Börsenausblick: Kaufwelle an der Wall Street - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Kaufwelle an der Wall Street

Die deutschen Börsen können heute mit sehr guten Vorgaben aus New York in den letzten Handelstag der Woche starten. Gedrückt wird das Bild ein wenig durch schwache Zahlen, die JDS Uniphase und Ericsson nachbörslich vorgelegt haben.
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Hamburg - Die amerikanischen Aktienmärkte haben nach Börsenschluss in Deutschland eine Kehrtwende hingelegt wie sie im Bilderbuch steht. Hatten schwache Konjunkturdaten die Indizes zunächst mit zwei bis drei Prozent ins Minus gedrückt, setzte später in New York ein wahrer Kaufrausch ein. An der US-Technologiebörse Nasdaq wurden 2,2 Milliarden Aktien umgesetzt - so viel wie seit Wochen nicht mehr, erklärten Marktbeobachter. Offenbar interpretierten Investoren die niedrigen Kursstände bei vielen Aktien als Zeichen zum Einstieg und rissen dann andere Anleger mit.

Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 9462 Zähler. Der Nasdaq Composite kletterte um 2,5 Prozent auf 1775 Punkte. Dies sollte die deutschen Aktienmärkte heute beflügeln.

Nachbörslich wurde das Bild allerdings etwas getrübt. Das Glasfaserunternehmen JDS Uniphase   hat im ersten Quartal einen dramatischen Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten und die Analystenerwartungen dabei klar verfehlt.

Der Verlust je Aktie vor Sonderposten habe 20 Cent betragen nach einem Gewinn von 18 Cent vor einem Jahr, teilte das kanadische Unternehmen am Donnerstag in Montreal mit. Analysten der Wall Street hatten im Durchschnitt mit einem Verlust je Aktie von 3 Cent gerechnet.

Schlechte Nachrichten gab es nachbörslich auch vom schwedischen Telekomausrüster Ericsson  . Der Konzern hat im dritten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Der Nettoverlust betrug 418 Millionen Euro nach einem Nettogewinn von 462 Millionen Euro vor einem Jahr. Der Vorsteuerverlust summierte sich auf 598 Millionen Euro und lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen von 460 Millionen Euro. Vor Jahresfrist wurde vor Steuern noch ein Gewinn von 579 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz schrumpfte gleichzeitig von 7,1 auf 5,77 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent. Dies entspreche dem Markttrend.

Auf deutscher Seite gab es am Morgen wenig kursbewegende Nachrichten. Einen Blick sollten Anleger heute auf die Aktien von DaimlerChrysler   werfen. Der Konzern plant, künftig mehr Chrysler-Fahrzeuge außerhalb der USA zu verkaufen. Zudem will das Unternehmen im nächsten Jahr bei Mercedes-Benz den Anteil der verkauften Wagen mit höheren Gewinnmargen steigern, sagte Vorstand Jürgen Hubbert der FTD.

Mit Spannung werden am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit neue Konjunkturdaten aus Amerika erwartet. Die Universität Michigan veröffentlicht den an den Börsen viel beachteten Index des Verbrauchervertrauens für den Monat Oktober.

Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich kurz vor Handelsschluss leichter. Der Nikkei gab 0,8 Prozent auf 10.795 Punkte ab.