Börsenausblick Miese Zahlen, miese Stimmung
Frankfurt am Main - Trotz weiterer Angriffe der USA und Großbritanniens auf Ziele in Afghanistan hat der Dax am Montag um 0,2 Prozent fester bei 4495 Zählern geschlossen. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax 50 um 2,4 Prozent auf 821 Punkte nach. Händler rechnen mit einem nur knapp behaupteten Auftakt.
Schwache Konjunkturdaten erwartet
Heute legt die Bundesanstalt für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für September vor. Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich nach den Prognosen von Volkswirten im September nicht entspannt haben. Nach einer nicht saisonbereinigten Rate von 9,2 Prozent im August werde sich die Arbeitslosenrate mehr oder weniger im vorherigen Trend bewegen. Damit wäre die erhoffte Herbstbelebung ausgeblieben. Die saisonbereinigte Rate werde bei etwa 9,4 Prozent liegen. Dies sei ein Zeichen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, hieß es.
Geldbuße gegen Daimler-Chrysler
Autowerte tendierten gestern behauptet. DaimlerChrysler könnte heute erneut unter Druck geraten: Der Autokonzern muss voraussichtlich 70 Millionen Euro zahlen, weil er gegen europäische Kartellregeln verstoßen habe. EU-Kommissar Mario Monti will dies nach Informationen der FTD beschließen lassen. Volkswagen hat indessen die im vergangenen Jahr für 2,3 Milliarden Euro zurückgekauften eigenen Aktien an eine Tochtergesellschaft übertragen. Dadurch können nach den heftigen Kursrückgängen hohe Buchverluste umgangen werden, schreibt die Börsen-Zeitung.
Apax-Verkauf geplatzt
Die Aktie von Siemens konnte gestern 2,4 Prozent auf 44,25 Euro zulegen. Der Verkauf des deutschen Spritzgussmaschinenherstellers Mannesmann Plastics Machinery AG (MPM) an den britischen Finanzinvestor Apax ist nach Angaben von Siemens Chef Heinrich von Pierer geplatzt. "Offensichtlich hatte Apax Probleme, das Projekt zu finanzieren", bestätigte Pierer in Interview mit der Pariser Tageszeitung "La Tribune".
Swissair streicht Stellen
Die Lufthansa dürfte es heute schwer haben, ihre Gewinne von gestern zu verteidigen. Grund ist das schlechte Umfeld. Der angeschlagene Schweizer Luftfahrtkonzern Swissair Group will weltweit rund 9000 von insgesamt 71.000 Arbeitsplätzen streichen. Ziel von Swissair sei es, bis Ende Oktober rund 50 Prozent der laut Flugplan vorgesehenen Europaflüge und etwa 70 Prozent der Langstreckenflüge zu bedienen. Die EU-Kommission scheint indessen Hilfsmaßnahmen für Airlines grünes Licht geben zu wollen. Das geht aus einem Berichtsentwurf hervor, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll.
Wall Street vor Bilanzsaison richtungslos
Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Angriffe hat die Stimmung an der Wall Street zum Handelsschluss am Montag belastet und den Dow Jones um 0,6 Prozent ins Minus gedrückt. Die beginnende Bilanzsaison sorge außerdem für Unruhe bei den Investoren.
Aktien des Unterhaltungssektors gaben deutlich nach, während Rüstungswerte von den Militärschlägen und erwarteten höheren Verteidigungsausgaben profitieren konnten. An der Technologiebörse Nasdaq hätten allerdings Anleger die niedrigeren Kurse zum Kauf genutzt, sagten Händler. Der Index schloss unverändert bei 1605 Zählern.
Nikkei holt Verluste nach
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag 1,9 Prozent schwächer auf 10011 Punkte geschlossen. Nach dem Feiertag in Tokio gestern drückte der Beginn der Angriffe zunächst auf die Kurse. Der Bankensektor präsentierte sich dabei ebenso schwächer wie die Papiere der NTT-Gruppenunternehmen. In Hongkong tendierte der Hang Seng Index dagegen bis zum Mittag freundlicher.
Euro kaum verändert
Der Euro kostete am Morgen 0,9211 Dollar, nachdem er in New York mit 0,9200 geschlossen hatte. Der Markt sei erleichtert darüber, wie die US-Aktien am Montag auf die Luftangriffe reagiert hätten, hieß es. Zum Schweizer Franken holte der Dollar leicht auf, nachdem dieser am Montag nach den ersten Angriffen auf Afghanistan zunächst