Börsenausblick: Händler sprechen von Trendwende - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Händler sprechen von Trendwende

Nach teils kräftigen Kursgewinnen bei einzelnen Dax-Aktien dürfte der Markt auch am Donnerstag freundlich eröffnen. Ein schneller Sprung des Dax über die 4000-Punkte-Marke wäre aber eine Überraschung.
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Frankfurt am Main - Die Düsseldorfer Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz sieht den Dax vorbörslich bei 3898 Punkten und damit über dem gestrigen Schlussstand von 3868 Zählern. "Am Markt mehren sich die Stimmen, die ein vorläufiges Ende der seit fast zwei Jahren dauernden Aktienbaisse erwarten", sagte ein Aktienhändler am Morgen. Am Vortag war der Dax zeitweise sogar über die Marke von 3900 Punkten gesprungen, die Kursgewinne betrafen alle Branchen im Dax.

Freundliche Vorgaben gibt es von den US-Börsen: Die Aktienkurse an der New Yorker Wall Street haben am Mittwoch bei niedrigen Umsätzen eine Berg- und Talfahrt vollzogen, das Geschäft aber mit klaren Gewinnen beendet. Der Dow Jones schloss bei 8957 Punkten und war damit um 0,96 Prozent fester. Der marktbreitere S&P 500 kletterte um 1,27 Prozent auf 949,34 Zähler.

Die technologielastige US-Börse Nasdaq hat ebenfalls deutlich in der Pluszone geschlossen. Allerdings bleiben die Umsätze erneut unter dem Durchschnitt zurück, berichteten Händler, was auf die Urlaubszeit in den USA zurückzuführen sei. Der Nasdaq Composite stieg bis Handelsende um 2,36 Prozent auf 1409 Punkte an. Die starke Entwicklung der europäischen Aktienmärkte habe auch die US-Börsen angetrieben, sagten Händler.

Vorbörslich legte ThyssenKrupp Zahlen vor: Bei dem Stahl- und Investitionsgüterkonzern ist es im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 wieder aufwärts gegangen. Die Monate April bis Juni hätten im Vergleich zu den vorherigen sechs Monaten eine deutlich verbesserte Ertraglage gebracht, hieß es am Morgen. Das Vorsteuerergebnis (EBT) betrage 316 Millionen Euro nach 374 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Vorsteuerergebnis von 182 Millionen Euro gerechnet.

Für das gesamte Geschäftsjahr erscheine ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern von 400 Millionen Euro realisierbar. Trotz schwacher Impulse aus dem konjunkturellen Umfeld rechnet ThyssenKrupp mit einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr.

Der Anlagenbauer und Hersteller von technischen Gasen, Linde, hat dagegen im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang beim Vorsteuergewinn verzeichnet. Außerdem werde dieser im laufenden Jahr nicht das Niveau von 2001 erreichen, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit. In den ersten sechs Monaten sank der Gewinn vor Steuern um fast ein Drittel auf 110 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 160 Millionen Euro.

Im Fokus könnte auch die Aktie der Allianz stehen: Wie Allianz-Vorstand Helmut Perlet in einem Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte, halte der Versicherungskonzern weiter an der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein fest. Zudem legt am Donnerstag auch der Flughafenbetreiber Fraport Geschäftszahlen vor.

Fest tendieren die Aktienkurse am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in Tokio. Der schwächere Yen verleiht vor allem Technologiewerten Auftrieb, und unter den Blue Chips gewinnen auch die Automobiltitel. Dennoch beschreiben Händler den Handel als lustlos. Der Markt werde ohne neue Nachrichten voraussichtlich weiterhin "kopflastig" bleiben. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte zeigt sich der Aktienmarkt in Hongkong am Donnerstag knapp behauptet. Marktteilnehmer sprechen von einer ruhigen Sitzung. Die Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung der Zahlen von Hutchison und Cheung Kong zurück, die später am Berichtstag erfolgen soll. Im Übrigen sei die Bodenbildung des Marktes noch nicht abgeschlossen. Erst wenn der Hang-Seng-Index mindestens eine Woche lang oberhalb des 50-tägigen gleitenden Durchschnitts notiere könne der Aufwärtstrend als bestätigt gelten.

Der Dollar hat sich etwas von den Verlusten erholt, die er am Vorabend in New York erlitten hat. Einige regionale Fed-Präsidenten hatten sich optimistisch über die Entwicklung der US-Konjunktur geäußert und damit Hoffnungen auf eine neuerliche Zinssenkung zunichte gemacht. Dies hatte den Dollar vorübergehend nachgeben lassen. Für den Euro bedeute die Erholung der US-Währung, dass Devisenhändler sich nun in einer niedrigeren Spanne zwischen 0,9750 und 0,9800 positionierten, sagen Marktbeobachter.