Börsenausblick Infineon und T-Aktie im Fokus
Frankfurt am Main - Die Vorgaben der US-Börsen für den Handelstag am Dienstag lassen auf Schwung hoffen. Vor allem die amerikanische Technologiebörse Nasdaq zog nach Handelsschluss in Deutschland an und schloss mit einem Plus von zwei Prozent auf 1941 Punkte. Zwar konnte der Dow Jones erneut die Marke von 10.000 nicht knacken, aber immerhin: der Index für die Industriewerte zeigte präsentierte sich 0,2 Prozent fester auf 9982 Punkte.
Die Märkte zeigten sich damit unbeeindruckt, dass die Rezession in den USA nun auch offiziell festgestellt wurde. Dies nahmen Investoren zum Anlass, gerade wieder in zyklische Werte zu investieren, weil sich eben auf einen Aufschwung der US-Wirtschaft ab Frühjahr 2002 setzen.
Wie lange die rein durch Liquidität getriebene Rallye an den deutschen Aktienmärkten anhalten wird, ist ungewiss. Händler aber befürchten, dass der Dax ohne neue positive fundamentale Nachrichten schnell wieder um bis zu 400 Punkte absacken könnte.
Jüngste Untersuchungen über die Gewinnentwicklung der im Dax 30 und Nemax 50 notierten Unternehmen dämpfen nach einem Bericht des "Handelsblatt" jedenfalls die Hoffnung auf schnelle positive Daten. Im dritten Quartal dieses Jahres fielen die Gewinne der Dax 30-Konzerne zwischen Juli und September um 70 Prozent. Die eigentliche Trendwende verschiebe sich in die zweite Jahreshälfte 2002.
Vielleicht aber können neue Daten zum US-Verbrauchervertrauen für den Monat November (16 Uhr MEZ) die Märkte positiv beeinflussen. Analysten erwarten eine Verbesserung des Index gegenüber dem Vormonat Oktober.
Spannend könnte heute der Handelsverlauf für die Aktien der Deutsche Telekom werden. Zwar hatte Telekom-Chef Ron Sommer in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv erklärt, er erwarte keine größeren Kursbewegungen der T-Aktie, wenn Ende dieser Woche die Haltefrist für mehr als 200 Millionen Titel ehemaliger Voicestream-Aktionäre abläuft. Gleichwohl könnte aber die Meldung Anleger verunsichern, dass der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, offenbar kaum noch Chancen sieht, den Kauf des Fernsehkabelnetzes durch den US-Konzern Liberty Media zu genehmigen. Böge stört nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" allerdings vor allem der geplante Einstieg bei der Kirch-Tochter Premiere, weniger der Kauf der zehn Millionen Kunden zählenden Kabelnetze an sich.
Im Patentstreit zwischen Infineon und Rambus hat ein amerikanisches Gericht den Münchenern einen Etappensieg beschert. Das Gericht untersagte Rambus mit einer einstweiligen Verfügung, patentrechtlich gegen eine Reihe von Infineon-Produkte vorzugehen. Rambus will Berufung gegen das Urteil einlegen.
Der Kurs der Aktie, die gestern als Tagessieger aus dem Handel ging, könnte zusätzlich durch die gestrigen Kursgewinne der Chipwerte in den USA beflügelt werden. Unterstützt worden war die Rallye durch die Meldung, dass der Konzern Taiwan Semiconductor Manufactoring seine Gewinnprognose für dieses Jahr um 50 Prozent angehoben hat.
Der Logistikdienstleister D.Logistics hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahr seinen Gewinn deutlich gesteigert. Der Konzernüberschuss habe sich nach Anteilen Dritter auf 8,3 Millionen Euro von 3,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erhöht, teilte die im Auswahlindex Nemax 50 gelistete Gesellschaft am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Das Ergebnis je Aktie belaufe sich auf 0,29 Euro, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 107 Prozent. Wie bereits vergangenen Mittwoch mitgeteilt, kletterte der Konzernumsatz im Berichtszeitraum auf 493 (Vorjahr: 211) Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich auf 24,1 (11,0) Millionen Euro.
Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich schwächer. Der Nikkei gab rund ein Prozent auf 10.948 Punkte nach.