Börsenausblick: Märkte enorm unter Druck - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Märkte enorm unter Druck

Trübe Aussichten für Dax und Nemax: Die US-Börsen sind gestern im späten Handel noch tiefer ins Minus gerutscht. Nach Börsenschluss folgte die Umsatz- und Gewinnwarnung des Computerherstellers Compaq. Der Nikkei verlor am Mittwoch fast 300 Punkte. Es besteht wenig Hoffnung, dass die Zahlen von Motorola und Yahoo die Trendwende bringen.
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Frankfurt am Main – Der Technologieindex Nasdaq baute gestern nach Börsenschluss in Deutschland sein Minus auf 3,2 Prozent aus und schloss deutlich unter 2000 Punkten. Verluste bei JP Morgan Chase zogen den Dow Jones nach unten, der 1,2 Prozent schwächer schloss. Die deutschen Indizes hatten ihre Gewinne komplett wieder abgegeben und dürften nach Einschätzung von Händlern zur Handelseröffnung erneut unter Druck geraten.

Der weltweit zweitgrößte Computerhersteller Compaq rechnet für das zweite Quartal nur noch mit 4 Cent Gewinn pro Aktie und trifft damit die bereits deutlich nach unten reduzierten Prognosen der Analysten. Auf Grund des schwachen wirtschaftlichen Umfeldes erhöhe sich die Zahl der geplanten Entlassungen in diesem Jahr jedoch um 4000 auf 8.500, teilte Compaq mit.

Beim Handy-Hersteller Motorola, der heute ebenso wie das Internetportal Yahoo und das Biotechnologieunternehmen Genentech nach US-Börsenschluss Quartalszahlen bekannt gibt, rechnen Analysten mit einem Verlust von zwölf Cent pro Aktie.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch aufgrund der schwachen US-Vorgaben deutlich nachgegeben. Der Nikkei-Index fiel zeitweise sogar unter die Marke von 12.000 Punkten. Zum Handelsschluss rettete sich der Nikkei zumindest auf 12005 Punkte – aber ein deutlicher Verlust von 295 Punkten (minus 2,4 Prozent). Auch Sony und Hitachi setzten ihre Talfahrt fort.

Die Angst vor weiteren schwachen Unternehmenszahlen sitzt Anlegern weiter im Nacken, so dass selbst bei äußerst schwachen Kursen weiter verkauft wird. Auch der Dax dürfte es heute schwer haben, sich gegen die schlechte Stimmung zu behaupten.

Mehr als 5000 Aktionäre werden heute zur Hauptversammlung der Allianz erwartet. Die Anteilseigner erwarten weitere Einzelheiten über die Übernahme der Dresdner Bank.

Infineon wurde am Dienstag auf ein neues Allzeittief unter 25 Euro geprügelt. Die geplante Kapitalerhöhung entwickelt sich zum Krimi. Mutterkonzern Siemens war bereits in den vergangenen Tagen unter Druck geraten: Die Zahlen von Motorola werden auch für Siemens und die Tochter Epcos wichtig sein.

Die Deutsche Telekom wird anders als bei ihren Immobilien kein Gutachten über ihr technisches Anlagevermögen in Auftrag geben, heißt es in einem Bericht des Magazins "Focus-Money". Das Unternehmen sei der Überzeugung, dass die Ansätze in der Eröffnungsbilanz 1995 und bis zum 31. Dezember 2000 richtig seien.

Neuer Markt: Börse reagiert auf Druck von außen

Die Deutsche Börse will das Regelwerk am Neuen Markt entscheidend verschärfen und so das Vertrauen der Anleger zurück gewinnen. Treten die neuen Delisting-Regeln in Kraft, droht zahlreichen Unternehmen mit einem geringen Börsenwert das Aus.

Trotz der dramatischen Kursverluste will EM.TV ihren Aufsichtsräten künftig ein Mehrfaches der bisherigen Jahresbezüge zahlen. Dies berichtet das Magazin "Telebörse". So soll der Vorsitzende statt der in der Satzung festgelegten 20.000 Mark künftig 180.000 Mark erhalten, sein Stellvertreter 90.000 statt bisher 15.000 Mark.

Am Devisenmarkt tendierte Euro kaum verändert mit 0,8542 Dollar. Zum Yen wurde der Euro mit 107,17 Yen gehandelt.