Börsenausblick: Kommt die Zinswende? - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Kommt die Zinswende?

Händler rechnen mit einem verhaltenen Auftakt. Die Börse in Tokio kann die guten US-Vorgaben zum Wochenstart nicht umsetzen. Defensive Werte stehen im Dax im Blickpunkt. Vor der Fed-Sitzung spekulieren Anleger über eine Zinswende.
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Frankfurt am Main - Der Dax hatte am Freitag nach einer Rallye im Nachmittagshandel um 2,3 Prozent auf 5401 Punkte zugelegt. Am Neuen Markt ging der Nemax 50 mit einem Minus von 1,58 Prozent und einem Schlusskurs von 996 Punkten aus dem Handel. Der dreifache Verfallstermin von Futures und Optionen an der Terminbörse Eurex hatte das Marktgeschehen zum Wochenschluss dominiert. Die US-Börsen bauten nach Börsenschluss in Deutschland ihre Gewinne sogar leicht aus, doch die Börse in Tokio konnte am Montag die sehr guten Vorgaben aus den USA nicht umsetzen.

Degussa und Eon im Blickpunkt

Unternehmenszahlen werden in dieser Woche den Grundton im Dax angeben. Neue Konjunkturzahlen aus den USA stehen erst am Donnerstag mit den Konsumentenpreisen für Februar an. Seine Jahresbilanz legt am Dienstag das Spezialchemieunternehmen Degussa   vor. Am Donnerstag ist die Muttergesellschaft, der Versorgerkonzern Eon   , mit Jahreszahlen an der Reihe. Ebenfalls am Donnerstag geben die HypoVereinsbank   und der Mobilfunker MobilCom   ihre Jahresergebnisse bekannt.

Warten auf HP und Notenbank

Auch in den USA dürften sich die Aktionäre zum Wochenauftakt zunächst zurückhalten. Erst am morgigen Dienstag entscheiden die Aktionäre von Hewlett-Packard, ob das Unternehmen mit dem Rivalen Compaq fusionieren wird. Außerdem tagt am Dienstag der für Geldmarktpolitik zuständige Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed. Weitere Leitzinssenkungen stehen nach Ansicht von Marktbeobachtern nicht bevor. Eine Zinserhöhung sei zwar wahrscheinlicher, werde aber nicht in Kürze erwartet, hieß es.

Zurückhaltung bei Lufthansa

Technologiewerte hatten am Freitag einheitlich zugelegt, dürften nach den Gewinnmitnahmen bei Techwerten in Asien aber zum Wochenauftakt vorübergehend unter Druck geraten. Die Aktien von Siemens   , Infineon   und SAP   hatten am Freitag noch Gewinne von jeweils rund zwei Prozent verbucht.

Deutlich kleiner fiel das Plus bei der Deutschen Lufthansa   aus. Nach Unternehmensangaben hat der zukünftige Lufthansa-Vorstand Wolfgang Mayrhuber in einer Besprechung mit Mitarbeitern ein schwieriges Jahr angekündigt. Außerdem nehmen Aktionäre dem Unternehmen übel, dass in diesem Jahr die Dividende gestrichen wird. Einige Analysten sehen bei der Lufthansa inzwischen wieder Einstiegskurse.

USA: Konjunkturrisiken "neutral"

US-Notenbank tagt am Dienstag

Auslöser für den späteren Aufschwung waren eine ganze Flut guter Konjunkturdaten aus den USA. So ist der Index zum Konsumentenvertrauen von der Universität Michigan im Monat März nach vorläufigen Zahlen auf 95 Punkte gestiegen. Die Kapazitätsauslastung der Industrie in den USA hat sich im Februar zudem etwas stärker als erwartet auf 74,8 Prozent erhöht. Dies sei der höchste Wert seit dem vergangenen Oktober, teilte die US-Notenbank Federal Reserve in Washington mit.

Die guten US-Konjunkturdaten haben die Marktbeobachter in ihrer Erwartung bestärkt, dass die US-Notenbank während ihrer Sitzung am Dienstag zu einer neutralen Risikoeinschätzung im Hinblick auf Inflation und Konjunkturschwäche wechseln wird. Vor dem Sommer dürfte es aber nicht zu Zinserhöhungen kommen.

Gewinnmitnahmen in Tokio

Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag schwächer tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte 1,3 Prozent schwächer und schloss bei 11.498 Zählern. Händler machten Gewinnmitnahmen vor allem bei Technologiewerten für die leichtere Tendenz verantwortlich, nachdem die Börse in den vergangenen zwei Wochen ein deutliches Plus verzeichnet hatte. Der Euro notierte am Morgen leichter und wurde mit 0,8798 US-Dollar gehandelt.