Börsenausblick: Hält die Kurserholung? - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Hält die Kurserholung?

Die Börsen stehen am Scheideweg. Nach der Minirallye vom Vortag drohen angesichts fehlender Impulse Gewinnmitnahmen. Optimisten sehen den Dax jedoch schon wieder auf 4000 Punkte klettern.
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Frankfurt am Main - Die Vorgaben für die deutschen Aktienmärkte sind gut. Die US-Börsen haben sich am Montag nach Börsenschluss in Frankfurt auf ihrem hohen Niveau halten können und sind mit einem satten Plus aus dem Handel gegangen. Allerdings kletterte der Dax zum Wochenauftakt um rund 4,2 Prozent auf 3837 Punkte nach oben, Gewinnmitnahmen sind also zu erwarten.

Richtungsweisende Konjunktur- oder Unternehmensnachrichten stehen heute nicht an. Die internationalen Aktienmärkte sind auf sich allein gestellt. Da die Stimmung am Markt immer noch von hoher Nervosität geprägt ist und zudem in Medienberichten ein militärischer Schlag der USA gegen den Irak erwogen wird, ist mit hohen Schwankungen zu rechnen.

Mittlerweile macht sich am Markt jedoch die Hoffnung auf eine Bodenbildung breit: "Viele springen auf den Zug auf und positionieren sich in der Hoffnung auf weiter steigende Kurse bis zu 4000 Punkten (im Dax)", sagte ein Händler angesichts der steigenden Kurse am Montag.

Finanz- und Technologiewerte treiben US-Börse

Die New Yorker Börse schloss am Montag auf dem höchsten Stand seit fast sechs Wochen. Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index stieg um 212,73 Punkte oder 2,4 Prozent auf 8990 Zähler und der Nasdaq legte 33,67 Punkte oder 2,5 Prozent auf 1394 Zähler zu.

Citigroup   und der Versicherer American International Group gehörten zu den Tagesgewinnern. Auch Technologieaktien erholten sich von den jüngsten Kurseinbrüchen. Fluglinien-Aktien tendierten schwächer. Im Technologiesektor griffen die Anleger nach Chip-Aktien, darunter Intel  , Novellus und Lam Research und den Softwarefirmen Microsoft   und Oracle. Ölwerte gingen uneinheitlich aus dem Geschäft.

Die Aktien des Spielwarenhändler Toys R Us reagierten positiv auf das im Vergleich zum Vorjahr bessere Quartalsergebnis. Die Heimwerkerketten Home Depot   und Lowe's profitierten beide von Lowe's Ertragsanstieg im zweiten Quartal und einem positiven Ausblick.

Was passiert mit Voicestream?

Gerüchte könnten heute der T-Aktie   Auftrieb verleihen. Das "Handelsblatt" berichtet, die Telekom-Tochter Voicestream und der US-Mobilfunkanbieter Cingular würden Gespräche über eine mögliche Fusion beginnen.

Der Technologiekonzern Siemens   wird nach Presseinformationen 2300 Arbeitsplätze in der Sparte Netzwerktechnik (ICN) am Unternehmensstandort München streichen. Dafür sei eine Beschäftigungsgesellschaft vorgesehen, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Der Standort ist mit allein 7000 Beschäftigten einer der größten im weltweiten Siemens-Verbund.

Werte aus der zweiten Reihe im Blickpunkt

Im Fokus der Händler in Frankfurt stehen am Dienstag vornehmlich die Werte aus der zweiten Reihe. In den vergangenen Tagen haben die Bauwerte im MDax deutlich zulegen können. Anleger spekulieren auf Grund der Hochwasserschäden im Osten auf ein Anziehen der Baukonjunktur.

Deutschlands größter Autovermieter Sixt legt heute seine Quartalszahlen vor. Konzernchef Erich Sixt sagte bereits, es seien keine größeren Überraschungen zu erwarten. Im Gesamtjahr peilt der Konzern weiterhin eine Steigerung des Gewinns um 15 Prozent und einen stabilen Umsatz an. Im vergangenen Jahr wurde Sixt vor allem durch ein schwächeres Geschäft mit Gebrauchtwagen gebremst. Der Gewinn vor Steuern ging um 17,8 Prozent auf 30,1 Millionen Euro zurück. Der Umsatz lag mit 2,34 Milliarden Euro um knapp 11,0 Prozent unter dem des Jahres 2000.

Continental ruft 600.000 Reifen zurück

Unter Druck könnte der Reifenhersteller Continental   stehen. Das Untenehmen hat den Rückruf von knapp 600.000 in den USA verkaufter Reifen für verschiedene Ford-Modelle angekündigt. Bei einigen der Reifen hatte sich die Lauffläche gelöst. Nach Angaben des Unternehmens haben sich seit April Schadensmeldungen und Unfälle in Verbindung mit den Reifen gehäuft.

Medion steigert Umsatz und Gewinn

Der Computerhersteller Medion   hat im ersten Halbjahr sein Ergebnis deutlich steigern können und sich für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich gezeigt. Der Ergebnis je Aktie (EPS) sei gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 0,70 Euro gestiegen, teilte das im Nemax 50 notierte Unternehmen vor Börseneröffnung mit. Der Umsatz wuchs von 818,8 Millionen Euro auf 1,04 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich von 44,8 auf 57,3 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis von 44,2 auf 55,5 Millionen Euro. Medion erwartet "trotz eines weiterhin schwierigen Umfeldes", dass die Wachstums- und Ertragsprognosen "vollständig" erfüllt werden können. Medion beliefert unter anderem die Einzelhandelskette Aldi mit Computern.