochter Infineon auch beim Mutter-Konzern eine positive Überraschung. Besonders interessant ist nach übereinstimmender Ansicht der Analysten der Ausblick auf das Gesamtjahr. Eine Rücknahme der Planzahlen könne nicht ausgeschlossen werden. Da sich sowohl der Halbleiter- als auch der Mobilfunkmarkt erst gegen Ende des Jahres erholen dürfte und das Siemens-Geschäftsjahr Ende September endet, dürfte das laufende Geschäftsjahr insgesamt lediglich "moderat" verlaufen.

Spannend bleibt auch die weitere Entwicklung der T-Aktie. Am Vortag hat der Konzern eine juristische Niederlage in Deutschland hinnehmen müssen, aber in den USA einen Erfolg gefeiert. Der Ex-Monopolist darf seinen Konkurrenten beim Zugriff auf die "letzte Meile" nicht die Bedingungen diktieren, hieß es in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Die US-Regierung hingegen hat der von der Deutschen Telekom geplanten Übernahme des amerikanischen Kommunikationsunternehmens VoiceStream Wireless zugestimmt.

Tokios Börse legt kräftig zu

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) kräftig zugelegt. Der Nikkei-225- Index notierte eine Stunde vor Handelsschluss ein Plus von 245,40 Punkten beim Zwischenstand von 14.072 Zählern. Der marktbreitere Topix notierte einen Aufschlag von 23,11 Punkten bei 1364 Zählern.

Kurz zuvor war der Reformpolitiker Junichiro Koizumi zum neuen japanischen Regierungschef gewählt worden. Er hatte sich energische Strukturreformen in der Wirtschaft auf die Fahnen geschrieben und will die Sanierung des Bankenwesens vorantreiben. Er wollte Medienberichten zufolge den in Finanzmarktkreisen beliebten Minister für das Finanzwesen Hakuo Yanagisawa in seinem Amt belassen.

Finanztitel zogen starkes Kaufinteresse auf sich, darunter Mizuho und UFJ. Hochtechnologiewerte zeigten sich bis zum frühen Nachmittag ebenfalls in fester Verfassung, darunter Sony und NEC.