Börsenausblick: Letzter Zinsschritt vor dem Showdown - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Letzter Zinsschritt vor dem Showdown

Die US-Notenbank dürfte heute zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöhen. Der Dax wird am Dienstag etwas schwächer erwartet: Bleibt es kurz vor der US-Wahl jedoch bei dem erwarteten kleinen Zinsschritt, können Anleger durchatmen.
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New York - An den Finanzmärkten besteht Einigkeit darüber, dass die Fed heute die Zinsen um 0,25 Prozent auf dann 1,75 Prozent anheben wird. Es wäre die dritte und wahrscheinlich letzte Zinserhöhung in diesem Jahr, da unmittelbar vor den US-Wahlen im November mit keinen weiteren Zinsschritten gerechnet wird. Die Notenbanker geben ihre Entscheidung heute um 20.15 Uhr bekannt.

Vermutlich wird die Fed die Einschätzung beibehalten, dass die Risiken für die Konjunktur- wie auch die Inflationsentwicklung "mehr oder weniger" ausgeglichen sind. Fed-Chairman Alan Greenspan hatte jüngst betont, dass die "konjunkturelle Delle" des zweiten Quartals überwunden sei und die US-Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen habe.

Der Dax   dürfte heute zum Auftakt leicht auf rund 3970 Punkte nachgeben, da Dow Jones   und Nasdaq Composite   im späten Handel ins Minus gerutscht sind. An der Nasdaq betrug der Verlust jedoch lediglich 0,1 Prozent.

Händler werten es aber als gutes Zeichen, dass der Dax trotz des gestiegenen Ölpreises und der Gewinnwarnungen von US-Konsumgüterkonzernen wie Unilever   und Colgate Palmolive am Vortag nur minimal nachgegeben hat. Colgate hatte am Vortag in New York um mehr als zehn Prozent nachgegeben und auch Konkurrenten wie Procter & Gamble   nach unten gezogen. Der gestiegene Ölpreis drückte außerdem die Stimmung.

Am Dienstag gab der Ölpreis jedoch wieder leicht nach. Zudem übertraf der Softwarekonzern Adobe   dank steigender Gewinne unter anderem mit Photoshop die Gewinnerwartungen deutlich. Die Aktie kletterte nachbörslich um rund vier Prozent. In Asien zeigten sich die Börsen am Dienstag knapp behauptet, der Nikkei   gab in Tokio trotz leichterer US-Börsen lediglich um 0,1 Prozent nach.

Adidas und Puma zum Kauf empfohlen

Vor der Fed-Zinsentscheidung am Dienstag Abend wird jedoch mit geringen Umsätzen gerechnet, Anleger warten ab. "Die Aussicht auf eine Zinserhöhung wird wohl einige Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlassen, zumal es in der Vorwoche deutliche Aufschläge gegeben hatte", sagte ein Händler in New York.

Von den gestiegenen Gewinnen beim US-Sportartikelhersteller Nike   könnten auch Adidas-Salomon   und Puma   profitieren. Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein haben die beiden deutschen Sportartikelhersteller nach den Nike-Zahlen zum Kauf empfohlen.

Bayer und Lufthansa im Blick

Auch die Aktien von Bayer   und Lufthansa   stehen im Blickpunkt der Anleger. Die Zahl der anhängigen Klagen gegen den Chemie- und Pharmakonzern Bayer im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker Lipobay (Baycol) ist weiter gesunken. Derzeit seien 7.577 Verfahren noch im Gange, teilte der Konzern mit. Vor einem Monat waren es noch 7.906.

Für Aktionäre der Lufthansa   bleiben die Zeiten schwierig. Unter Hinweis auf die steigenden Ölpreise wird die Fluggesellschaft zum vierten Mal in diesem Jahr ihre Preise erhöhen. Am 4. Oktober werde der Treibstoffzuschlag der Luftfracht-Tochter Lufthansa Cargo von 25 auf 30 Cent je Kilo Fracht Angehoben.

Einbußen bei US-Investmentbanken erwartet

Die US-Investmentbanken Goldman Sachs   und Lehman Brothers   legen heute Zahlen für das dritte Quartal vor. Beobachter rechnen mit Einbußen gegenüber dem Vorquartal. Die Kerngeschäftsfelder der Investmentbanken haben sich insbesondere im August schlecht entwickelt: Handelsvolumen und die Volatilität waren gering, Börsengänge wurden entweder verschoben oder kamen am unteren Ende der Erwartungen heraus.

Sanktionen gegen Libyen aufgehoben

Entspannung gibt es dagegen auf der politischen Seite. Die USA haben weitere Wirtschafssanktionen gegen Libyen aufgehoben und damit den Weg für die volle Entschädigung der Opfer des Lockerbie-Anschlags geebnet. Unter anderem wurde ein aus dem Jahr 1985 stammendes Exportverbot libyscher Ölprodukte aufgehoben. Auch Einschränkungen für Linien- und Charterflüge in das nordafrikanische Land wurden aufgehoben.

An der Börse in Tokio schloss der Nikkei 0,1 Prozent schwächer bei 11.080 Punkten. Der Euro gab gegenüber dem Dollar leicht nach, da für den Abend mit einer Erhöhung der US-Leitzinsen gerechnet wird.