Börsenausblick: "Luftangriffe sind eingepreist" - DER SPIEGEL
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Börsenausblick "Luftangriffe sind eingepreist"

Die Amerikaner feiern ihren ersten Präsidenten, die US-Börsen bleiben geschlossen. Die deutschen Aktienmärkten haben damit Zeit, die vergangene Woche zu verdauen. Positive Meldungen könnten den Kurs der Telekom ein wenig aufpolieren.
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Hamburg - Die USA feiern am Montag "Washington's Birthday", deshalb bleiben die US-Börsen geschlossen. Für die amerikanischen Aktienmärkte ist dies nach der vergangenen schwachen Woche ein willkommener Anlass zum Verschnaufen. Nach zahlreichen Gewinnwarnungen und neuen Konjunkturdaten, die Hoffnungen auf eine erneute Zinssenkung zunächst einmal zerplatzen ließen, war die US-Technologiebörse Nasdaq mit einem dicken Minus von fünf Prozent aus dem Handel gegangen.

So richtig spannend wird es für die amerikanischen Aktienmärkte erst wieder am Mittwoch. Dann stehen die US-Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. Sollte sich der Anstieg der Erzeugerpreise auch auf die Verbraucherpreise niederschlagen, besteht für Alan Greenspan weniger Spielraum zur weiteren Senkung der Zinsen. Aufschluss über die US-Konjunktur-Entwicklung werden ebenso neue Zahlen zu den Konsumausgaben und den US-Realeinkommen geben.

Hatten die US-Börsen am Freitag verunsichert auf die amerikanischen Angriffe reagiert, werden sie nach Erkenntnissen der ntv-Moderatoren heute die deutschen Börsen kaum belasten. Da die Bomben bereits um 19.15 Uhr auf Bagdad fielen, heißt es aus dem Studio im "neutralen Wirtschaftsdeutsch" lapidar: "Die Luftangriffe sind eingepreist."

Der Verkaufsdruck durch den schwachen Freitagsschluss an der Wall Street hat das Handelsgeschäft in Japan belastet. Der Nikkei rutschte am Montag kurzzeitig unter die Marke von 13.000 Zählern. Schnäppchenjäger hätten die Talfahrt jedoch gedämpft, so dass der Index insgesamt mit 13.084 Zählern 0,69 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen war. Hier drückte vor allem die US-Gewinnwarnung von Nortel-Networks auf die Kurse des Glasfaser-Spezialisten Furukawa, die mehr als fünf Prozent nachgaben.

Im Focus der Anleger werden heute einmal mehr die Papiere der Deutschen Telekom stehen. Das Papier hatte allein in der vergangenen Woche rund 15 Prozent verloren. Zwei Meldungen allerdings könnten der Aktie heute endlich Rückenwind verschaffen. Einer "Handelsblatt"-Umfrage zufolge glaubt die Mehrheit der Fondsmanager in den USA weiter an eine Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream durch den rosa Riesen. Ein anderer Partner stünde nicht zur Verfügung. Zugleich will die "Welt am Sonntag" erfahren haben, dass die Deutsche Telekom sich noch in diesem Jahr zum Schuldenabbau von Unternehmensbeteiligungen in Höhe von rund 19 Milliarden Euro trennen will.

Der Kurs der T-Aktie war in der vergangenen Woche nicht zuletzt durch negative Äußerungen der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's unter Druck geraten. Nach Ansicht von Standard & Poor's habe der harte Wettbewerb und die Expansionsstrategie der Telekom einen negativen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens.

Positive Nachrichten erwarten die Analysten heute von ihrem M-Dax-Liebling Hugo Boss. Der Modekonzern legt heute seine vorläufige Bilanz vor. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen drei Mal seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Jahr 2000 angehoben. Die Experten vermuten auf Grund der bekanntlich eher konservativen Einschätzungen des Modekonzerns, dass die Zahlen heute noch besser ausfallen könnten als angekündigt.

Zahlen legt heute ebenso das am Neuen Markt notierte israelische Unternehmen OTI vor. Der Spezialist für kontaktlose Smartcards hatte vergangene Woche die Anleger mit der Meldung begeistert, ein System zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in eine chinesische Provinz liefern zu können.