Börsenausblick: Hoffen auf den starken Start - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Hoffen auf den starken Start

Fast übermütig fühlen sich die Händler nach der Rallye am Mittwoch. Sie hoffen auf weiteren Auftrieb für Dax und Nemax. Freundliche Quartalszahlen aus den USA könnten die Kurse weiter beflügeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main -Der Dow Jones schloss gestern 2,1 Prozent fester, nachdem er zum Börsenschluss in Deutschland bei plus 1,5 Prozent notiert hatte. Die Technologiebörse Nasdaq baute ihr Plus von 2,2 auf 3,6 Prozent aus. Positive Quartalszahlen von Pepsico, Home Depot und Wal-Mart hoben die Stimmung. Auch der leichte Rückgang der Lagerbestände um 0,1 Prozent wurde als positives Signal aufgenommen. Das Internetportal Yahoo! meldete nachbörslich einen operativen Gewinn von einem Cent pro Aktie und blieb damit im Rahmen der Erwartungen.

"Es wird wieder gekauft", hoffte ein Händler in Frankfurt auf einen freundlichen Auftakt am Donnerstag. Der Dax hatte gestern mit einem Plus von 140 Zählern (3,2 Prozent) auf einem Vier-Wochen-Hoch geschlossen. Seit dem elften September haben Werte wie Epcos  , BMW   und Preussag   jeweils rund 50 Prozent zugelegt.

Der Nemax 50 wurde gestern von einer Rallye der Biotechnologietitel beflügelt. Die Erwartung, dass die Angst vor Attentaten mit biologischen Waffen die Aufträge an die Unternehmen stimulieren werde, sorgte für starke Nachfrage in der Branche. Nach Börsenschluss meldete das Biotech-Unternehmen Genentech zudem ein Ergebnis über den Erwartungen.

Technologietitel erholt

Der Bauelemente-Hersteller Epcos   und die Konzernmutter Siemens   gehörten gestern gemeinsam mit der Lufthansa   zu den größten Gewinnern. Auch die Aktie des Pharmakonzerns Bayer   legte zu: Händler sagten, das hänge vermutlich mit der gestiegenen Nachfrage nach dem Medikament Cipro zusammen. Cipro sei das einzige von der US-Regierung genehmigte Antibiotikum zur Behandlung von Milzbrand.

Versicherer und Bankentitel im Dax könnten heute ihre Erholung fortsetzen: Im Dow Jones gehörten Finanztitel wie die Citigroup und American Express zu den größten Gewinnern. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank   , Rolf Breuer, hat indessen einen weiteren Stellenabbau bei der Deutschen Bank nicht ausgeschlossen.

DaimlerChrysler: Zweifel bei Zetsche

DaimlerChrysler   steigerten gestern ihre Kursgewinne auf mehr als vier Prozent und stiegen über 38 Euro. Händler sagten, es gebe Umschichtungen am Markt aus der Aktie von BMW   in Daimler, weil BMW zuletzt bereits stark gestiegen sei. DaimlerChrysler will gegen die Bußgeld-Entscheidung der Europäischen Kommission Rechtsmittel einlegen. Am Abend räumte Chrysler-Chef Dieter Zetsche ein, es sei nach den Terroranschlägen nicht mehr sicher, dass Chrysler bereits im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreibe.

Nikkei legt deutlich zu

Mit einem Kurssprung hat die asiatische Leitbörse in Tokio am Donnerstag den höchsten Stand seit den Terroranschlägen gegen die USA vor genau einem Monat erreicht. Damit folgte der fernöstliche Aktienmarkt den Vorgaben aus Europa und den USA. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte durchbrach die 10.000-Punkte-Marke und schloss 3,8 Prozent fester bei 10.347,01 Zählern.

Euro vor EZB-Treffen schwächer

Der Euro wurde von der Nervosität der Anleger vor dem Zinstreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) heute in Wien belastet. Gegen 8.30 Uhr kostete ein Euro 0,9111 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs mit 0,9136 (0,9193) Dollar festgestellt hatte. Eine Zinssenkung wird nicht erwartet.