Börsenausblick Neuer Markt verliert kräftig
Frankfurt am Main - Der Dax gab zunächst rund ein halbes Prozent nach. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 über drei Prozent.
Den Dax führten zunächst die Papiere von Fresenius Medical Care mit Aufschlägen von 1,45 Prozent an. Es folgten BMW, HypoVereinsbank und Münchener Rückversicherungen mit einem Plus zwischen 0,76 Prozent und 0,53 Prozent. Die Papiere der Commerzbank gewannen zunächst 0,51 Prozent hinzu. Heute Nachmittag wird die Bank ihre Zahlen vorlegen.
Schwach notierten die Papiere von Adidas, die 1,87 Prozent nachgaben. Europas größter Sportartikelhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 einen Gewinneinbruch von 20 Prozent verbucht. Den Anlegern gefielen diese Zahlen nicht, sie verkauften das Papier.
Nach den schlechten Vorgaben der Nasdaq notierten die Technologiewerte schwach. SAP standen mit 3,17 Prozent im Minus. Infineon verloren 1,51 Prozent. Siemens-Aktien gingen mit 1,12 Prozent in den roten Bereich.
Am Neuen Markt gehörten United Internet und Pixelpark zu den größten Verlierern mit 15 beziehungsweise rund 14 Prozent Abschlag. Gegen den Trend konnten Gauss Interprise rund 15 Prozent zulegen.
Börsenausblick: Schlechte Vorgaben
Die Vorgaben für den Handelstag am Montag sind alles andere als rosig. Auf Grund der äußerst schwachen Performance der US-Technolgiebörse Nasdaq am Freitag (minus 4,4 Prozent auf 2660 Zähler) rutschte die asiatische Leitbörse in Tokio um 2,3 Prozent auf 13.385 Punkte ab. Das ist der größte Verlust seit drei Wochen. Die Standardwerte im Dow Jones waren mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 10.864 Punkte aus dem Handel gegangen.
Am Freitag veröffentlichte jüngste Konjunkturdaten hatten eher auf eine sanfte Landung der amerikanischen Wirtschaft hingewiesen und dem Rezessionsgespenst ein wenig den Schneid abgekauft. Im Grunde eine gute Nachricht, doch damit zerplatzten zunächst einmal auch die Hoffnungen der Investoren auf eine weitere schnelle Zinssenkung. Zinssensible Technologietitel standen daher auf der Verkaufsliste der Anleger.
Goldman Sachs hingegen raten in ihrer jüngsten Marktstudie zum Einstieg in zyklische Werte. Der Hintergrund ist, dass die Experten bereits voraus schauen, die Rezessionsängste nicht nur als übertrieben bezeichnen, sondern im zweiten Halbjahr mit einer deutlichen Erholung der Konjunktur rechnen. Neben den Analysten von Goldman Sachs konstatieren auch andere Experten, dass die gegenwärtige Schwäche der US-Wirtschaft in Technologietiteln längst eingepreist sei.
Folglich stehen bei vielen Investmentbanken wieder Tech-Titel auf den Empfehlungslisten. Dabei legen die Experten allerdings ihren Focus eher auf europäische Titel. Ob die Investoren den Empfehlungen in dieser Woche bereits folgen werden, bleibt abzuwarten. Es dürfte nicht verwundern, wenn sich die Anleger nicht zuletzt auf Grund der jüngsten Gewinnwarnung etwa des US-Chipproduzenten National Semiconductor mit ihrem Engagement noch zurückhalten werden.
Im Zentrum des Interesses dürfte heute allerdings zunächst einmal die Erstnotiz der Aktien der Deutsche Börse AG stehen. Das Papier ist 23fach überzeichnet, der Ausgabepreis liegt mit 335 Euro am oberen Ende Preisspanne. Nach jüngsten Meldungen sind allerdings lediglich sechs Prozent der Klein- und Privatanleger bei dem Mammut-Börsengang zum Zuge gekommen. Der Going Public wird der Deutsche Börse AG rund eine Milliarde Euro in die Kassen spülen. Die erste Kurs soll gegen 9.30 Uhr feststehen.
Mit Spannung warten die Börsianer auch auf die Geschäftszahlen der Commerzbank. Die Commerzbank wird nach einer Umfrage unter Analysten im Gesamtjahr 2000 einen Reingewinn zwischen 1,618 Milliarden Euro und 1,767 Milliarden Euro gegenüber einem Vorjahresgewinn von 911 Millionen Euro erwirtschaften. Ohne den Erlös aus dem Börsengang der Tochter Comdirect werde es allerdings schwer werden, das gute Ergebnis 2001 zu wiederholen. Für das vierte Quartal wird beim Vorsteuergewinn mit einem Rückgang von rund 30 Prozent gerechnet.