Börsenausblick: Infineon gibt Gewinnwarnung aus - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Infineon gibt Gewinnwarnung aus

Der Halbleiterhersteller Infineon überrascht heute Morgen mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung. Wenig erbaulich sind auch die Vorgaben aus New York. Die US-Börsen konnten von dem Oracle-Effekt unter dem Strich kaum profitieren.
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Frankfurt am Main – Selbst für eine echte technische Reaktion haben die überraschend guten Geschäftszahlen des US-Softwareherstellers Oracle nicht gereicht: Die Nasdaq schloss am Dienstag lediglich mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent auf 1992 Punkten. Der Dow Jones zeigte sich um 0,5 Prozent schwächer bei 10.596 Zählern.

Auch die deutschen Aktienmärkte befanden sich am Dienstagabend bereits wieder im Rückwärtsgang. Das Plus von 0,7 Prozent im Nemax 50 darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass rund 200 Werte am gesamten Neuen Markt im Minus und nur 144 im grünen Bereich schlossen. Zahlreiche Aktien markierten dabei neue Tiefstände.

Hier wie auch in den USA hatten Händler allerdings bereits zu Handelsbeginn vor Euphorie gewarnt: Die Zahlen von Oracle würden keinen anhaltenden Kaufimpuls bewirken. Sie lägen eben nur leicht über zuvor nach unten revidierten Erwartungen der Analysten. Es bedürfte schon weiterer guter Nachrichten auch von anderen Technologieunternehmen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend, hieß es.

Immerhin: Der Linux-Software-Spezialist Red Hat legte nach Handelsschluss in den USA erstmalig schwarze Zahlen vor. Das Unternehmen gab Gewinne von 600.000 Dollar bekannt, das entspricht einem ausgeglichenen Ergebnis pro Aktie. Die Zahlen lagen im Rahmen der Schätzungen von Analysten.

Bewegendes Thema dürfte heute zunächst allerdings die am Morgen veröffentlichte Umsatz- und Gewinnwarnung des Halbleiterherstellers Infineon sein. Ad hoc meldete der High-Techkonzern, dass das Ergebnis im dritten Quartal (30. Juni) des Geschäftsjahres 2001 deutlich von der "weiter verschlechterten Situation des Halbleitermarktes beeinträchtigt" werde. Der Preisverfall und einmalige Abschreibungen auf Lagerbestände würden einen negativen Einfluss auf das Geschäftsergebnis von Infineon im dritten Quartal haben.

Daher rechne der Konzern mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorquartal um bis zu 30 Prozent und einem Verlust vor Steuern und Zinsen von bis zu 600 Millionen Euro. Und auch der Ausblick fällt nicht gerade rosig aus. Heute Nachmittag will Infineon sich den bohrenden Fragen der Analysten stellen. Die Aktie dürfte heute deutlich unter Druck geraten.

Im Fokus der Börsianer wird heute auch die Hauptversammlung der Lufthansa stehen. Fluglinienchef Jürgen Weber erwartet eine stürmische Aktionärsversammlung. Er muss den Tarifabschluss mit den Piloten und getrübte Gewinnprognosen rechtfertigen. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Gewinn von 700 bis 750 Millionen Euro. Ursprünglich war eine Milliarde Euro vorausgesagt worden. Als Gründe für das schwächere Ergebnis nannte das Management zusätzliche Millionenlasten für das Cockpitpersonal, die Kosten des monatelangen Arbeitskampfes und die nachlassende Weltkonjunktur.

Zur Hauptversammlung lädt heute auch die Metro AG. Im Mittelpunkt steht der Lagebericht von Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber, der die Auslandsexpansion des Unternehmens vorantreiben will. Deutschlands größter Handelskonzern soll in drei Jahren über die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erzielen. Derzeit sind es 42 Prozent. Außerdem soll die Baumarktkette Praktiker aus den roten Zahlen geholt werden. Gewinn-Garanten des Konzerns sind die gleichnamigen Großmärkte für Gewerbetreibende sowie die Elektronik-Ketten MediaMarkt und Saturn.

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss etwas fester. Der Nikkei legte um 81 Punkte auf 12.656 Zähler zu.