Börsenausblick: Konjunkturängste keimen wieder - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Konjunkturängste keimen wieder

Nach mehr als schlappen Vorgaben aus den USA dürften die deutschen Aktienmärkte schwächer starten. Im Blickpunkt stehen der Einzelhändler Metro und Internet-Unternehmen.
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Frankfurt am Main – Dax und Nemax werden sich im frühen Handel wahrscheinlich nicht von den enttäuschenden Vorgaben der Wall Street lösen können. Am Vorabend fielen die US-Börsen im späten Handel ab und schlossen tief im Minus.

Marktbeobachter machten für die schwächere Tendenz vor allem Konjunktursorgen verantwortlich. Und auch in Frankfurt warnen immer mehr Börsianer vor einem erneuten Abtauchen der Börsen, da der jüngste Kursaufschwung mit den Wirtschaftsdaten nicht zu vereinbaren sei. Richtungsweisend sollten die heute Nachmittag anstehenden Daten zum Verbrauchervertrauen von der Universität Michigan sein.

Im Fokus sollte im frühen Handel die Metro-Aktie   stehen. Deutschlands größter Handelskonzern wird nach Informationen des "Handelsblatt" in den nächsten Tagen den Verkauf von insgesamt 357 Gebäuden und Grundstücken bekannt geben. Der Wert könnte drei bis vier Milliarden Euro entsprechen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Der Kaufvertrag soll Anfang November unterschrieben werden.

An dem Kauf der Immobilien sind laut dem Handelsblatt die US-Fondsgesellschaften Blackstone und General Electric Capital sowie die Investmentbanken Morgan Stanley und Merrill Lynch interessiert. Metro beabsichtige, die Immobilien wieder zurückmieten (Sale-and-lease-back-Verfahren). Aus dem Immobiliengeschäft könnte nach Einschätzung des Handelsblatts dem Handelskonzern ein außerordentlicher Ertrag zwischen 500 Millionen und 700 Millionen Euro zufließen.

Im Blickpunkt der Investoren werden auch die Internet-Händler stehen. Der Online-Einzelhändler Amazon.com   hat mit seinen am Donnerstagabend bekannt gegebenen Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal die Markterwartungen übertroffen und einen optimistischen Ausblick gegeben. Dennoch geriet die Aktie im nachbörslichen Handel unter Druck. Nachdem der Aktienkurs seit Jahresbeginn rund 80 Prozent zugelegt hatte, hielten mehrere Analysten das Papier bereits vor Bekanntgabe der Zahlen für fair bewertet. "Solide" Quartalsergebnisse seien bereits eingepreist, schrieb etwa Internetexperte Safa Rashtchy von U.S. Bancorp Piper Jaffray in seinem Ausblick.

Enttäuscht hat hingegen wieder JDS Uniphase  . Der kanadisch-amerikanische Großanbieter von Faseroptik-Teilen für die Telekomausrüster, fährt angesichts stark rückläufiger Umsätze und hohen Verlusten seinen Sparkurs weiter. Die Gesellschaft will weitere Entlassungen vornehmen und Betriebe schließen.

JDS Uniphase beschäftigt nach bereits erfolgten Massenentlassungen zur Zeit nur noch rund 8000 Mitarbeiter. Das Unternehmen gab nicht bekannt, wie viele davon ihre Stellen verlieren und wie viele Betriebe schließen werden. Die Gesellschaft erwartet weitere Kostensenkungen von 130 Millionen Dollar.

Das Unternehmen verbuchte in dem am 30. September beendeten ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzeinbruch auf 193 (Vorjahresvergleichszeit: 328,6) Millionen Dollar. Es fiel ein Verlust von 520,5 Millionen Dollar oder 37 Cent je Aktie an. JDS Uniphase hatte im ersten Quartal des Vorjahres rote Zahlen von 1,2 Milliarden Dollar oder 93 Cent je Aktie ausgewiesen.

US-Börsen unter Druck

Die amerikanischen Aktienbörsen haben am Donnerstag nach freundlichem Auftakt schwächer geschlossen. Dies überraschte allerdings nach dem Höhenflug der letzten Tage nicht. Viele Anleger wollten nach den starken Kursgewinnen der jüngsten Zeit erst einmal Kasse machen.

Der Dow-Jones-Index gab um 176,93 Zähler oder 2,1 Prozent auf 8317 Punkte nach, nachdem der Dow in den vergangenen zweieinhalb Wochen um rund 1200 Punkte zugelegt hatte. Der Nasdaq-Index fiel um 21,52 Zähler oder 1,6 Prozent auf 1298 Punkte. Es wurden an der New Yorker Börse bei lebhaftem Handel fast 1,7 Milliarden Aktien umgesetzt. 1398 Aktien wiesen Pluszeichen auf, 1821 Werte gaben nach und 180 Aktien gingen unverändert aus dem Handel.

Die Schlangen in den amerikanischen Arbeitsämtern waren in der vergangenen Berichtswoche etwas kürzer geworden, und das wurde zum Auftakt von den Anlegern positiv aufgenommen. Die Vorlage von guten Quartalsergebnissen durch das weltgrößte Medienunternehmen AOL Time Warner  , den Mischkonzern Tyco International  , den Fotoriesen Eastman Kodak   und die Versicherung AIG half diesen Aktien. AT&T Wireless   zählte ebenfalls zu den Gewinnern.