Börsenausblick: Medienaktien im Fokus - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Medienaktien im Fokus

Marktbeobachter erwarten den Insolvenz-Antrag der Kirch-Gruppe noch am heutigen Montag. Medienaktien stehen deshalb im Fokus der Anleger. Ansonsten werden einmal mehr die US-Börsen den Takt vorgeben. Hier geht es allerdings erst ab Mittwoch so richtig zur Sache.
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Hamburg - Eine klare Tendenz für den Handelsverlauf in dieser Woche können Analysten und Händler nicht ausmachen. Von deutscher Seite sind kaum neue Unternehmensdaten - sprich Überraschungen zu erwarten. Aber die Nachrichten aus den USA sind widersprüchlich. Einmal mehr werden sich die Märkte deshalb an den Vorgaben der US-Börsen orientieren, erklären Händler.

Und da sieht es zumindest bei der Technologiebörse Nasdaq wenig erfreulich aus. Auf Wochensicht verlor der Index 4,1 Prozent. Am Freitag notierte das Barometer 1,1 Prozent leichter auf 1770 Zähler. Der Dow Jones gab auf Wochensicht 1,2 Prozent nach, schloss am Freitag aber behauptet.

Auch wenn der Ölpreis nach markigen Worten und Warnungen von US-Präsident Bush an die Konfliktparteien im Nahen Osten wieder gefallen ist - Jubelstimmung will angesichts des immer noch teuren Öls an der Wall Street nicht aufkommen. Hinzu kommen die Verlustprognosen einer Reihe von Unternehmen. Allein im Softwarebereich gab es davon 20. Händler in den USA gehen davon aus, dass die Berichtswarnungssaison bis Ende dieser Woche anhalten wird.

Die Arbeitsmarktdaten waren nicht Fisch und nicht Fleisch: Händler sahen darin immerhin die Hoffnung auf eine Erholung. Auch eine Zinserhöhung der Notenbank hält man für relativ unwahrscheinlich.

Am Mittwoch wird der Internetkonzern Yahoo Quartalszahlen und einen Ausblick vorlegen. Am Donnerstag folgen Doubleclick und Juniper Networks. Der Freitag hat es in sich: Die Universität Michigan berichtet über das Verbrauchervertrauen der Konsumenten im Monat April. Überdies erwarten die Börsianer die US-Erzeugerpreise und Daten zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze. Auf der Unternehmensseite berichten zum Wochenschluss Compaq, Texas Instruments und General Motors.

Drohende Kirch-Pleite: Aktien der Töchter im Fokus

Kirch-Insolvenz erwartet

Eine Insolvenz des Kirch-Medienkonzerns zu Beginn dieser Woche gilt unter Marktbeobachtern als sehr wahrscheinlich. An einer Auffanglösung werde bereits gearbeitet, hieß es aus Bankenkreisen.

Bewegung könnte deshalb erneut vor allem in die Aktien von EM.TV   , ProSiebenSat1   und Constantin   kommen. Im Falle einer Kirch-Pleite stünden nach Informationen der "Euro am Sonntag" bei Constantin Geschäfte im Wert von 20 Millionen auf der Kippe. Kirch ist mit 20 Prozent an Constantin beteiligt.

Vorstandschef Urs Roher von ProSiebenSat1 indes signalisierte Entwarnung. Die Sender Pro Sieben, Sat1, Kabel 1 und N24 seien von einer Kirch Insolvenz nicht betroffen, sagte Roher der "Welt". Die Aktien von ProSiebenSat1 legten am Freitag kräftig zu. Anleger spekulierten wohl darauf, dass die Tochtergesellschaft, einmal aus dem Kirch-Imperium entlassen, ihre Filmrechte nicht mehr ausschließlich bei Kirch Media für teures Geld einkaufen müsste.

Bei EM.TV indes könnte die Luft dünn werden. Sind doch die noch verbleibenden rund 17 Prozent, die das Medienunternehmen noch an der Formel-1-Gesellschaft SLEC hält, für wacklige Kirch-Kredite verpfändet.

In Deutschland ziehen in dieser Woche gleich mehrere Dax-Unternehmen das Interesse der Anleger auf sich: Heute lädt die Deutsche Post   zu einer Bilanzpressekonferenz ein, der Finanzdienstleister MLP   folgt am Dienstag. Am gleichen Tag legt die Commerzbank   das endgültige Jahresergebnis vor.

Zu den Hauptversammlungen treffen sich die Aktionäre des deutsch-amerikanischen Automobilkonzerns DaimlerChrysler   (Mittwoch) und des Pharmakonzerns Schering   (Freitag).

Die asiatische Leibörse in Tokio notierte gegen bis 7.45 Uhr (MEZ) behauptet. Der Nikkei stand mit 0,2 Prozent auf 11.359 Zähler im Plus.