Börsenausblick Hurra, sie leben noch
Hamburg - Viel ist nicht mehr übrig von der deutschen Internetwirtschaft. Doch es gibt sie noch, die Online-Unternehmen. Drei von ihnen geben heute Zahlen für das vergangene Jahr bekannt. Zum Beispiel United Internet .
Der Internetdienstleister hat am frühen Morgen vorgelegt. United Internet hat auf Grund eines weiterhin starken Kundenwachstums und Synergieeffekten seine selbstgesteckten Geschäftsziele im Jahr 2003 erreicht. Das Vorsteuerergebnis stieg stärker als vom Unternehmen und von Analysten erwartet.
United Internet teilte am Donnerstag vor Börsenbeginn in Montabaur mit, der Umsatz habe im abgelaufenen Geschäftsjahr um Prozent auf 30 Prozent auf 415 Millionen Euro zugelegt. Das Ergebnis vor Steuern sei auf 64,8 (Vorjahr 39,4) Millionen Euro gestiegen. Die von United Internet bereits im Verlauf des vergangenen Jahres versprochene Dividende wurde auf 15 Cent je Aktie erhöht. Vorstand und Großaktionär Ralph Dommermuth hatte bereits im Februar signalisiert, dass die Planzahlen für den Umsatz von 415 Millionen Umsatz und 62 bis 63 Millionen Euro Vorsteuergewinn im Jahr 2003 erreicht worden seien.
Erfolgreich könnte auch Web.de abschneiden. Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen sogar den deutschen Marktführer T-Online attackieren. Vorläufigen Zahlen zufolge hat Deutschlands größtes providerunabhängiges Internet-Portal erstmals einen Gewinn erwirtschaftet. Nach einem Minus von 12,9 Millionen Euro im Vorjahr wird Web.de für das Geschäftsjahr 2003 einen Gewinn von 800.000 Euro ausweisen. Auch der Umsatz kletterte kräftig um 39 Prozent auf 32,8 Millionen Euro.
Gewachsen ist wohl auch Tomorrow Focus . Der Umsatz stieg nach vorläufigen Angaben um 57 Prozent auf 49,5 Millionen Euro gewachsenen. Mit 1,5 Millionen Euro Ebitda schafft die Burda-Tochter möglicherweise die Rückkehr in die operative Gewinnzone.
Tokio top, New York uneinheitlich
Ob die Internetunternehmen den Dax freundlich stimmen, ist allerdings zweifelhaft. Die Impulse für den deutschen Leitindex aus den USA jedenfalls sind schwankend. Die Kurse an Wall Street haben am Mittwoch nach einer erneut sehr volatilen Sitzung den Handel mit einer uneinheitlichen Tendenz beendet.
Während die Standardwertre sich den fünften Tag in Folge mit Abschlägen zeigten, schafften die Technologiewerte bis zur Schlussglocke den Sprung in positives Terrain. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte fiel um 0,2 Prozent beziehungsweise 15 Punkte auf 10.048, nachdem er sich im Handelsverlauf in einer Spanne zwischen 10.007 und 10.108 Zählern bewegt hatte. Der S&P-500 verlor 0,2 Prozent beziehungsweise drei Zähler auf 1091. Der Nasdaq Composite verzeichnete dagegen ein Plus von 0,4 Prozent beziehungsweise acht Punkten auf 1.909.
Positiver sind da schon die Impulse aus Fernost. Die Börse in Tokio hat am Donnerstag fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte stieg um 165,92 Punkte oder 1,46 Prozent auf 11 530,91 Punkte. Der breit gefasste TOPIX zog um 14,05 Punkte oder 1,23 Prozent auf 1160,00 Punkte an.
Der Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit leichter mit 105,91-94 Yen nach 106,70-73 Yen am späten Vortag. Der Euro lag deutlich leichter bei 1,2136-39 Dollar nach 1,2326-29 Dollar am späten Vortag.
Aus dem Dax - Lufthansa im Fokus
Lufthansa im Fokus
Aus dem Dax legt heute die Deutschen Lufthansa Zahlen für 2003 vor. Die Aufmerksamkeit des Finanzmarktes wird auf der Entwicklung der Sorgenkinder Thomas Cook und LSG Sky Chefs ruhen. Hingegen werden die Zahlen für das abgelaufene Jahr in den Hintergrund treten, nachdem die größte deutsche Fluggesellschaft bereits vor einem Monat einen Milliardenverlust angekündigt und die Anleger auf den Ausfall der Dividende vorbereitet hatte.
Ende Februar hatte die Gesellschaft mitgeteilt, dass hohe Abschreibungen auf die unrentablen Sparten Tourismus und Verpflegung 2003 zu 980 Millionen Euro Verlust nach einem Gewinn von 717 Millionen Euro in 2002 geführt haben. Operativ habe der Konzern 30 Millionen Euro eingenommen. 2002 hatte das operative Ergebnis 718 Millionen Euro betragen. Die Nettoverschuldung halbierte sich fast auf rund 600 Millionen Euro.
"Entscheidend wird der Ausblick sein", sagt Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin. Nach Einschätzung von HVB-Analyst Uwe Weinreich wird der Vorstand zumindest eine qualitative Aussage treffen. So wird beim bislang unveröffentlichten Umsatz wohl selbst ein Verfehlen der Prognose ohne Auswirkungen auf den Aktienkurs bleiben.
Chris Gent sagt beim Mannesmann-Prozess aus
Im Mannesmann-Prozess um Millionenprämien sagt an diesem Donnerstag der frühere Vodafone-Chef Chris Gent aus. Der 55-jährige Top-Manager, der vor vier Jahren bei der Übernahmeschlacht mit Mannesmann der große Gegenspieler von Klaus Esser war, ist der einzige geladene Zeuge am 17. Verhandlungstag im Düsseldorfer Landgericht. Vor knapp einem Jahr hatte Gent den Vorstandsvorsitz beim weltgrößten Mobilfunkkonzern Vodafone Vodafone niedergelegt.