Börsenausblick: Massenentlassungen in Japan - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Massenentlassungen in Japan

Nach dem Kursgewitter gibt es wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Einziger Strohhalm: Die US-Börsen sind gestern nach 20 Uhr nicht weiter eingebrochen. Der Nikkei taucht nach der Gewinnwarnung von Hitachi ab. Der IWF warnt vor einem Einbruch der Konjunktur.
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Frankfurt am Main - Die wichtigen Indizes sind gestern reihenweise unter psychologisch wichtige Marken gerutscht. Der Dow Jones schloss 1,7 Prozent schwächer bei 9920 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit dem 9. April. Der Technologieindex Nasdaq Composite brach um 2,8 Prozent auf 1792 Zähler ein und hat seit April 2000 64 Prozent eingebüßt. Der Nemax 50 tauchte gestern abend kurzzeitig unter die 1000-Punkte-Marke und schloss bei 1021 Punkten.

Die Gewinnwarnung von Sun Microsystems und die negativen Ausblicke von Corning, Altera und AMD hatten gestern den Kursrutsch ausgelöst. Sun brach um 17 Prozent ein. Zwar hat die EZB die Leitzinsen wie erwartet um 0,25 Prozent auf 4,25 Prozent gesenkt, der negative Ausblick auf die Konjunkturlage wog aber schwerer. In der Nacht zum Freitag folgten eine Gewinnwarnung von Hitachi und Meldungen, dass der Internationale Währungsfonds seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum deutlich nach unten korrigieren wird.

In diesem Jahr dürfte die globale Konjunktur statt der erwarteten 3,2 Prozent nur noch um 2,8 Prozent wachsen, hieß es aus Kreisen der IWF. Für Deutschland werde das Wachstum für dieses Jahr auf 1,2 Prozent (Prognose Frühjahr: 1,9) und für 2002 auf 2,1 Prozent (2,6 Prozent) herunterkorrigiert.

Die Konjunkturflaute läßt auch die Gewinne der deutschen Unternehmen schrumpfen. Nach einer Umfrage der Tageszeitung "Die Welt" sind die Gewinne der Unternehmen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich 43 Prozent gesunken. Besonders stark sei der Rückgang bei Technologiekonzernen wie Infineon, Siemens und Deutsche Telekom. Steigerungsraten hätten dagegen Volkswagen, MAN und BMW (nach dem Abschied von Rover) verzeichnet.

In den Kursen der Unternehmen sind nach den massiven Verlusten gestern am Donnerstag aber alle schlechten Nachrichten eingepreist. Bis auf Münchener Rück schlossen alle Dax-Titel gestern im Minus, die Aktie der Deutschen Telekom gab 5,7 Prozent auf 16,78 Euro nach.

Nikkei fällt weiter - nur Auto- und Banktitel fester

Japans Elektronik-Riese Hitachi will bis zum März 2002 weltweit rund 15.000 Stellen abbauen. Das Unternehmen korrigierte am Freitag zugleich die Ertragsprognose nach unten und erwartet nun für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 (31. März) einen Verlust von 140 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro). Zuvor war ein Gewinn von 90 Milliarden Yen erwartet worden.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag neue Tiefstände erreicht. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Minus von 224 Punkten beim Stand von 10.713 Zählern aus dem Handel - zum dritten Tag in Folge ein 17-Jahres-Tief. Das Abwärtspotenzial im Nikkei sei aber begrenzt, sagen Händler. Eine Unterstützung werde bei 10.500 bis 10.600 Punkten gesehen. Lediglich Auto- und Bankentitel tendierten fester, Mazda schloss mit einem Gewinn von rund sechs Prozent.

Nur der Euro klettert

Etwas fester zeigte sich lediglich der Euro am Freitag im frühen Handel. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 0,9181 Dollar.