Börsenausblick Lustlos trotz Cisco und Adidas
Frankfurt am Main - Auch nach dem kräftigen Kursrutsch der vergangenen Tage rechnen Händler mit einem verhaltenen Auftakt. Im Dax wackelt die 4800-Punkte-Marke, und der Nemax 50 nähert sich langsam, aber stetig den 1000 Punkten. Auch die Erholung in Tokio gibt wenig Hoffnung.
Cisco bleibt bescheiden
Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems hat zwar mit einem EPS von neun Cent pro Aktie die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen. Für das laufende Quartal stellte der US-Konzern in einer nachbörslichen Telefonkonferenz jedoch nur einen Umsatz auf gleicher Höhe oder ein Wachstum im unteren einstelligen Bereich in Aussicht. Nachbörslich gab die Aktie von Cisco wieder nach und dürfte zum Auftakt die Technologiewerte weiter unter Druck setzen.
Allianz: Bitte anschnallen
Auch bei der Allianz erwarten Anleger einen Gewinneinbruch. Der Versicherungskonzern gibt heute die Eckwerte für das vergangene Geschäftsjahr bekannt. Vor allem wegen der Folgen der Terroranschläge in den USA erwartet der Konzern laut früheren Angaben einen Gewinnrückgang auf 1,7 Milliarden Euro. Auch die Verluste der Dresdner Bank dürften Spuren hinterlassen haben.
Adidas, DaimlerChrysler und die Dividende
Der Sportartikelhersteller Adidas hat dagegen im Geschäftsjahr 2001 seinen Jahresüberschuss und Umsatz gesteigert und die Erwartungen der Analysten erfüllt. Der Reingewinn sei 2001 um 15 Prozent auf 208 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz sei um fünf Prozent auf 6,1 Milliarden gestiegen. Die Dividende soll mit 0,92 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau liegen.
Der Autobauer DaimlerChrysler wurde dagegen bereits gestern für seine drastische Kürzung der Dividende an der Börse abgewatscht. Der Umsatz sank binnen Jahresfrist von 162 Milliarden Euro auf 152,9 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf ein Euro gekürzt werden. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 2,35 Euro je Aktie ausgeschüttet. DaimlerChrysler schockte damit den Markt und zog auch Volkswagen und BMW mit nach unten.
T-Aktie leidet unter Sonera
Auch die Aktie der Deutsche Telekom beendete den Handel gestern mit einem Verlust von vier Prozent und notiert derzeit nur noch auf 15,30 Euro. Nach den schlechten Nachrichten der US-Konzerne Sprint und Worldcom meldete der finnische Telekom-Konzern Sonera am Mittwoch schwache Zahlen und kündigte an, weitere T-Aktien aus seinem Paket zu verkaufen.
Neuer Markt: "Heimlich, still und leise ..."
Der Neue Mark hat am Mittwoch seine Unselbständigkeit erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit der festen Eröffnung der US-Technologiebörse erholten sich zeitweise auch die deutschen Wachstumswerte, um mit dem ersten Zittern an der USA wieder deutlich zurückzufallen. "Es sind zwar keine Panikverkäufe, aber so heimlich still und leise geht es auf die 1000 Punkte zu", sagte ein Händler in Frankfurt. Der gesamte Markt habe keine Kraft mehr, hieß es.
USA: Schlechte Stimmung trotz guter Konjunkturdaten
Die Erholung im Dow Jones war auch am Mittwoch nur von kurzer Dauer, obwohl die Konjunktur in den USA auf gutem Wege ist. Vor Handelsbeginn hat das Arbeitsministerium unerwartet starke Zahlen zur Arbeitsproduktivität im vierten Quartal vorgelegt. Allerdings wiegt die Verunsicherung über die Bilanzierungsmethoden großer US-Unternehmen nach wie vor schwer. Die Experten von Dellbrück Asset Management betonten, die Bilanzierungsunregelmäßigkeiten würden weiterhin einen "erheblichen Belastungsfaktor" darstellen.
Einer Studie der Rating-Agentur Moody´s zufolge ist die Kreditwürdigkeit der börsennotierten US-Unternehmen im Januar diesen Jahres weiter zurückgegangen. Dieser Trend werde sich im laufenden Jahr fortsetzen.
Nikkei erholt sich
Die Aktienbörse in Tokio hat am Donnerstag deutlich an Boden gut gemacht. Der breit angelegte Topix verbesserte sich um 18,73 Punkte oder 2,03 Prozent und schloss mit 941,24 Punkten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 162,42 Punkte oder 1,72 Prozent zu und ging mit 9583,27 Punkten aus dem Markt. Vor allem Bankentitel profitierten nach der rasanten Talfahrt von einer technischen Gegenreaktion. Der Euro notierte am Morgen mit 0,8667 Dollar nach 0,8673-75 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8664 (Dienstag: 0,8683) Dollar festgesetzt.