Börsenausblick Gute Vorlage für Hightechs
Frankfurt am Main "Die Kurse steigen, und wieder will es keiner gewesen sein." Der mit einem leichten Schmunzeln vorgetragene Kommentar eines TV-Moderators brachte die Ratlosigkeit vieler Marktbeobachter auf den Punkt.
Fundamental lasse sich der Kursaufschwung bei Dax und Nemax nicht begründen. Die Stimmung sei von Skepsis geprägt, dennoch fließe Geld in den Markt; Fonds investierten, weil sie den Trend nicht verpassen wollten, erklärten Händler nicht zum ersten Mal. Die Hausse nähre die Hausse.
Gute Zeichen aus den USA für Technologiewerte
Gleichwohl deuten die Vorgaben aus den USA heute erneut auf einen festen Handelsauftakt in Deutschland hin. Der Netzwerkbereich, Software und der Chipsektor verzeichneten deutliche Zugewinne, so dass der Nasdaq Composite mit 1,6 Prozent bei 1732 Punkten im Plus schloss. Der Dow Jones konnte sich zum Handelsschluss immerhin noch mit 0,1 Prozent auf 9345 Zähler in die Pluszone retten.
Analysten rechnen mit Leitzinssenkung
Sollte die Europäische Zentralbank heute die Leitzinsen senken, könnte dies die positive Tendenz an den Aktienmärkten zusätzlich stützen. In den vergangenen Tagen war hatten Politiker gefordert, den zentralen Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent zu verringern. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters gehen Analysten mehrheitlich von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte aus.
Gedämpft wird diese Aussicht allerdings durch positive Prognosen der EZB in jüngster Zeit, die eine Erholung der Konjunktur im Euroraum Anfang des kommenden Jahres voraussagen. Zuletzt hatte die EZB am 17. September gemeinsam mit der amerikanischen Notenbank die Zinsen um 0,5 Prozentpunkte zurückgenommen.
Im Fokus der Anleger dürften heute zunächst die Aktien der HypoVereinsbank stehen. Als erste der vier deutschen Großbanken gibt die HypoVereinsbank heute die Zahlen für das dritte Quartal bekannt. Angesichts der anhaltenden Börsenflaute rechnen Analysten im Vergleich zum zweiten Quartal nochmals mit einem Rückgang des Gewinns. Nach wochenlangen Spekulationen über die genaue Höhe des Arbeitsplatzabbaus bei der HypoVereinsbank will sich Konzernchef Albrecht Schmidt auch zu diesem Thema äußern. Vor zwei Wochen hatte er die Zahl der Entlassungen nochmals nach oben korrigiert und von weltweit mehr als 7500 Stellenstreichungen gesprochen. Durch einen weiteren Stellenabbau im Privatkundengeschäft könnte diese Zahl aber noch höher ausfallen.
Auf den ersten Blick erfreuliche Zahlen legte vor Handelsbeginn der Pharmakonzern Merck vor. Gewinn und Umsätze sind im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen.
Erwartet werden Geschäftszahlen des Sportartikelherstellers Puma. Das Unternehmen hatte zwar gute Halbjahreszahlen vorgelegt, von denen die Aktie deutlich profitierte. Gespannt sind Investoren nun aber darauf, ob die Anschläge vom 11. September vor allem auf dem für Puma so wichtigen US-Markt Spuren hinterlassen haben.
Einen Blick sollten Anleger auch auf die Aktie Bayer werfen. Der Chemiekonzern wird sein Antibiotikum gegen Milzbrand zu einem stark gesenkten Preis an die US-Regierung verkaufen. Mit zunächst 95 US-Cents je Tablette bekommt Bayer etwa die Hälfte des ursprünglich geforderten Preises. Der Konzern Johnson& Johnson bemüht sich derweil bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde um eine Zulassung von "Levaquin" als Anthrax-Medikament. Der US-Konzern will nach jüngsten Meldungen 100 Millionen Levaquin-Pillen gratis an die US-Regierung abgeben.
Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich fester. Der Nikkei schloss 0,8 Prozent fester auf 10.890 Zähler.