Börsenausblick: Kein Silberstreif am Horizont - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Kein Silberstreif am Horizont

Lufthansa überrascht die Investoren vor Handelsbeginn mit einer Gewinnwarnung. Auf Infineons heutiger Hauptversammluing könnte es zum Eklat kommen..
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Frankfurt am Main – Nach dem gestrigen Feiertag nehmen die US-Börsen den Handel am Dienstag wieder auf. Am Montag hatten Händler in Frankfurt die starke Zurückhaltung der Investoren angesichts der geschlossenen Wall Street beklagt. Dies sollte sich heute ändern, zumal zahlreiche Konzerne ihre Geschäftszahlen vorlegen werden.

So werden die Geschäftszahlen von Merck   , Amazon.com   , Lucent Technologies   und Motorola   (nach Börsenschluss) nicht ohne Wirkung auf die deutschen Märkte bleiben. Ebenso wird die Bank of America ihre Zahlen vorlegen.

Lufthansa rechnet 2001 mit roten Zahlen

Schlechte Nachrichten gab es am Morgen von der Lufthansa   . Die Fluglinie überraschte mit einer versteckten Gewinnwarnung vor Handelsauftakt. "Das Jahr 2001 wird ohne Zweifel mit einem negativen Ergebnis enden", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer vor Journalisten in Shanghai am Dienstag. Im November hatte die Lufthansa mitgeteilt, im Gesamtjahr 2001 einen operativen Verlust vermeiden zu können, sollten die Maßnahmen zur Kostenreduzierung greifen.

Der Fluglinie droht indes ein Streik bei ihrer Tochter City Line. Die Pilotenvereinigung VC Cockpit habe die Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung der auf Inlands- und Mittelstrecken spezialisierten City Line für gescheitert erklärt, berichtet das "Handelsblatt".

Unterdessen schließt die Fluglinie als Abwehrmaßnahme gegen die stärker werdenden Niedrigpreis-Anbieter die Gründung einer eigenen Billig-Fluglinie nicht mehr aus.

Autovermieter in Deutschland müssen sich auf harte Zeiten einstellen. DaimlerChrysler   startet nach Informationen des "Handelsblatts" (Dienstagsausgabe) als erster deutscher Autoherstellers ein eigenes Gebrauchtwagen-Geschäft. Im März soll die Tochter "Motormeile" in Echingen bei München gegründet werden. Die neue Gesellschaft solle aber nicht nur Mercedes-Modelle, sondern alle Marken verkaufen.

Volkswagen   will seinen Absatz auch künftig nicht mit Preisdumping und Geldgeschenken für die Kunden ankurbeln, wie dies in den USA gängige Praxis ist. "Menge allein macht nicht selig. Mehrmenge über Mitteleinsatz ist zu simpel", sagte Konzern-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer in einem dpa-Gespräch. Volkswagen wolle beim Marktanteil weiter zulegen, allerdings nicht um jeden Preis. Im vergangenen Jahr hatte der Wolfsburger Konzern seinen Anteil um 0,3 Punkte auf 12,5 Prozent ausgebaut.

Im Zentrum des Interesses dürfte heute die Hauptversammlung des Halbleiterherstellers Infineon   in München stehen. Thema dürfte neben den weiter unsicheren Prognosen dabei auch der massive Stellenabbau sein. Wegen der Streichung von 5000 Stellen wollen Belegschaftsaktionäre gegen die Entlastung des Vorstands stimmen. Manager-magazin.de berichtet live aus München. Gestern hatte Infineon seine Quartalszahlen veröffentlicht. Konzernchef Ulrich Schumacher erwartet auch für das Gesamtjahr rote Zahlen.

Tokio schließt schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der Nikkei büßte 229 Punkte oder 2,23 Prozent ein und ging beim Stand von 10.050 Punkten aus dem Markt. Händler begründeten die Zurückhaltung auf dem japanischen Markt mit dem langen Börsenwochenende in den USA. Dort waren die Börsen am Montag wegen des Martin-Luther-King-Feiertages geschlossen.

Der Dollar notierte zum Handelsschluss fester mit 133,72-75 Yen nach 132,25-28 Yen am Montag. Der Euro gab zum Dollar nach und schloss mit 0,8824-27 Dollar nach 0,8853-56 Dollar am Vortag.